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9. Dezember 2004 | Hahn im Korb in Little Rock

Clintons Widmung für Guido Frick

Konstanz/Little Rock (gro) “To Guido Frick. Best wishes. Bill Clinton”. Kurz und bündig ist die Widmung des Ex-Präsidenten für den Konstanzer Journalisten und Kunstmaler. Guido Frick, soeben wieder in Konstanz eingetroffen, hat das Buch, Clintons vielbeachtete Biografie, aus den USA mitgebracht. Es ist ein persönliches Geschenk und es wird ihn für immer an seinen sechsmonatigen Studienaufenthalt des Jahres 2004 in den Vereinigten Staaten erinnern. In Little Rock, der Heimatstadt der Clintons, war Guido Frick der Hahn im Korb bei den “Southern Belle’s”, wie die charmanten Südstaatlerinnen von Arkansas gerne genannt werden.

Guido Frick gab dort, eingeladen von Freunden impressionistischer Malerei, einen Workshop. Und eine der Teilnehmerinnen war Sissy Clinton, eine Kusine des Ex-Präsidenten. Sie verehrte Frick das Buch mit der persönlichen Widmung. Eingeschrieben wurden die “besten Wünsche” während eines Besuches Bill Clintons in Little Rock.

Drei Kilo zugenommen

Nicht nur wegen des Geschenks ist der Konstanzer Künstler noch immer hingerissen von den Southern Belle’s. “Der Charme dieser Frauen ist tatsächlich umwerfend”, sagt der Heimkehrer, “ihre Herzlichkeit wird mit Recht gerühmt und nur noch von ihrer Kochkunst übertroffen.” Es sei ihm dort “fast zu gut” gegangen. Guido Frick: “Während des einen Monats in Little Rock habe ich über drei Kilo zugenommen.”

Das Buchgeschenk passt zu Guido Frick. Er fand Bill Clinton schon immer “einfach klasse” Frick hatte sich im US-amerikanischen Freundeskreis schon vor vielen Jahren für den Demokraten eingesetzt. Schon damals, als Clinton zum ersten Mal zur Wahl stand, und erst recht später, als ihm der “unsägliche Staatsanwalt Kenneth Starr” (Frick) das Leben wegen einer Sexaffäre zur Hölle machte.

Spuren in Carmel

Frick, der frühere Konstanzer Lokalchef des “Südkurier” (damals Vorgänger des späteren und demnächst scheidenden Chefredakteurs Werner Schwarzwälder) besucht jedes Jahr die USA. Der Journalist, der dann mit dem Anzeigenblatt “Rundschau” scheiterte, etliche Jahre als Chefredakteur von Radio Seefunk tätig war und sich schließlich ganz der Malerei widmete, hat es in den Vereinigten Staaten zum Ehrengast der Sioux-Indiander und zum geschätzten Lehrer für impressionistische Malerei gebracht. Mit seinen Workshops und gelegentlichen Bildverkäufen an Galerien finanziert er seine meist mehrmonatigen Studienaufenthalte.

Einen Workshop gab Frick im kalifornischen Carmel, in einem Garten unweit der Villa von Clint Eastwood, der bis vor kurzem Bürgermeister von Carmel war. Neben Frick hat übrigens ein weiterer Konstanzer Spuren in Carmel hinterlassen: Vor wenigen Jahren wurde dort eine Schmuckgalerie vom Verband der Juweliere zum besten Geschäft seiner Art in den USA gewählt. Die Galerie war damals bestückt mit einer Kollektion von Michael Zobel.

Gefragter Diskussionspartner

Die aktuelle Irakpolitik und deren politische Ablehnung in Europa machten Guido Frick dieses Mal zu einem besonders gefragten Gesprächs- und Diskussionspartner. Er habe kein Blatt vor den Mund genommen, berichtet der Konstanzer. Immer wieder habe er die Gelegenheit genutzt und auf die verheerenden Folgen hingewiesen, für die Georges W. Bush und sein Republikanisches Regierungsteam verantwortlich zu machen seien. Er habe dabei zu spüren bekommen, dass es inzwischen mit der viel gerühmten US-amerikanischen Liberalität nicht mehr weit her sei. Auch in Demokratischen Kreisen müsse man sich davor hüten, die Politik von Georgs W. Bush entschieden zu kritisieren; schließlich handle es sich um Kritik an einem amtierenden Präsidenten, und das werde “sehr schnell” mit Kritik an den USA verwechselt.

Morrisons Warnung

Umso lieber erinnert sich Guido Frick, der in den sechs Monaten von Juni bis Anfang Dezember 15.000 Meilen zurückgelegt hat, an die Zeit in Little Rock, wo der 58-jährige Bill Clinton Mitte November seine Bibliothek eröffnete, ein ultramodernes, für 165 Millionen Dollar errichtetes Gebäude am Ufer des Arkansas River, wo in Archiven unter anderem zwei Millionen Fotografien, 80 Millionen Dokumente, 21 Millionen E-Mails und 79.000 Geschenke aus der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten versammelt sind.

Es ißst jedoch nicht diese zwölfte Bibliothek eines US-amerikanischen Präsidenten, an die Guido Frick denkt, wenn er sich an seinen jüngsten Aufenthalt in den USA erinnert. Wenn Guido Frick an Arkansas denkt, denkt er an die Southern Bell’s, und er denkt daran, dass Toni Morrison, die Schwarze Literaturnobelpreisträgerin, gewarnt hat: “Darlin, don’t ever take a Southern woman for garanted!”



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