Dutzend Raketen auf Kurden-Metropole niedergegangen
Erbil (gro) Etwa ein Dutzend Raketen sind in der vergangenen Nacht auf einen Aussenbezirk von Erbil, der Millionenstadt im kurdischen Nordosten des Irak, niedergegangen. Mehrere Medien, darunter „OE24“, „NTV“ und die „Süddeutsche“, berichteten in ihren Online-News bereits Stunden später von „schweren Detonationen“ in der Nähe des Flugplatzes. Da Erbil nur knapp 60 Kilometer vom benachbarten Iran entfernt ist, löste die Nachricht international Nervosität aus. Die Frage, die sofort aufkam: Nutzt der Mullah-Staat, wegen seiner Liebäugelei mit der atomaren Entwicklung von internationalen Sanktionen ähnlich geplagt wie Russland, den Konflikt um die Ukraine aus, um aus einer zusätzlichen Drohkulisse Kapital zu schlagen für seine Interessen?
Bislang keine Meldung von Verletzten
Nahrung erhielten solche Vermutungen durch die Tatsache, dass sich ein Stützpunkt des US-Millitärs und ein Konsulat der Vereinigten Staaten in der Nähe des Flugplatzes befinden. Beruhigt waren hingegen Beobachter, dass zumindest zunächst über Verletzte oder gar Tote nichts bekannt wurde. Erleichtert auch, dass Erbil, eine der ältesten Städte der Welt, in seiner historischen Substanz verschont blieb. Die Metropole der autonomen Kurdenregion im Nordirak mit ihrer 8000 Jahre alten, gut erhaltenen Zitadelle, zwei Universitäten, zahlreichen Kunstschätzen und einer vor wenigen Jahren eröffneten Deutschen Schule, wurde 1984 von der UNESCO zum “Erbe der Menschheit” erhoben.
Möglicherweise Vergeltung für Angriff der Israelis
Als wahrscheinlich - wenn auch noch unbestätigt - gilt inzwischen, dass der Raketenangriff, der im Iran gezündet wurde und zumindest einen Randbereich des internationalen Flugplatzes und ein Gebäude des Konsulats beschädigte, eine Vergeltungsaktion war, und zwar für einen Luftschlag der Israelis vor wenigen Tagen auf ein Munitionslager syrischer Milizen. Dabei sollen, wie es in sozialen Netzwerken heisst, zwei iranische Offiziere getötet worden sein.
Zwei Männer der masslosen Zerstörung
Nebenher wird sichtbar, dass kriegerisches Geschehen häufig unheilvoll ineinander greift: Auch in Syrien liess Wladimir Putin seine russischen Bomber wie jetzt in der Ukraine mit der grauenhaften und international geächteten Streumunition gegen die Zivilbevölkerung wüten und unterstützte auch mit so genannten Fassbomben den Diktator Baschar al-Assad: Zwei Männer der masslosen Zerstörung in bester Zusammenarbeit beim massenhaften Töten und bei der Transformation wunderschöner Städte in riesige Trümmerhaufen, wie mit Alleppo und Damaskus geschehen.





