Versuchte Brandstiftung in der Wessenbergstrasse
Konstanz (gro) Feuerschein hinter der Mattglassscheibe eines Haus-Tors hat gestern Abend um 22.25 Uhr in der Wessenbergstrasse einen Passanten irritiert – und so neugierig gemacht, dass er an die Scheibe klopfte, um mehr zu erfahren. Daraufhin wurde dieses Tor, das sich an der linken Seite des Gebäudes Nr. 39 befindet, aufgestossen. Zwei Männer verliessen ohne Erklärung mehr oder weniger wortlos und eilig den Durchgang, hinter ihnen an der Wand der Durchgangshalle das in Flammen stehende Bücherregal, das vom Kulturzentrum tagsüber für den kostenlosen Tausch gebrauchter Bücher zur Verfügung steht.
Feuerwehr brauchte nicht einzugreifen
Durch das Öffnen der grossen Türe wehte plötzlich aufkommender, heftiger Wind und eine kräftige Böe löschte einen grossen Teil des Feuers, das von einzelnen Papierblättern und Buchteilen genährt wurde. Ein weiterer, besonders beherzter Passant, der hinzu kam, riss brennende Teile und Bücher aus dem Regal und von dessen Bord, sodass das Feuer versiegte und der Schaden gering blieb. Die Feuerwehr, die über Notruf verständigt worden war, brauchte nicht einzugreifen. Eine Polizeistreife protokollierte den Vorfall.
Haus ist nachts unbewohnt
Bei den Brandstiftern handelt es sich um zwei junge Männer, einer vermutlich unter 20 Jahre und mit kurz gelockten, schwarzen Haaren, der andere möglicherweise zwischen 20 und 30 Jahre alt. Beide waren dunkel, wahrscheinlich mit dunkelblauen oder schwarzen Anoraks und schwarzen Hosen bekleidet. Sie wurden möglicherweise bei ihrem Versuch gestört, das ganze, bei Nacht unbewohnte Haus in Brand zu setzen. In dem Haus war früher die Metzgerei Sulger beheimatet, inzwischen ist dort neben einem Ladengeschäft ein Teil der städtischen Kulturverwaltung untergebracht.
Möglicherweise ein Vergeltungsakt
Wie die Brandstifter in den nach Büroschluss abgesperrten Durchgang gekommen sind, wird die Polizei ermitteln. Über die Motivation des Brandanschlags kann vorerst nur spekuliert werden. Weil explizit Bücher angezündet wurden, kam der Verdacht auf, es könnte sich um einen Rache- oder eine Art Vergeltungsakt gegen die europäische Kultur handeln, und zwar im Hinblick auf Koran-Verbrennungen, wie sie sich zum Beispiel in Schweden und in den Niederlanden ereigneten.





