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9. Dezember 2006 | Friedhelm Schaal soll vollständiger Amtsleiter werden

Wiedemann wittert einen „Freundschaftsdienst“

Konstanz (gro) Jürgen Wiedemann sieht Anzeichen für einen „Freundschaftsdienst“ des Oberbürgermeisters zu Gunsten von Stadtmarketing-Chef Friedhelm Schaal. Den Verdacht äußerte der Stadtrat in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Schaal soll anscheinend zu 100 Prozent in die Stadtverwaltung eingegliedert werden. Seit eineinhalb Jahren leitet er neben der Stadtmarketing GmbH zu 50 Prozent das städtische Wirtschaftsförderungsamt. Nun soll wohl für die Leitung des Stadtmarketings ein neuer Chef gesucht werden. OB Horst Frank weist den Vorwurf des Stadtrats zurück, der zusammen mit Frieder Schindele die Neue Linie (NLK) im Gemeindeparlament vertritt. Wiedemann (Bild) stößt sich vor allem an der „offensichtlichen Heimlichtuerei und Salamitaktik in dieser Personalangelegenheit“.

Horst Frank verweist auf interne Absprachen

Den Anlass für die vorübergehende Aufregung im Ausschuss gab der Stellenplan der Stadtverwaltung, in dem die Leitung des Wirtschaftsförderungsamts nunmehr als 100-Prozent-Stelle festgeschrieben ist. Dies geschah laut Wiedemann in aller Stille und ohne dass zuvor der Name Friedhelm Schaal, also der Name des Nutznießers, offen genannt worden sei. Dem widersprach Horst Frank, der auf interne Absprachen mit den Fraktionen verwies.

Schaals Tanz auf zahlreichen Hochzeiten

Wie sich herausstellte, waren allerdings weder Wiedemann noch sein NLK-Ratskollege Schindele in die Angelegenheit eingeweiht. Auch PDS-Stadträtin Vera Hemm dürfte ahnungslos gewesen sein. Walter Pilz von der FWG hielt dieser Tatsache zwar entgegen, dass „jeder, der es wissen wollte, auch erfahren konnte“. Doch Wiedemann hielt den Verdacht einer „Kumpelpolitik“ weiter aufrecht. Und wenn sich Friedhelm Schaal, der, wie man wisse, auf zahlreichen Hochzeiten tanze, zu viel aufgehalst habe, müsse er eben bestimmte Projekte wieder abgeben.

Kräftezehrende Projekte

So habe Schaal dem Stadtmarketing etwa den kräftezehrenden Konstanzer Flohmarkt einzuverleiben gewusst, der zuvor im wesentlichen von der Neuen Linie und deren ehrenamtlichen Helfern veranstaltet worden war. Wiedemann: „Ich finde es jedenfalls nicht korrekt, wenn Schaal als Chef des Stadtmarketings immer mehr an sich zieht, dann sagt, dass es ihm zu viel ist und dass dies dann wiederum die Begründung dafür abgibt, dass er der neue komplette Leiter des Wirtschaftsförderungsamts wird, für das man angeblich anderweitig keinen geeigneten Fachmann finden kann.“

Vor zwei Jahren ein Sparvorschlag der CDU

Wiedemann erinnert auch daran, dass es eine Zeit gab, da man prüfen wollte, ob sich das Amt für Wirtschaftsförderung nicht mit dem Stadtmarketing und der Touristinformation (TI) zusammenlegen lasse. Den Sparvorschlag eines solchen Dreier-Verbundes hatte die CDU-Fraktion Ende Dezember 2002 der Verwaltung gemacht. „An eine überzeugende Antwort darauf kann ich mich nicht erinnern“, sagt Wiedemann.

Andere Ratsmitglieder sehen es gelassener

In den anderen Gruppierungen des Gemeinderats sieht man die aktuelle Entwicklung gelassener. Allgemein wird Schaal bescheinigt, in der Tat zu einem Fachmann in Sachen Wirtschaftsförderung heran gewachsen zu sein. Seine persönliche Nähe zum Oberbürgermeister, dessen jüngster Wahlkampf von Schaal betreut wurde, wird keineswegs als Nachteil angesehen, sondern als eine Verbundenheit, von der beide Männer im guten Sinne profitieren können. Endgültig entschieden über die Personalie Schaal wird frühestens in der nächsten Sitzung des Gesamtgemeinderats.

Schaal, 51, leitet die von der Stadt beherrschte Stadtmarketing GmbH seit ihrer Gründung im Jahr 2000. Der Vertrag des gelernten Diplomingenieurs und gebürtigen Schwaben, der als 18-jähriger zum Studium nach Konstanz kam, wurde zwischenzeitlich bis 2010 verlängert.



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2 Kommentare

  1. 1. Dr. Walter Rügert

    Hallo Herr Gropper,
    Ihr Artikel enthält zwei falsche Behauptungen, die wir hier richtig stellen möchten:
    Falsch ist die Behauptung, dass die Stadträte Frieder Schindele und Vera Hemm in die Angelegenheit „Besetzung der Stelle Wirtschaftsförderung“ nicht eingeweiht waren. Oberbürgermeister Frank hat in der Fraktionssitzung am 20.11.2006 informiert, dass aufgrund der hohen Arbeitsbelastung im Bereich der Wirtschaftsförderung angestrebt wird, die Stelle statt mit bisher 30 % künftig wieder zu 100 % zu besetzen. Weiterhin informierte er darüber, dass er für die Gemeinderatssitzung im Januar eine Sitzungsvorlage erstellen wird, in der er Herrn Schaal weiterhin als Leiter der Wirtschaftsförderung vorschlagen wird. Bei der Fraktionssitzung war auch die Stadträtin Vera Hemm anwesend. Sie wie auch Stadtrat Frieder Schindele haben das Protokoll der Fraktionssitzung erhalten, in dem der Sachverhalt dokumentiert ist.

    Falsch ist auch die Behauptung, Herr Schaal habe den Wahlkampf von Oberbürgermeister Frank betreut.

    Beste Grüße,
    Dr. Walter Rügert
    Stadt Konstanz
    Pressereferent

  2. 2. Hilmar Wörnle

    Hallo,

    ich bitte darum richtigzustellen, daß nicht das Stadtmarketing sich den ‘Flohmarkt einverleibt’ hat, sondern die damaligen Macher von Hallo Konstanz e.V. aktiv auf das SMK zugegangen sind und gebeten haben, diesen zu übernehmen. Über die Motivation und Gründe hierfür, kann Stadtrat Frieder Schindele, Mitglied von Hallo Konstanz e.V. Auskunft geben.

    freundlich grüßt
    Hilmar Wörnle

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