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24. Januar 2005 | Ordnung muss sein

Leinen ohne Ende

Konstanz (gro) Mit dem Leinenzwang ist es nicht getan, gerade angeleinte Hunde können gefährlich werden. Dies sollte in der neuen Fassung der Konstanzer Umweltschutz- und Polizeiverordnung unbedingt berücksichtigt werden, auch wenn es nicht so weit kommen sollte, das Anleinen von Hunden auf bestimmten Abschnitten des städtischen Wegenetzes bei Strafe zu verbieten. Auch hinsichtlich der Länge einer Hundeleine dürfte einiger Regelungsbedarf bestehen. Der Stadtverwaltung ist vom Haupt- und Finanzausschuss bis Februar eine Frist zur Überarbeitung der Neufassung der Satzung eingeräumt worden.

Mit der Vertagung bekundete der Hauptausschuss eine gewisse Ratlosigkeit. Kein Wunder, schließlich wird in deutschen Landen ganz allgemein eine regelrechte Regelungswut beklagt, und alle politischen Richtungen haben ein ebenso allgemeines Bekenntnis zur Deregulierung abgelegt. Auf der anderen Seite fordern sensibler gewordene Bürger von der Obrigkeit immer mehr Schutz vor tatsächlichen und befürchteten Belästigungen. Dazwischen stehen die Behörden, die beiden Seiten Rechnung tragen sollen.


Peter Kaluscha, ein passionierter Jogger aus der Zollernstraße, der fast täglich über den Susosteig und die Seestraße zum Hörnle (und zurück) rennt, findet es idiotisch, auf dieser Strecke den Anleinzwang für Hunde aufrecht zu erhalten. Aus Jahre langer Erfahrung weiß er, dass frei laufende Hunde fast immer harmlos sind. Gefährlich seien dagegen häufig Spaziergänger mit angeleinten Hunden, vor allem dann, wenn der Hund an einer Leine geführt werde, die sich bis zu 15 Meter ausziehen lasse. “Da mache ich möglichst einen großen Bogen”, sagt Kaluscha, “denn genau da wird’s gefährlich.”

Ein wenig fragwürdig erscheint auch das strikte Fütterungsverbot für Wasservögel. Damit soll zwar verhindert werden, dass Wasservögel zu viel ins ufernahe Badewasser kacken und damit übers Verbreiten von Wurmlarven die harmlose, aber sehr lästige Badedermatitis auslösen. Das Dumme ist aber, dass die Dermatitis meist an Stränden auftritt, wo sowieso nicht gefüttert wird. Die Wasservögel wissen anscheinend gar nicht, dass es an diesen Badestränden kaum etwas Besonderes zu ergattern gibt, sondern treiben sich ganz einfach gerne da herum, wo es auch den Menschen gefällt, ins Wasser zu gehen.



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