Landung direkt im Weihnachtsmarkt
Konstanz (gro) Der Katamaran wird seine Gäste direkt im Weihnachtsmarkt anlanden. Das neue Schnellboot macht’s außerem erforderlich, dass die Schlemmerecke im Hafen verlagert wird, und zwar in Richtung Imperia. Bildhauer Peter Lenk, Schöpfer der steinernen Hafenschönen, soll der Verschiebung unter der Auflage zugestimmt haben, „jeden zweiten Abend soviel Glühwein verteilen zu dürfen wie ich will“. Unberührt von der Neuordnung bleibt die Anzahl der Verpflegungsstände. Heinrich Stracke und Gerhard Bartels, die beiden Marktmacher, versichern übereinstimmend: „Nach wie vor sind es fast genau 20 Prozent der Stände, an denen es zu Essen und zu Trinken gibt.“ Ein aussichtsreiches Glücksspiel soll einen besonderen Anreiz geben.
Kritische Größe erreicht
Die Ausdehnung des seit Jahren ohnehin größten Weihnachtsmarkts am Bodensee ist beschränkt, und weder Stracke noch Bartels wollen den Markt noch größer haben. Die kritische Ausdehnung, die sich vom Hafen durch die Marktstättenunterführung bis ans obere Ende der Marktstätte hinzieht, sei erreicht, jetzt gehe es um die Optimierung. Mit den Geschäftsleuten, die entlang des vier Wochen dauernden Marktes ihre Läden haben, pflege man ein gutes Einvernehmen. Als neues Element sei die Haltestelle für den Katamaran hinzu gekommen. Die „hoffentlich zahlreichen“ Gäste aus Friedrichshafen würden „direkt in den Weihnachtsmarkt hinein“ anlanden. Man könne sich gut vorstellen, dass die Stadtwerke günstige Spezialbillette anböten, sagte Stracke.
Möglichst mit Herz und Seele
Zum Marktgeschehen, das nächste Woche anheben wird, gehört erneut ein umfangreiches Kinderprogramm, und dazu auch dieses Jahr eine kleine Arena mit Ponys. Anlage und Betrieb seien vom Tierschutzverein zertifiziert: Für die Ponys gälten zum Beispiel genau vorgeschriebene Arbeitszeiten und Pausen. Im übrigen habe man nicht nur auf ein passendes Angebot der Marktteilnehmer geachtet, sondern nach Möglichkeit auch darauf, dass es „Leute sind, die gerne, mit Herz und Seele und möglichst auch mit einer echten Begeisterung dabei sind“, sagten Bartels und Stracke.
In Sachen Los- und Spendenaktion tut sich der Weihnachtsmarkt auch dieses Jahr hervor. Zum einen sind die Gewinnchancen ungewöhnlich gut: Jedes zweite Los wird ein Treffer sein, wobei die insgesamt 130 Marktteilnehmer 10.000 Gewinne zur Verfügung stellen. Hauptgewinn ist ein Automobil.
Projekte in Indien und im Senegal
Gewicht hat ferner die Regelung, dass mit dem Reinerlös aus der Verlosung zwei Projekte in der Dritten Welt gefördert werden: Die eine Hälfte des Geldes geht nach Ladakh in Indien, wo die Patenschaft für ein 6-jähriges Mädchen übernommen wurde. Das Ergebnis der letztjährigen Aktion sicherte Stanzin Yanges, so heißt die kleine Inderin, Lebensunterhalt und Schulbildung für vorerst 5 Jahre. Die beiden Weihnachtsmarkt-Macher haben sich verpflichtet, die Patenschaft für insgesamt 13 Jahre sicherzustellen.
Die reibungslose Förderung des zweiten Projekts garantiert Christa Fritschi aus Singen. Es geht um den Aufbau einer Schule für 47 Kinder in der senegalesischen Stadt Ngolar. Mit dem Erlös des vergangenen Jahres wurden die Sanitäreinrichtungen der Schule errichtet. Christa Fritschi sorgt dafür, das jeder Cent des Spendengeldes aus Konstanz in Ngolar ankommt und ausschließlich für das Projekt verwendet wird.





