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13. August 2019 | 23 Euro fürs gute alte Seenachtfest - zuviel

Die Stadtverwaltung will’s immer noch nicht begreifen

Konstanz (gro) Einen Tag nach dem Feuerzauber war sich das Konstanzer Volk weitgehend einig: Nicht das traditionale Feuerwerk gehört abgesetzt, sondern der Oberbürgermeister, und zwar samt seinem Gemeinderat. Massgeblich beigetragen zu dieser Stimmungslage hatte in der Nacht zum Sonntag ein fulminanter deutsch-schweizerischer Feuerzauber, ein bunter, glühender Funkenreigen, der den Himmel über der Doppelstadt und ihrer romantischen Bucht wie selten zuvor dekoriert hatte. Bei einem Eintrittspreis von 23 Euro pro Person war es allerdings kein Wunder, dass sich der Zustrom der Besucher, zumindest auf deutscher Seite, in Grenzen hielt.

Die früher üblichen 50.000 Besucher

Von den früher üblichen 50.000 Besuchern war zwar auch gestern nicht die Rede. Doch die bisher bekannt gewordenen Zahlen weisen darauf hin, dass die Nachfrage weiter empfindlich nachlässt. Da mag neben dem hohen Eintrittspreis zwar auch die aktuelle Wetterlage eine gewichtige Rolle spielen. Doch ein nachhaltiges Konzept müsste auch solche, in unseren Breiten keineswegs ungewöhnlichen, Aspekte berücksichtigen.

Arbeitsgruppe nimmt demnächst Arbeit auf

Touristiker, Gastronomen, Hotelliers, Verwaltungsfachleute und kommunale Spitzenpolitiker der Städte Konstanz und Kreuzlingen haben inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Zukunft des doppelstädtischen, grenzübergreifenden Seenachtfestes beschäftigen wird. Die Tendenz ist klar: Das gemeinsame Fest soll erhalten werden. Die Arbeitsgruppe wird ihre Arbeit kommenden Monat aufnehmen



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5 Kommentare

  1. 1. Bruno Neidhart

    Für einmal ein kryptischer “dornroeschen.nu”-Artikel: Wie soll denn das Roeschen bereits “….einen Tag nach dem Feuerzauber….” erkannt haben wollen, “…dass sich das Konstanzer Volk weitgehend einig (sei)…”, der “Oberbürgermeister wie der Gemeinderat gehörten abgesetzt”? In später Stunde etwas übereifriger Niederburg-Stammtisch? Prost!

    Tatsache ist doch, dass sich die erklärte “Klimanotstandstadt Nr. 1 in Deutschland” auch hier, wie bei anderen, die Stadt zum See direkt betreffenden Dingen als nun ziemlich verpflichtet fühlt und somit versucht, in Zukunft möglichst breit klimaschädliche Einflüsse zu vermeiden - oder diese mindestens zu reduzieren. Sonst könnte man den (ominösen) Titel wieder zurückgeben.

    In Sachen Seenachtfes lädt also derzeit die Stadt, wie ich lese, die (noch nicht abgesetzten!) Bürger ein, sich daran zu beteiligen, wie vielleicht ein Seenachtfest 2.0″ aussehen könnte. Erst aus diesem Dialog, wenn er sich denn breit genug abstützen lässt, wird man erkennen, wie es mit dem beliebten Fest steht - oder “ehemals beliebt”, könnte man hinzufügen. Denn weder bei der Besucherzahl, noch an dem Gebotenen lassen sich Vergleiche zu früher ziehen. Was anzog ist hingegen der Eintrittspreis als wohl verfehltes Markenzeichen.

    Wie “dornroeschen” berichtet, hat nun sogar eine (lesbar potente) “grenzüberscheitende Arbeitsgruppe” auch erkannt, dass man mal über die Bücher gehen sollte, wie denn dieses Fest in den kommenden Jahren zu feiern sei - zu retten gar. Dass diese Arbeitsgruppe gleich mal zuerst den Konstanzer OB und den Kreuzlinger Stadtpräsidenten absetzt, ist indes nicht zu erwarten. Erwartet werden hingegen kluge, zeitgemässe Vorschläge zu einem gemeinsamen, schönen Fest am attraktiven Konstanzer-/Kreuzlinger Trichter und Himmel. Dass damit auch “feinstäubige und andere Bemerkungen” fallen dürften, ist zu erwarten. Aber letztlich geht es ja um den Kommerz, an dem beide Städte nicht gerne rütteln wollen. Das führt dann wohl zu Kompromissen aller Art. Schätzungsweise bis zur aktuellen Trinkhalmfrage! Ist unsere Zeit.

  2. 2. Erich Gropper

    Lieber Herr Neidhart, das Röschen will nicht kryptisch sein. Tatsache ist, dass einerseits übers Seenachtfest gefühlt “schon immer” gemeckert wurde (wegen der vielen Leute, der “Belagerung” der Seekante, der Motorradgangs und überhaupt..). Umso mehr hat es mich überrascht, wie “blöd” es viele (tatsächlich sehr viele!) Bürger, junge wie alte, finden, dass das Feuerwerk “abgeschafft” und das Fest abgehalftert werden soll.

