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14. November 2005 | Gift im See

Gefahr für 3,7 Millionen Menschen

Konstanz/Sipplingen (gro) Anschlag auf das größte Trinkwasserreservoir Europas: Im Bodensee sind in der Nähe der Stelle, wo bei Sipplingen Trinkwasser für 3,7 Millionen Menschen abgesaugt wird, zwei Kanister gefunden worden, in denen sich wahrscheinlich ein giftiges Pflanzenschutzmittel befand. Eine Vergiftungsgefahr habe aber nie bestanden, gaben die Behörden bekannt. Es gibt ein Bekennerschreiben, das der Polizei seit dem 18. Oktober vorliegt. Die Ulmer „Südwestpresse“ erfuhr davon und berichtete über den Fall.

Im Online-Dienst der Hamburger Spiegel-Redaktion war am späten Sonntagabend eine Zusammenfassung der Vorgänge zu lesen. Wir geben den Bericht in Auszügen weiter.

Spiegel-online schreibt: „Die Kanister lagen im nordwestlichen Teil des Bodensees bei Sipplingen, berichtete die ,Südwest Presse` unter Berufung auf Kreise der baden-württembergischen Landesregierung. Die Kanister seien rund 300 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von 70 Metern im Überlinger See entdeckt worden, der Teil des Bodensees ist.

Der mutmaßliche Täter habe in einem anonymen Brief mit der Versenkung weiterer Kanister mit Pflanzenschutzmitteln gedroht. Seine einzige Forderung war, dass die Öffentlichkeit informiert wird.

Die Bodensee-Wasserversorgung (BWV) und die Polizei bestätigten in einer gemeinsamen Presseerklärung, den Eingang eines anonymen Schreibens am 18. Oktober. Nach intensiver Suche seien am Mittwoch zwei Behältnisse vom Seegrund geborgen worden. Ihr Inhalt werde derzeit untersucht.

Erste Proben aus dem Rohwasser und aus dem aufbereiteten Trinkwasser hätten den Nachweis einer Verunreinigung mit dem Unkrautvernichtungsmittel Atrazin sowie weiteren giftigen Substanzen erbracht, berichtet die Zeitung. Die Mengen hätten jedoch unterhalb der zulässigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung gelegen. Es habe zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung bestanden. Für Atrazin gibt es seit 1991 ein generelles Anwendungs-, aber kein Besitzverbot. Die Bodenseewasserversorgung liefert Trinkwasser für 3,7 Millionen Menschen, 18 Wasserwerke greifen auf den See zu.“



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