Konstanz (fs) Als Hundehalter stellt man immer wieder fest, dass viele Spaziergänger, Jogger und Kinder Angst vor einem großen Hund haben. Bei dieser Angst spielt es in Einzelfällen sicher eine Rolle, dass man persönlich schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hat. In der Regel ist es aber so, dass man, vor allem als Stadtmensch, den Umgang mit Tieren einfach nicht mehr kennt und auf Unbekanntes mit Angst reagiert. Diese Angst kann unter Umständen sogar zu Fehlreaktionen der Hunde führen und dadurch die Vorurteile gegenüber Hunden noch verstärken. Tina Carls, sowohl Mutter als auch Halterin von Suna, einer großen Mischlingshündin, musste sich immer wieder Vorwürfe gefallen lassen. Mit großem Interesse las sie deshalb einen Zeitungsbericht über eine Stiftung, die unter dem Motto “Hunde helfen Menschen”, Behinderten-, Begleit-, Blinden-, Therapie- und Signalhunde ausbilden und weitervermitteln. Vor allem aber bot die Stiftung Kurse unter dem Motto “Keine Angst vorm großen Hund” an. Die Arbeit des Vereins hat Tina Carls so überzeugt, dass sie selbst Mitglied wurde und heute im Raum Konstanz den Schulen kostenlosen Unterricht anbietet.
Der Unterricht, den sie gemeinsam mit ihrer Hündin Suna abhält, umfasst mindestens eine Schulstunde. Ziel ist es den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden verständlich zu machen. Die meisten Unfälle passieren ja, weil zwischen Mensch und Hund nicht richtig “kommuniziert” wird. Für die Kinder ist das natürlich spannender, da eben nicht nur graue Theorie verbreite wird, sondern ein Hund im Klassenzimmer ist und man so gerade Gelerntes direkt in der Praxis anwenden kann. Tina Carls: “Es ist toll zu beobachten, wie schnell Kinder, die anfangs noch ängstlich sind, ihre Scheu überwinden und auch wirklich etwas mit nach Hause nehmen. Unlängst hatte ich ein Mädchen aus der 3. Klasse, die mir berichtete, dass ihre Mutter sie immer an die Hand genommen hat und oft sogar die Straßenseite gewechselt hat, wenn ein Hund kam. Dadurch hätte auch sie wohl Angst vor Hunden bekommen, obwohl sie nie schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Das Mädchen erzählte mir stolz, dass sie an diesem Nachmittag mit ihrer Mutter auch Unterricht machen würde, damit ihre Mutter keine Angst mehr zu haben brauche.” Wie in allen Bereichen des Lebens wird vieles einfacher, wenn Verständnis da ist. Das gilt natürlich gleichermaßen für alle, vielleicht für Hundehalter noch ein bisschen mehr. Sie müssen einfach einsehen, dass ein “der macht nichts, der will nur spielen” kein Verständnis hervorruft. Aber man muss auch verstehen, dass Verbote und Leinenzwang die Situation nicht wirklich besser machen, denn eine artgerechte Haltung und Erziehung des Hundes ist und bleibt die einzig vernünftige Art, damit die Konflikte zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern beigelegt werden. Außerdem erfährt man in dem Unterricht, je nach Klassenstufe und Wünschen des Lehrers, eine Menge rund um die Abstammung, die Sinnesorgane und die Anatomie des Hundes, auch das alles natürlich wieder “zum Anfassen” und “Mitmachen”. Bei Interesse kann man sich direkt an Tina Carls wenden, Zur Friedrichshöhe 20a, 78464 Konstanz,Tel. 07531 50007. Informationen über den Verein findet man unter: www.Hunde-helfen-Menschen.de. Der Unterricht ist für die Schulen kostenlos, genauso wie das Unterrichtsmaterial für die Lehrer und die Hefte für die Kinder, die zum Unterricht mitgebracht werden.
Noch keine Kommentare
|
||||||||
|
|
||||||||