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18. Februar 2006 | Mützen sollen zurück ans Suso

Elitäre Kopfbedeckungen werden versteigert

Konstanz (gro/fsf) Ida Fend-Richter will sie heim holen ans Heinrich-Suso-Gymnasium, die Mützen berühmter Schüler, die heute von Carlo Karrenbauer versteigert werden. Die elitären Kopfbedeckungen wurden dem Auktionator aus einem Nachlass anvertraut. Die Mützen bedeckten Häupter, die später zum Teil große Berühmtheit erlangten. Der Philosoph Martin Heidedegger trug solche Mützen, als er von 1903 bis 1905 Schüler des Suso-Gymnasiums war, und auch Erich Bloch, der jüdische Historiker und Philosoph, war ein „Susosianer“.

Karrenbauer wertet die Mützensammlung als „Top-Rarität der Schulgeschichte“. Kein Wunder dass Ida Fend-Richter, die am Suso Deutsch, Englisch und Philosophie unterrichtet, mit Hilfe von spendablen Fördereren der Schule alles daran setzen wird, die von ihren einstigen Eignern signierten Kopfbedeckungen zu erwerben, und zwar fürs Suso-Gymnasium, dem vor 402 Jahren von den Jesuiten gegründeten Schule. Oberstudiendirektorin Fend-Richter kann sich gut vorstellen, die Mützen in Vitrinen als ein Stück Schulgeschichte auszustellen, garniert mit kurzen Lebensbeschreibungen ihrer berühmten Träger.

Unter ihnen befanden sich Gelehrte wie der Germanist Emil Steiger oder der katholische Theologe Max Josef Metzger, der 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Auch Oberbürgermeister Horst Frank hat am Suso sein Abitur gemacht.

Die grünen, roten und blauen Schildmützen wurden anlässlich der Reichsgründung 1870/71 eingeführt und in den letzten drei Schuljahren an Gymnasien getragen. Unter den Nationalsozialisten wurden die Mützen als “Ausgeburt des Klassendünkels” verboten und nach 1945, nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, nur ganz vereinzelt, wie zum Beispiel am Ravensburger Spohn-Gymnasium, vorübergehend wieder eingeführt. Man sieht solche Mützen heute noch vor allem bei studentischen Verbindungen.



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Ein Kommentar

  1. 1. scheinwelt

    War wieder klar, dass das Geld anstatt für anständige Schulutensilien wieder für irgendwelchen anderen unnötigen “Schmarrn” ausgegeben wird. Welchen Suso Schüler wird es interessieren solche Mützen anschauen zu können. Oh prestige braucht unsere Schule?
    Man erwartet einen sagenhaften Schülerzuwachs von 16 Schülern für den Hochbegabtenzug.
    Und dafür muss man x millionen Euro ausgeben?

    die klassenzimmer sind immernoch wie vor 50 Jahren.

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