Konstanz (fs) Für Verwirrung statt für Aufklürung hat der Beitrag des Südkurier zur neuen Polizeiverordnung am letzten Samstag gesorgt. Groü aufgemacht verkündet die Lokalzeitung den weitgehenden Leinenzwang für Hunde. Die Bildlegende spricht davon, dass Struppi und Co. neuerdings an die Leine müssen. Entsprechend wurden einzelne Hundehalter bereits im Laufe des Tages “angemacht”, den Hund gefülligst an die Leine zu nehmen. Tatsache ist, das der schon seit langem geltende Leinenzwang nur moderat ausgeweitet wurde, und zwar einzig in der Hafenstraüe und am Schünzle (von der Fischenzstraüe bis zur Neuen Rheinbrücke). Und dort auch nur in der Saison vom 1. Mai bis zum 15. September. Der bisherige Leinenzwang, der durch den Beschluss des Gemeinderates bestütigt wurde, bezieht sich auf die Innenstadt (zwischen Bahnhofplatz, Bodanstraüe, Laube, Rheinsteig und Konzilstraüe), den Stadtgarten, die Seestraüe und den Hoerlepark. In den Büdern gilt seit eh und je Hundeverbot wührend der Saison. Zwischen Freibad Hürnle und Hoerlepark ist kein Leinenzwang. (Siehe auch “Auf den Hund gekommen”, Berichte vom 29.04.05 und 15.04.05.)
Stadtrat und Hundehalter Klaus-Peter Koümehl (CDU) findet auf Anfrage, dass diese Entscheidung ein fairer Kompromiss für alle Beteiligten sei. Man dürfe nicht vergessen, dass über die beschlossenen Gebiete hinaus, Hunden der Zugang auf Campingplützen, in Freibüdern und in Naturschutzgebieten verwehrt sei. Wenn man dann noch die private Ufergrundstücke abziehe, gübe es nicht mehr sehr viele Uferwege, auf denen sich Hunde in Konstanz frei bewegen künnten. Als unglücklich bezeichnen viele Hundehalter die Kombination der Berichterstattung im Südkurier zum Thema Leinenzwang mit einem Bericht über einen Hundeunfall, der bereits vor fünf Jahren stattgefunden hat. Er wecke Emotionen und würde somit den Graben zwischen Hundehaltern und -gegnern nur vertiefen. Zudem hütte der Unfall vermutlich nicht durch eine Leine verhindert werden künnen. Auüerdem habe sich der Halter für ein Leben am Rande unserer Gesellschaft entschieden und sei schon deshalb nicht typisch für die tausend Hundehalter in unserer Stadt. Auch der Kommentar im Südkurier führt zu Kopfschütteln. Fast diskriminierend unterstellt er den Hundehaltern, dass es zuweilen Menschen seien, die mit anderen Menschen nicht “so gut künnen” und spricht von oft folgenreichen Irrtum, wenn Halter ihre Hunde als lieb einstufen. Bei solchen Kommentaren dürfe man sich über Vorurteile gegenüber Hundehaltern nicht wundern.
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