Karle Steuer wäre vermutlich etwas enttäuscht
Konstanz (gro) Es droht eine Fasnet ohne (Fast-)Nacht, doch die Narretei lässt sich nicht einfach durch Verordnungen stoppen. Das beweist unter anderem eine Plastikflasche, gestülpt über einen ehernen Finger von Karle Steuer, dem einstigen Titan der modernen Konstanzer Fasnacht, wie er als Komplettfigur zwischen Tiergarten-Apotheke und dem Bistro namens Heinrich als skulpturelle Nachbildung seit Jahren nicht müde wird, eines der schönsten Plätzchen im historischen Zentrum der Stadt Konstanz mit Heiterkeit zu veredeln. Aber nun ausgerechnet mit einer Flasche aus Plastik, die ursprünglich einen total alkoholfreien „Bitter Lemon“ beherbergte?
Es wird das ganze Jahr getrunken
Was immer die die selbsternannten Scherzbolde antrieb: Von Konstanz und seiner „Fünften Jahreszeit“ verstehen sie wenig bis nichts. Denn erstens wird in Konstanz mehr oder weniger das ganze Jahr über gesoffen (Verzeihung: vor allem Bier und Wein getrunken) und zweitens lassen sich die Konstanzerinnen und Konstanzer niemals, und auch nicht in diesen Fasnachtstagen und –nächten, in kostverächtende Wassertrinker verwandeln.
Drei neu gegründete Maskengruppen
Sei`s drum, am „Schmotzigen“ wird`s auch dieses Jahr herrlich zugehen in der Stadt, auch dank neu gegründeter Maskengruppen. Drei davon hat der Journalist Andreas Schuler von der Konstanzer Redaktion des „Südkuriers“ unlängst im Lokalblatt vorgestellt: die martialisch wirkenden „Panther“, die bei allem gefährlichen Aussehen die Liebe zur Konstanzer Fasnacht auf ihn Banner geschrieben haben, ferner die „Brunnengeister“ und die „Glut Homunculos“, zwei neu geborene Narrengruppen, die an mittelalterliche Grausamkeiten erinnern. Karle Steuer, dessen Geburtstag sich Ende 2021 närrisch hochbedeutend zum 111. Mal jährte, dürfte der weiteren Entwicklung von weit oben jedenfalls sehr interessiert zuschauen.
Bild: Frieder Schindele





