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23. Januar 2006 | Wenn die Temperaturen sinken

Kunst hilft gegen die Kälte aus Sibirien

Konstanz (gro) Im Osten Deutschlands ist sie bereits angekommen, die Kälte aus Sibirien. In weiter abgeschwächter Form wird sie auch uns erreichen. Spätestens zum Ende der soeben beginnenden Woche gehen die Temperaturen auch bei uns in den Keller, die uns das Hoch mit dem harmlosen Namen Claus beschert. Zeit für ein paar Tipps, wie dem Winter einige durchaus angenehme Seiten abzugewinnen sind. Zum Beispiel dadurch, dass man sich an an den schönen Künsten erwärmt, etwa einer Doppelausstellung mit Werken des fotorealistischen Malers Franz Gertsch. Ausgestellt ist dort auch dessen berühmtes, 2,34 mal 3,46 Meter großes Bild „Marina schminkt Luciano“ (links oben ein Ausschnitt) aus dem Jahre 1975, das sonst im Museum Ludwig in Köln hängt.

Im gut geheizten Zug durch die Winterlandschaft

Was kann gemütlicher sein, als in einem gut geheizten Schweizer Intercity durch die Winterlandschaft zu brausen! Solange die Doppelausstellung in Bern und Burdorf noch läuft, gibt es zudem 20 Prozent Ermäßigung auf den Eintritt und auf die Bahnfahrt. Das Stelldichein mit einem der angesehensten und faszinierendsten Künstler unserer Zeit ist auch sehr bequem zu bewerkstelligen. Jede Stunde (immer 3 Minuten nach der vollen Stunde) startet in Konstanz ein moderner Schweizer Neigezug (ICN). Die Fahrzeit nach Bern (umsteigen in Zürich) beträgt zweieinhalb Stunden. Weitere Verbindungen gibt es immer 20 Minuten nach der vollen Stunde.

Im Kunstmuseum Bern sind Arbeiten Gertschs aus den Jahren 1977 bis 2005 zu besichtigen. Das Museum in der Hodlerstraße, vom Bahnhof zu Fuß in 10 Minute zu erreichen, ist dienstags 10 bis 21 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Zum 75. Geburtstag des Künstlers

Die zweite, ergänzende Ausstellung, mit Werken des Künstlers bis 1976, ist im nahen Burgdorf (mit dem Zug ab Bern 12 Minuten), 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt. Ein steinreicher Fan des Künstlers, hat ihm dort, in der Platanenstraße 3, ein eigenes Museum gebaut, das „museum franz gertsch“. Dieses Museum ist Dienstag bis Freitag 11 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Anlass für die Doppelaustellung, die erste umfassende Retrospektive zu dem Schaffen von Franz Gertsch, ist dessen 75. Geburtstag, der im vergangenen Jahr anstand. Doch der Grund für die Werkschau ist die herausragende Stellung, die Franz Gertsch in der zeitgenössischen Malerei einnimmt. Neben dem Amerikaner Chuck Cose gilt Gertsch als wichtigster Vertreter der Malerei des Fotorealismus gilt. Gertsch, der unter anderem die Rocklegende Patti Smith portraitierte, prägt mit seinen meist großformatigen Arbeiten aus der Hippie-Ära bis heute das Bild unserer Zeit.

„Gegenentwurf zur Hochgeschwindigkeitswelt“

In den achtziger Jahren konzentrierte sich Gertsch auf das menschliche Gesicht, wobei er „das klassische Portrait zu regelrechten Gesichts-Landschaften“ entwickelte, wie es einer Beschreibung zur Ausstellung heißt. Geradezu sensationell sind die Holzschnitte des Künstlers, die in den vergangenen Jahren entstanden: Schier unglaublich feinpräzise Arbeiten, die in einem beispiellosen Zeiteinsatz entstehen und die Grenzen des Materials aufzulösen scheinen. Freunde des Künstlers sehen vor allem in diesen Werken „einen Gegenentwurf zur technisierten Hochgeschwindigkeitswelt“.

Für die Doppelausstellung, die am 12. März zu Ende geht, sind Werke aus zahlreichen Sammlungen und Museen zusammengetragen worden. Insofern ist die Retrospektive zum 75. Geburtstag des wohl größten lebenden Schweizer Künstlers eine einmalige Gelegenheit für Kunstfreunde.

Warme Mütze gegen kalten Wind

Bei aller Freude an der Kunst sollen ein paar praktische Tipps für den kälter werdenden Alltag nicht vergessen werden. Eine warme Mütze ist bald nötiger denn je. Denn es sinken nicht nur die Temperaturen, sondern es wird auch windig, und das ist im Winter besonders gefährlich. Wer ein schwaches Herz hat, sollte sich besonders gut einpacken, wenn er nach draußen geht. Denn wer in der Kälte zittert, belastet den Kreislauf .

Auch die Dichtungen besprühen

Auch die Autofahrer müssen sich jetzt besonders wappnen. Jetzt gehört der Türschloss-Enteiser in die Manteltasche, und nicht nur die Schlösser sollten regelmäßig mit Silikon eingesprüht werden, sondern auch die Dichtungsgummis am Kofferraum und in den Autotüren. Bereitliegen sollte ferner ein Starthilfekabel, denn Batterien geben gerade in der Kälte gerne den Geist auf.



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