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12. Februar 2022 | Costanza als Nato-Vorposten

Schrecksekunden in den Morgenstunden

Konstanz/Rom/Costanza (gro) Jeder Bodensee-Anrainer, der gerade in Italien zu tun hat und am Freitag in die „Repubblica“ schaute, dürfte einen Schreck bekommen haben, als er die Seiten 10 und 11 der Römer Tageszeitung aufschlug: Auf einer Doppelseite wird in breit angelegten Artikeln und mit beeindruckenden Bildern plakativ geschildert, wie Costanza (!) mit Jagdflugzeugen und allerlei Kriegsgerät, das von Kampfhubschraubern abgeseilt wird, als martialischer Vorposten der NATO heranwächst, um Moskau davon abzuhalten, die Ukraine zu überfallen. Der Schreck in der Morgenstunde wird kaum länger angehalten haben als Sekunden. Denn mit Costanza ist nicht Konstanz am Bodensee, sondern das rumänische Costanza am Schwarzen Meer gemeint.

Anscheinend wünscht niemand einen Krieg

Die Kürze des Schreckempfindens kann allerdings nicht darüber hinweg helfen, dass es sich tatsächlich um kriegerische Aktivitäten handelt, wenn in Rumänien, in einem Land, das inzwischen zur Europäischen Union gehört, schwere Waffensysteme in Bereitschaft gebracht werden. Noch reden die Kontrahenten mit einander, doch noch immer ist nicht erkennbar, wie sich die angespannte Situation zwischen Russland und der Nordatlantischen Verteidigungs-Organisation nachhaltig entschärfen lässt. Klar scheint immerhin zu sein, dass keine Seite, weder der Westen noch der Osten (und auch nicht der ferne chinesische Osten), einen Krieg herbeiwünscht.

Dann bitte auch Unterhosen und Gulaschkanonen.

Nicht zu übersehen ist an der Freitagausgabe der Römer Tageszeitung „La Repubblica“, dass massgebliche Kräfte der Italienischen Republik durchaus stolz darauf sind, den russischen Drohgebärden, so verständlich sie sein mögen, kraftvoll Paroli bieten zu können. Kein Wunder, dass man das Angebot Deutschlands, den Ukrainern zwar keine Waffen, aber dafür 5000 Schutzhelme zu liefern, als schlechten Witz empfindet. Wenn die Deutschen schon keine Waffen zur allfälligen Verteidigung liefern wollen, so hört man (nicht nur) in Italien allenthalben, dann sollten die Deutschen nicht bloss Helme zur Verfügung stellen, sondern bitte auch splittersichere Westen, feuerfeste Unterhosen und wenigstens die eine oder andere Gulaschkanone.



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