Konstanz (gro) Bildhauer Peter Lenk wird die Aktion “Konstanzer Zwerge” mit einer eigenen künstlerischen Arbeit unterstützen. In einem “lust- bis würdevollen Beitrag” wolle er Gräfin Bettina Bernadotte, die Schirmherrin der Aktion, als Schneewittchen verarbeiten, umgeben von den sieben Zwergen. Ausgeheckt wurde die Zwergenaktion von der Werbegemeinschaft des Konstanzer Einzelhandels und der Mainau, die mit finanziellen Engpässen zu kämpfen hat. Die Aktion “Konstanzer Zwerge”, die im kommenden Jahr möglichst weltweit die Aufmerksamkeit auf Konstanz und die Insel Mainau lenken soll, wird durch die Ankündigung Lenks schon im Vorfeld befördert. Der Gestaltungsbeirat des Gemeinderats zeigte sich mehrheitlich empört, “Südkurier”-Lokalchef Tobias Engelsing reagierte ironisch und der Oberbürgermeister pickiert. Horst Frank hat Sorgen, demnächst vom OB zum GO, zum Grünen Oberzwerg zu avancieren. Ganz anders der Künstler. Peter Lenk findet die Idee an sich “zwar nicht besonders sympathisch, aber doch sehr überzeugend”. Vor allem beeindruckt ihn “die Cleverness von Gräfin Bettina”. “Ihre Rechnung geht jetzt schon auf, denn die Aktion wird jetzt schon kontrovers diskutiert”, sagt der Künstler, der den Laubebrunnen und die Konstanzer Hafenschöne Imperia geschaffen hat. Weniger konziliant zeigen sich unmittelbar Betroffene. Der Internationale Verband der Kleinwüchsigen Menschen (IVKM) hat, wie man hört, scharfe Proteste angekündigt. Es sei politisch nicht korrekt, Zwerge auf ihre Funktion als Marketinginstrumente zu reduzieren. Auch sei es ein “Widerspruch in sich”, die Gartenzwerge 1,90 Meter groß zu machen, wie dies für die Konstanzer Aktion vorgesehen ist. “Entweder Riesen oder Zwerge, aber keine Riesenzwerge”, heißt es in organisierten Zwergenkreisen, es gebe ja auch keine Zwergriesen. Es wird bereits von heimlichen Treffen berichtet. Am Bismarkturm sollen sich Dutzende von Gartenzwergen getroffen haben, um einen Proteststurm auf Mainau und Konstanzer Einzelhandelszentren vorzubereiten. Es wird auch damit grechnet, dass eine Zwergen-Abordnung im Konzil auftaucht, wenn dort am Mittwoch, 15. Dezember, um 20 Uhr die Aktion “Konstanzer Zwerge” im Unteren Saal von Gräfin Bettina und Daniel Widmaier, dem Vorsitzenden der Konstanzer Handelswerbung, vorgestellt wird. Mit Peter Lenk haben die Zwerge bereits Verbindung aufgenommen. “Es gibt einen großen Zulauf”, berichtet Peter Lenk. Es gehe den Zwergen allerdings weniger um Kunst als vielmehr um die Aussicht, “einmal einer leibhaftigen Gräfin sehr nahe zu sein”, vermutet der Künstler, der schon Bettinas Vater als “Schmetterlingskönig” skulpturell interpretiert hat. Gräfin Bettina, die zur Zeit als Abgeordnete der Mainau in Stockholm bei den Nobelpreisfeierlichkeiten zu tun hat, kann sich dazu frühestens am kommenden Dienstag äußern. Lenk “rechnet fest damit”, dass seine künstlerische Interpretation auch bei den Bernadottes Gefallen finden wird. Sollte es jedoch anders kommen und womöglich zu einer juristischen Auseinandersetzung, sieht sich der Künstler nicht in Gefahr. Peter Lenk: “Falls sie mich verklagen, werde ich im Namen der Stadt Konstanz auf Notwehr plädieren!”
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