Am Bodensee wird gekokst wie noch nie
Konstanz/St.Gallen/Lissabon (gro) In St. Gallen hat sich der Kokainkonsum innerhalb eines einzigen Jahres verdoppelt. Dazu passt, dass im vergangenen Dezember im deutschen Südwesten und in der nahen Schweiz auf einen Schlag 223 Kilogramm Kokain im Endverkaufswert von rund 50 Millionen Euro von der Polizei beschlagnahmt wurden. Europaweit werde nur in Antwerpen mehr Kokain konsumiert als in St. Gallen, heisst es nach einer Analyse der europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBDDA).
Abwässer von 80 Städten untersucht
Ein erstes, grobes Messergebnis zum Drogenkonsum des Jahres 2020 war von der Agentur im Juni des vergangenen Jahres vorgelegt worden. Inzwischen wurde das Abwasser von 80 europäischen Städten eingehend untersucht. Die Ergebnisse wurden Mitte der vergangenen Woche vorgelegt. Danach liegt St. Gallen laut einem Bericht des „Tagblatts“ beim Konsum des aufputschtüchtigen weissen Pulvers ganz weit vorne: An zweiter Stelle hinter der belgischen Diamantenhochburg Antwerpen. Damit hat sich St. Gallen erneut vor Zürich geschoben, das im Jahr zuvor noch den (Schweizer) Vogel abgeschossen hatte. Auch Basel liegt nicht schlecht im Rennen.
Dortmund vor Paris – Berlin verhindert
Für Schweizer Verhältnisse liegt die Bundeshauptstadt Bern abgeschlagen auf Platz 16 der eidgenössischen Kommunen. Das deutsche Dortmund schafft immerhin Platz 17 unter den 80 analysierten Städten: unmittelbar hinter Lissabon, wo die Drogenbeobachtungsstelle ihren Sitz hat – und einen Platz vor Paris. Berlin allerdings taucht gar nicht auf im sündigen Ranking: Die Hauptstädter schafften es offenbar nicht, aussagekräftige Abwasserproben beizuschaffen.





