Wetterkapriolen und Aktivisten beschäftigen Feuerwehr
Konstanz (gro) Sturmböen warfen Bäume um und kippten Boote. Die Wetterkapriolen mit gewittrigen Wirbelwinden und heftigen Regengüssen haben der Feuerwehr Mitte dieser Woche zahlreiche Einsätze beschert, auch wegen spezieller Klebeaktivisten, die sich auf der B 33 befestigten. Besonders heftig her ging es in der Nacht zum gestrigen Mittwoch als orkanartige Böen etliche Bäume entwurzelten, die teilweise gegen Häuser und auf Autos stürzten. Die gute Nachricht ist, dass keinerlei Verletzte oder gar Todesopfer zu beklagen sind.
Kleinbrand im Dachgeschoss
Der turbulente Tag, der am Ende mit wütenden Winden, Donner, Blitz und Platzregen aufwartete, hatte für die Feuerwehr gegen 9 Uhr mit einem vergleichsweise harmlosen Einsatz begonnen, nachdem das Psychiatrische Zentrum Reichenau (ZFP) Rauch im Dachgeschoss eines seiner Gebäude gemeldet hatte. Noch während der Anfahrt der Konstanzer Einsatzkräfte wurde vom Einsatzleiter der Psychiatrie-Werksfeuerwehr festgestellt, dass es sich glücklicherweise lediglich um einen Kleinbrand im Dachgeschoss handle. Den brachte die Werksfeuerwehr des Psychiatrischen Zentrums schnell unter Kontrolle.
Acht Klimaaktivisten von der Strasse gelöst
Jede Menge Arbeit kam dann aber auf die Wehrleute zu, als sich wenig später im Konstanzer Stadtgebiet eine Protestaktion formierte und die Feuerwehr kurz vor 14 Uhr zur Unterstützung des Rettungsdienstes und der Polizei angefordert wurde. Die rückte mit ihrem Rüstzug zur Einsatzstelle aus. Vor Ort mussten, so berichten Fabian Daltoe und Felix Ritter von der Pressestelle, „mehrere Personen von der Straßenoberfläche entfernt“ werden. Die Festgeklebten hätten „mit schwerem technischen Gerät und diverser Flüssigkeiten von der Straßenoberfläche“ gelöst werden mnüssen. Das habe bei 8 Personen immerhin 2 Stunden gedauert.
Zusätzliche Einsatzgruppe gebildet
Wegen der zahlreichen beschäftigten Einsatzkräfte und des massiven Verkehrsaufkommens in der Konstanzer Altstadt habe man eine zusätzliche Wachmanschaft aktivieren müssen. Dazuhin war es nötig, ein einsatzbereites Löschfahrzeug und eine Drehleiter im Feuerwehrhaus der Abteilung Altstadt für eventuell parallel aufkommende Notfälle in der Altstadt abrufbereit zu halten. In der Hauptwache war die zweite Drehleiter einsatzbereit zu halten.
Mit dem schweren Unwetter kam noch mehr Arbeit
Das später einsetzende Unweiter bescherte viel Arbeit: Zunächst ging es um ein in Seenot geratenes Segelboot vor der Insel Mainau, weswegen auch umgehend die hauptamtliche Wachabteilung und die Ölwehr der Feuerwehr Konstanz zu aktivieren war. Vor Ort wurden mehrere Boote im Bereich Mainau/Fließhorn und Unteruhldingen gesichtet. Sie alle wurden von der Feuerwehr oder von der DLRG angefahren und kontrolliert. Die Besatzungen der verschiedenen Boote hatten ihre Wasserfahrzeuge durchwegs im Griff. Ein Segelboot allerdings eierte verwaist im See und wurde schliesslich von einem Feuerlöschboot der Konstanzer Wehr gesichert und in den Hafen der Bodensee Schiffsbetriebe Konstanz gebracht.
B 33 war zeitweise voll gesperrt
Die massive Gewitterfront mit Starkregen und Orkanböen, die in der Nacht zum Mittwoch gegen 22 Uhr über die Stadt zog, sorgte schliesslich erneut für ein erhöhtes Einsatzaufkommen: Es kam zu etlichen vielen umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern. Teilweise fielen Bäume auf geparkte Fahrzeuge. Auf der Bundesstraße 33 im Bereich des Flugplatzes stürzten mehrere massive Bäume auf die mehrspurige Fahrbahn. Der Verkehr kam in diesem Bereich während des Einsatzes der Feuerwehr zum Erliegen. Neben Kettensägen mussten auch Seilwinden eingesetzt werden, um die Hindernisse abzuräumen. An anderen Einsatzstellen mussten Bäume mit Hilfe der Drehleiter abgetragen werden, da sie auf Häuser oder Straßen zu stürzen drohten.
Pipser im Inselhotel und in der Blarerstrasse
Zu allem Überfluss löste dann auch noch die die Brandmeldeanlage des Insel Hotels Alarmsignale aus. Die Männer des für solche Fälle zurückgehaltenen Löschzugs Altstadt konnten gottlob keinen Grund für den Alarm feststellen. - Im weiteren Verlauf der Nacht wurde die Feuerwehr dann auch noch zu einem „Piepser“ in der Blarerstrasse gerufen. Nach kurzer Kontrolle konnten die Spezialisten der Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit Entwarnung geben. Einer der Rauchmelder hatte den Alarm auch dort aufgrund eines technischen Defekts ausgelöst.
Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Konstanz 23 unwetterbedingte Einsätze. Im Einsatz waren neben der hauptamtlichen Wache auch die im gesamten, weitverzweigten Stadtgebiet verteilten die Abteilungen der Feuerwehr.





