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20. März 2018 | Singener Dramatiker beim „Literaturgespräch“

Gerd Zahner – der Autor und Anwalt blickt mit Lust zurück

Konstanz (gro) Gerd Zahner ist kommenden Sonntag, 25. März, um 11 Uhr Gast des „Konstanzer Literaturgesprächs“. Dieses erste „Gespräch“ des Jahres findet (wie gewohnt) statt im Foyer der Spiegelhalle (Hafenstrasse 10). Vier Tage zuvor wird der gebürtige Singener, der Anwalt und Theaterautor ist, mit einem Stück über Aby Waburg von sich reden machen. Waburg, der Theaterwissenschaftler, war Patient im Kreuzlinger Sanatorium Bellevue. „Aby Warburg. Gespräche mit einem Nachtfalter“, lautet der Titel des Stücks, das morgen Mittwoch im Kult-X-Kulturzentrum im Kreuzlinger Schiesser-Areals unter der Regie von Oliver Vorwerk uraufgeführt wird (weitere Aufführungen sind am 31. März, ferner am 5., 6., 12., 13., 27. und 28. des Folgemonats, jeweils um 20 Uhr).

„Ich schreibe Stücke über Orte“

„Ich schreibe Stücke über Orte“, sagte Zahner in einem Interview. Bei „Flüsterstadt“ war es Radolfzell, bei „Boger“, dem Stück über einen KZ-Aufseher für Stadt Singen, und „Der alte Weg“ handelt vom alten Postweg in Watterdingen, an dem ein polnischer Zwangsarbeiter sein Leben ließ. In Konstanz erregte Zahner Aufsehen mit einem im Audi-Max der Universität aufgeführten „Monolog“ über den Konstanzer Romanisten Hans Robert Jauss, der in seinen jungen Jahren Mitglied der SS war.

Für den Grimme-Preis nominiert

Zahner blickt gerne in die Region und aus ihr zurück. Oft sind Personen der Geschichte Objekte, respektive Protagonisten seiner Stücke. Darunter war der abenteuerlustige Konstanzer Kapitän Romer, der auf einer Atlantik-Tour verschollen ging. Auch als Krimiautor reüssierte Zahner. Der erste Teil über den Kommissar Goster wurde unter der Regie von Didi Danquart verfilmt und neben elf anderen TV-Produktionen in der Kategorie Fiktion für den Grimme-Preis 2018 nominiert.

Die Liebe „für die grosse Welt der Masken“

Gerd Zahner wurde 1957 geboren, machte in der Stadt unter dem Hohentwiel Abitur und studierte Jura, wohlwissend, wie er sagt, dass das Falsche zu tun manchmal das Richtige bedeute. Früh hatte er eine Vorliebe fürs Theater, `für „die große Welt der Masken, in der man keine Masken tragen muss“.

Vor allem als Strafverteidiger tätig

Zu den ersten Stücken Zahners gehört eines über den Sohn von James Joyce, der Anfang der 1950-er Jahre in einem Konstanzer Altersheim stirbt. Zahner ist kein hauptamtlicher Dramatiker geworden, sondern ein erfolgreicher Anwalt. Seit 1993 hat ist er in der Konzilstadt eine Kanzlei und ist vor allem als Strafverteidiger tätig.

Gesprächspartnerin ist Waltraut Liebl-Kopitzki

Die „Konstanzer Literaturgespräche“ finden nunmehr im vierten Jahr unter dem Dach der literarischen Gesellschaft „Forum Allmende“ statt (www.forum-allmende.de). Ziel der Reihe ist es, Autorinnen und Autoren der internationalen Bodenseeregion bekannt zu machen. Gesprächpartnerin Zahners am kommenden Sonntag um 11 Uhr in der Spiegelhatte ist Waltraut Liebl-Kopitzki, die ehemalige Konstanzer Kulturamtsleiterin und promovierte Germanistin.




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Ein Kommentar

  1. 1. Bruno Neidhart

    Über Aby Warburg und dessen Aufenthalt im damaligen Kreuzlinger Sanatorium Bellevue konnten sich Konstanzer bereits vor einigen Jahren im “Turm” am Kulturzentrum durch eine breite Ausstellung informieren. Warburg war Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler (kein Theaterwissenschaftler). Mit seiner “Ikonologie” stellte er u.a. den Symbolgehalt von Bildinhalten dar. Während dem Aufenthalt in Kreuzlingen beschäftigte er sich u.a. mit den bildnerischen Darstellungen in der barocken Klosterkirche St. Ulrich (google: “kirche st. ulrich kreuzlingen und aby warburg”

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