Konstanz (gro) Manche Bilder von Johannes Lacher sind wie Fenster in einen lichten, von einem gespannten Schweben erfüllten Raum. Dieser Künstler, der zum Ende der Woche mit einer großen Werkschau beim Kunstverein ein Gastspiel gibt, führt mit seinen Arbeiten über die Sinne ins Geistige, verweist mit Transparenz auf Transzendenz. Die Vernissage im Kulturzentrum am Münster ist am morgigen Freitagabend um 19 Uhr. Lacher wartet auf mit einer Retrospektive, die das Schaffen der vergangenen 30 Jahre erfahrbar macht. Er gilt als ein Künstler, der dem Wesen der Malerei auf der Spur ist. Lacher betreibt so etwas wie Grundlagenforschung. Vor allem seine jüngsten Arbeiten mit ihren klaren, Formen, Farben und oft quadratischen Formaten wirken ausgesprochen elementar. Dem Künstler selber, so heißt es, geht es nicht um Sinn und Bedeutung. Sein Inhalt ist und bleibt das Bild - und sonst nichts. Doch gerade diese Konzentration, gepaart mit einer stupenden Technik und einem sehr hohen ästhetischen Anspruch, nimmt gefangen und führt über das Bild hinaus, macht es für den, der sich davon gefangen nehmen lässt, zu einem Medium des Erkennens. Der aus Marburg stammende Maler wird dieses Jahr 65, jetzt ist die richtige Zeit für eine erste große Werkschau. Sie nimmt uns mit in die USA, nach Georgia, nach New Mexiko und Kalifornien, New York und Albuquerque, in ein Land, wo Johannes Lacher nach seinem Studium in München 20 Jahre lang gelebt, gearbeitet, ausgestellt und als Kunstprofessor an fünf Universitäten gelehrt hat; Gastprofessuren an vier weiteren Unis kamen hinzu. Am Ende hat ihn Konstanz eingefangen. Seit fast 15 Jahren lebt und malt Lacher in dieser Stadt, und es war vor allem Ursula Grashey, die den Künstler in Konstanz bekannt gemacht hat. Unlängst trat er als Gestalter einer Außenwand im Neuwerk an die öffentlichkeit; im Neuwerk hat Lacher auch sein Atelier. Bei aller Grundlagenforschung ist Johannes Lacher alles andere als ein in sich gekehrter Tüftler. Er kennt und beherrscht auch das große Format mit dem spontanen Duktus, etwa bei seinen groß angelegten Wandmalereien, die vor Jahren zu sehen waren. Immer aber ist beim Betrachten von Lachers Bildern eine ganz besondere Heiterkeit zu spüren, jene gewisse Leichtigkeit des Seins, die sich einstellt, wenn es wirklich Kunst ist, was uns ansieht.
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