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12. Januar 2024 | Wenn Sprache lügt

Der Bauer ist kein „Bauer“!

Konstanz (gro) „Der ist halt ein Bauer!“ So lautet manchmal das Urteil über einen offensichtlich etwas groben, unhöflichen Zeitgenossen. Es ist meist abschätzig, ja herabwürdigend gemeint. Ein solcher „Bauer“ gilt nicht nur als grob, sondern auch als ungebildet, als mehr oder weniger unangenehmer Zeitgenosse. Aber warum „Bauer“?? Kein Zweifel: Hier lügt die Sprache, zumindest die Umgangssprache. Denn warum sollte ausgerechnet ein Landwirt weniger taugen als andere Mitbürger? Das Gegenteil sollte der Fall sein. Denn die Bauern sind es, die dafür sorgen, dass wir allzeit ausreichend zu essen und zu trinken haben.

Zeit, über eine Namensänderung nachzudenken

Auch im Französichen ist der „Paysan“ gelegentlich etwas abwertend, vor allem ironisch gemeint, wie etwa auch der „Contadino“ bei den Italienern, wobei in beiden Ländern für negative Konotationen auch eine ganze Reihe von Worten verwendet werden (wie etwa „pouc“ in Frankreich). Nirgendwo jedenfalls ist der „Bauer“ so zum Schmipfwort degeneriert wie in deutschen Landen. Deshalb stünde es gerade uns allen gut an, eine längst fällige Korrektur einzuleiten.

Der Stolz muss spürbar werden

Den „Farmer“, der sich anbieten würde, haben leider die englischsprachigen Regionen dieser Welt vereinnahmt, „Landwirt“ wirkt etwas zu kantig, „Landmensch“ oder „Erdmensch“ kommen für den „Bauern“ und auch für unsereinen zu schwerfällig daher. Es sollte ausserdem eine Berufsbezeichnung sein, die den Stolz auf Beruf und Arbeit spürbar macht, den Stolz der Bauern und unseren Stolz auf sie. Also: Zeit zum Nachdenken - und für gute Vorschläge. So wie es gekommen ist, darf es nicht weiter gehen! Selbst die grössten Traktoren bringen unser Land und unsere Bauern nicht voran.



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