Silber, Gold und Rohdiamanten
Konstanz (gro) Mit einem Manschetten-Armreif im klassischen Stil der Zwanziger Jahre hat Schmuckdesigner Michael Zobel einen erneuten Coup gelandet für sein Etablissement „Annik“ (in der Kreuzlinger Strasse). Das Schmuckstück errang den 3. Platz bei der diesjährigen Auslobung des deutschen Schmuck-Awards in der Kategorie „Klassik“. Die Armspange und die eigentliche Strenge ihrer Ausführung, so befand die Jury, werde „durch die besondere Verarbeitung des Metalls (Gold und Silber) und die Akzentuierung durch Rohdiamantenwürfel neu belebt“. Die lobende Beurteilung im Namen der Jury stammt von Christiane Weber-Stöber, der Chefin der Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Neben Weber-Stöber sassen in der Jury Stefan Lindner, Präsident des Bundesverbands der Juweliere, Professor Thomas Hensel (Pforzheim) und Susanne Stefanski von „Madame“.
Neben der Lyrik der Hinweis auf hohe Qualität
Der Wettbewerb „Schmuck Award“ ist 2017 zum neunten Mal über die Bühne gegangen. Dieses Jahr gab es einen Teilnehmerrekord: 114 Firmen, Goldschmieden und Designer bewarben sich um die Auszeichungen in den Kategorien Luxus, Klassik und Innovation. Man hörte bei Meth-Media in Leinfelden-Echterdingen von „Inspirierendem Design“, „klarer Formensprache“, „besonderer Verarbeitung“ und „kreativer Perfektion“. Neben der solchermassen üblichen Lyrik wurde die mit Stilsicherheit verbundene, hohe Qualität der über hundert eingereichten Arbeiten mehrfach ausdrücklich gelobt.
Zobel mischt stets ganz oben mit
Für Michael Zobel sind solche Auszeichnungen nichts Neues. Im Gegenteil, er dokumentiert damit gewissermassen, dass er es einfach nicht lassen kann, ganz oben mitzumischen. Schliesslich hat er im vergangen Dezember den weltweit hoch angesehenen Grossen Kunstpreis Kataloniens zugesprochen bekommen, den die Gilde der Barcelonesischen Gold- und Silberschmiede, Uhrmacher und Gemmologen alljährlich an einen Weltstar ihrer Zunft verleiht. Der Preis ist verbunden mit dem Angebot einer Gastprofessur an der Akademie der Gilde. 2016 war der Preis an Elsa Petretti, die Chefdesignerin von Tiffany (New York) gegangen.
Geboren in Tanger, aufgewachsen in Barcelona
Der religiösen und künstlerisch-kulturellen Welt der fabelhaften Region Katalonien, die unter anderem Pablo Picasso, Antonio GaudÃ, Juan Mirò, Salvatore Dali und Antoni Tà pies hervorgebracht hat, ist Michael Zobel früh in Berührung gekommen. Der weltweit engagierte Konstanzer Kunstschaffende kam zwar in Tanger auf die Welt, aber schon im zarten Alter von 2 Jahren nach Barcelona, wo er bis zum 17. Lebensjahr blieb, bevor er sich in Pforzheim ausbilden liess und zunächst in Paris als Schmuckdesigner arbeitete. 1968 eröffnete er in Konstanz sein erstes Geschäft.
In der Kreuzlinger Strasse und in Kalifornien
2010 schuf sich Zobel einen neuen Standort in der Kreuzlinger Strasse; sein Atelier und den Schauraum nennt er „Annick“, nach dem Vornamen seiner aus Frankreich stammenden Frau. Sogar in Kalifornien hat Michael Zobel Spuren hinterlassen. Dort, in Carmel, wurde vor über 10 Jahren eine Schmuckgalerie vom Verband der Juweliere zum besten Geschäft seiner Art in den USA gewählt. Die Galerie war damals bestückt mit einer Kollektion von Michael Zobel.
Der Schmuckdesigner als Weltenbummler
Seine Projekte führen Michael Zobel durch die ganze Welt, unter anderem nach Südamerika, von wo er immer wieder aufregende Edelsteine mitbringt. Er stellte die Schmuckdesign-Messe in Andorra auf die Beine, wirkt mit in Auswahlkommissionen auf Schmuckmessen und auf Fachtagungen in Chicago, Rio de Janeiro und Mailand, arbeitet mit zahlreichen Galeristen zusammen, unter anderem mit ausgewählten Ausstellern in Berlin, Sao Paulo oder in der Schweiz, in Athen, Barcelona und auf Menorca. Er ist Ehrenprofessor der Universität Bischkek, der Hauptstadt Kirgisiens. Als einer der Protagonisten des west-östlichen Kulturprojekts „Seidenstrasse“ wurde Zobel in Peking und Shanghai auf Flohmärkten fündig und arbeitete uralte Münzen, Siegel und kaligraphische Elemente aus 1001 Nacht in seine weltweit als „China-Impressionen“ beachteten Geschmeide ein.
Bild: Frieder Schindele





