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14. November 2005 | Hotel-Neubau an der Seestraße

Angst vor dem Bad auf dem Dach

Konstanz (gro) Im künftigen Seehotel wird man auch auf dem Dach baden können. Die Bauherren, die neben dem Haus Margarete einen Neubau hochziehen, haben jedenfalls um die Erlaubnis zum Bau eines Swimmingspools in luftiger Höhe nachgesucht. Nun machen sich Nachbarn Sorgen. Das Plantschen da oben, so fürchten sie, könnte womöglich ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Das Bauamt findet, der Pool sei zu genehmigen. Das Gesuch liege im Rahmen der schon gültigen Baugenehmigung.

Wer denkt jetzt ans Baden?!

Einen schlechteren Zeitpunkt für das nachgeschobene Genehmigungsgesuch hätten sich die Bauherren kaum aussuchen können. Bei diesem Wetter ist es ganz einfach schwer vorstellbar, hoch auf dem Dach in einen Pool zu hüpfen, und mag das Anwesen noch so hübsch an der Konstanzer Seestraße liegen. Doch November hin oder her: Das Baurechtsamt sieht in der feuchtfröhlichen Ausweitung des Neubaus „keine städtebauliche Beeinträchtigung“. Das Gesuch enthalte keine wesentliche Änderung der schon genehmigten Pläne. Und einen Bebauungsplan für das fragliche Areal an der Seestraße gebe es nicht.

25 Zentimeter höher

Die bisherige, genehmigte Höhe des Bauwerks ist mit 12,97 Metern über dem Erdboden angegeben, nun soll das Haus, samt einem umlaufenden Mäuerchen 13,22 Meter hoch, also gerade mal 25 Zentimeter höher werden. Aufbauten oder Überdachungen, so heißt es in einer Information des Baurechtsamts, seien „nicht beantragt“. Einwendungen aus der Nachbarschaft lägen zwar vor. Sie seien jedoch nicht stichhaltig, und im Übrigen komme die Kritik von Angrenzern, die „erst im Laufe der Planung für das Hotel Eigentum am Nachbargrundstück erworben“ hätten. Auch Kritik an der geänderten Fassadengestaltung wird zurückgewiesen.

„Hoffnungslos verdunkelt“

Die Nachbarn befürchten einen „Eingriff“ in ihre Rechte, wenn auf dem Hoteldach womöglich auch noch Umkleidekabinen und eine Poolbar installiert werden. Der geplante Swimmingpool bringe auf alle Fälle „eine erhebliche Lärmbelästigung“, auch der Geruch nach Chlor werde wohl ebenfalls stören. Die schiere Gebäudehöhe, die bis zu 16 Meter betrage, lasse ferner befürchten, dass die Zimmer von Anwohnern „hoffnungslos verdunkelt“ werden.

Substanzlose Einwände

Obwohl das Baudezernat die Einwände, wie erwähnt, als weitgehend substanzlos zurückweist, dürfte sich beim einen oder anderen Beobachter der Szene an der Seestraße ein gewisses Bedauern einstellen. Denn die Kritiker laufen Gefahr, selber niemals in den Genuss eines Bads hoch über der Seestraße zu kommen. Ursprünglich wollten die Bauherren, wie man hört, alle Nachbarn zur Einweihung des Schwimmbads einladen, eine Absicht, die nun, anders als der Pool, ganz neu überdacht werden muss.



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