    Eine anhaltende “Begleitmusik” mag mitgeholfen haben, die entsprechende Stimmung aufkommen, beziehungsweise stärker werden zu lassen Da sind einmal die Kreuzlinger, die klipp und klar sagen, dass sie am Konzept ihres “Fantasticals” (und natürlich auch an ihrem Feuerwerk) festhalten wollen, da sind ferner die Touristiker aller Couleur auf Konstanzer Seite, die eine “Abschaffung” des Feuerwerks ablehnen, und da ist nicht zuletzt die Heimatzeitung namens “Südkurier”, die grossflächig darauf hinweist, dass es schlichtweg Quatsch ist, ein Feuerwerk klimaverantwortlich zu machen. Vor allem dann, wenn wesentlich wirksamere Massnahmen “übersehen” oder eben nicht bedacht werden.

    Ich denke, Sie unterschätzen das Urteilsvermögen der Konstanzer. Prost!

  3. 3. lieselotte schiesser

    Lieber Herr Gropper, ich bin zwar nicht Herr Neidhart, aber Ihre Antwort an denselben amüsiert mich nun doch. Zitat: “Da ist nicht zuletzt die Heimatzeitung namens “Südkurier”, die grossflächig darauf hinweist, dass es schlichtweg Quatsch ist, ein Feuerwerk klimaverantwortlich zu machen. Vor allem dann, wenn wesentlich wirksamere Massnahmen “übersehen” oder eben nicht bedacht werden.” Das ist doch das Allerweltsargument gegen und für alles. Das bringt die Autoindustrie vor, wenn’s um Dieselabgase geht und der Braunkohleabbau, wenn’s um dessen Klimaschädlichkeit geht. Und selbstverständlich kommt das auch bei Feuerwerken, Fahrverboten in Innenstädten, Verbot von Plastiktüten etcpp. Einziges Resultat: man macht gar nichts, weil ja andere auch nichts machen. Übrigens hab ich nirgends gelesen, dass das Feuerwerk bzw. die Feuerwerke (es waren ja dieses Jahr gleich drei) “klimaverantwortlich” seien. Sie tragen einfach ihren kleinen Teil dazu bei, dass alles so (negativ) weiter geht wie bisher. Und der “Südkurier” ändert seine Meinung spätestens dann, wenn sich beim heimischen Einzelhandel die Stimmung ändert - oder wenn der OB ganz, ganz böse wird…

  4. 4. Bruno Neidhart

    Lieber Herr Gropper, das Kryptische bezieht sich hier lediglich auf das scheinbare Wissen des Roeschens, dass der Oberbürgermeister, wie der Gemeinderat, in weitgehender Einigkeit vom Volk abgesetzt gehört. Ich glaube nicht, dass ein Streit um das traditionelle Seetrichterfest, wie es sinnentsprechender zu gestalten wäre, um möglichst dem Thema, das derzeit besonders schwedisch inspiriert über die halbe oder ganze Welt schwappt, eine derart politische Brisanz enthalten sollte, dass gleich eine ganze Stadtbehörde in die Wolken geschossen werden müsste. Es sind im Rat wohl auch einige Verantwortliche zu finden, die den ganzen Komplex von allen Seiten zu reflektieren wissen, um letztlich eine schöne, attraktive Fortsetzung der Grossveranstaltung zu gestalten. Ich selbst habe übrigens nur eine begrenzte Meinung durch ein begrenztes Wissen über ein “Für oder Wider” in der aktuellen Hauptsache - dem nächtlich Glitzernden, Fauchenden, Rauchenden, Böllernden mit seinen erklärten oder zu vernachlässigenden Folgen daraus. Wie sich die Dinge auch in einem neuen Anderen oder weiter Altbewärten bewegen: Stadtmeckerer werden erscheinen. Abgemacht. Manche wie gewohnt eher in stringent politischer Absicht. Dazu sollte ein eingebürgertes Fest weniger taugen. Weitere Fragen und ggf. Antworten könnten z.B. auch mal im “Pfohl” angesprochen werden! In dieser (ziemlich kryptischen) Örtlichkeit also, aus der man - je nach Gesprächsinhalten - auch mal einigermassen erhellend (und einigermassen standsicher) in die Konschtanzer Nacht hinaus treten kann. Schön wars-tschüssle!

  5. 5. Frau Klabauter

    Abschafffen will das Feuerwerk nur eine Minderheit. Aber die ist lautstark unterwegs. Übrigens auch bei anderen Themen vom “Klimaschutz” über “Öko”, “Energiewende”, “Kampf gegen Rechts” bis “Sicherer Hafen”: Da setzt eine Minderheit von vielleicht 15% bis 20% den Rest der Bevölkerung permanent unter Stress und diktiert eine sehr spezielle Weltsicht, die nur Geld kostet und den Leuten bis ins kleinste Detail vorschreibt, wie sie gefälligst zu leben haben. Und unser CDU-OB macht da auch noch mit.

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