Einer kommt ganz sicher nicht
Konstanz (gro) Der angekündigte Abgang hat Bewegung gebracht: Seit klar ist, dass Dagmar Schlingmann die Leitung des Konstanzer Theaters aufgibt und nächstes Jahr nach Saarbrücken wechselt, dreht sich das Personalkarussell, und das Konstanzer Theaterpublikum sollte sich schon heute auf viele neue Gesichter einstellen. Völlig offen ist, wer neue Intendantin oder neuer Intendant werden wird. Die Bewerbungsfrist läuft in wenigen Tagen ab. Klar ist nur, dass Bernhard Stengele nicht zur Verfügung steht.
Der Favorit winkt ab
Der 42-jährige Stengele, als Regisseur, Schauspieler und Entertainer Jahre lang Konstanzer Lokalmatador und vor einem Jahr als Schauspieldirektor ans Mainfranken Theater Würzburg geholt, wäre fraglos Favorit für die Nachfolge Schlingmanns gewesen. Doch Stengele winkte sofort ab. Er sei in Würzburg für drei Jahre gewählt und fühle sich im Wort. Ein vorzeitiger Wechsel, das bekräftigte er am Mainfranken Theater vor Kollegen und Mitarbeitern, komme deshalb für ihn nicht in Frage.
Jutta Staerk hat Interesse
Trotzdem könnte die Findungskommission, die nach aussichtsreichen Kandidaten für die Intendanz des Stadttheaters sucht, auf bewährte Konstanzer Kräfte zurückgreifen. Zum Beispiel auf Jutta Staerk, die mit Dagmar Schlingmann nach Konstanz kam und auf prächtige Erfolge als Leiterin des Jugendtheaters verweisen kann.
Sie hat ihr Interesse ebenso angemeldet wie Dirk Olaf Hanke, der unter Schlingmanns Vorgänger Rainer Mennicken (heute Generalintendant in Oldenburg) als Chefdramaturg eine Zeit lang die Strippen zog an der Konstaanzer Konzilstraße. Hanke arbeitet zur Zeit als Schauspieldirektor am Theater Gießen. Auch Michael von Oppen, gelernter Dramaturg und derzeit noch Öffentlichkeitsarbeiter am Stadttheater Konstanz, wäre, wie man hört, nicht abgeneigt, dasselbe eine Zeitlang leiten.
Abwanderung nach Saarbrücken
So wie es aussieht, liebäugelt Dagmar Schlingmann damit, die Schauspielerinnen Nina Schopka und Melanie von Sass sowie die Schauspieler Klaus Meininger, Johannes Schmidt und Merten Schroeter, der gerade als Richard III. mit einer großen Leistung glänzt, mit nach Saarbrücken zu nehmen. So gut wie sicher ist, dass Ursula Thinnes in die Dramaturgie am Staatstheater Saarbrücken wechseln wird. Auch Regisseur Christoph Diem geht an die Saar.
Abschiedsfeste stehen an
Neu orientieren will sich ferner Georg Mitterspieler, und Abschied nehmen heißt es zum Ende der laufenden Spielzeit auch von Hans Helmut Straub, der als Pensionär, ebenso wie Maria von Falkenhagen, nur noch hin und wieder auf der Bühne zu sehen sein wird. Bei einigen Mitgliedern des Ensembles wird sich erst im Laufe der kommenden Monate herausstellen, auf welchen Wegen es in die Zukunft geht. Immerhin, Heimo Scheurer und Frank Lettenewitsch bleiben dem Konstanzer Publikum auf alle Fälle erhalten.
Ulrich Khuon hat wieder etwas zu sagen
„Das Stadttheater Konstanz ist und bleibt ein Sprungbrett“, sagt Ursula Thinnes. Ulrich Khuon, der zur Zeit in Hamburg als Theaterleiter Erfolg hat, sei dafür ein gutes Beispiel. Ähnliches gelte für Bernhard Stengele, Dirk Olaf Hanke oder Rainer Mennicken – und nun eben für Dagmar Schlingmann, die in Saarbrücken Generalintendantin wird.
Einer dieser Erfolgreichen hat jetzt wieder in Konstanz einiges zu sagen: Ulrich Khuon, 1980 bis 1993 als Regisseur, Chefdramaturg und, zuletzt, als Intendant am Stadttheater Konstanz beschäftigt, gehört der Findungskommission an, die die Vorarbeit für die bestmögliche Besetzung der Theaterleitung zu leisten hat.





