Dornröschen » Blog Archive » Gas bis zu 28 Prozent teurer als in Norddeutschland
Leserkommentare
 
Sponsoren
4. Januar 2007 | Stadtwerke Konstanz im Mittelfeld

Gas bis zu 28 Prozent teurer als in Norddeutschland

Konstanz (gro) Die Stadtwerke Konstanz verlangen für Gas bis zu 28 Prozent mehr als Anbieter in Norddeutschland. Dies geht aus einer Statistik hervor, die vom Bundeskartellamt zusammengestellt worden ist. Konstanz liegt trotzdem im Mittelfeld. Noch teurer ist Gas in Bayern. Dort liegen die Preise teilweise noch einmal bis zu 18 Prozent höher als in Konstanz.

Die Kleinen beutelt’s am schlimmsten

Die höchsten Preise werden in Konstanz von Kleinabnehmern verlangt. Wie das Kartellamt ermittelte, zahlt ein Konstanzer Haushalt, der im Jahr für 7000 Kilowattstungen (kWh) Gas bezieht, 491 Euro. Im niedersächsichen Soltau kostet die gleiche Menge Gas nur 381 Euro, also 28 Prozent weniger. Noch wesentlich teurer als in Konstanz ist die fragliche Gasmenge im saarländischen Völklingen, wo dafür fast 564 Euro verlangt werden. Mit 7000 Kubikmeter kommen allerdings viele Haushalte nicht aus.

Bis zu 36 Prozent Unterschied

Wer seine Etagenheizung samt Warmwasserversorgung mit Gas betreibt oder ein kleineres Einfamilienhaus mit Gas versorgt, kommt leicht auf einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh. Dafür werden in Konstanz 1144 Euro fällig, in Norddeutschland, etwa in Magdeburg, nur 972 Euro oder 18 Prozent weniger. 36 Prozent teurer als in Magdeburg - und 18 Prozent teurer als in Konstanz – ist das Gas in Blaubeuren und Heilbronn.

„Nur bedingt vergleichbar“

Gaslieferanten machen darauf aufmerksam, dass die Gaspreise nur „bedingt vergleichbar“ seien. Einbezogen in den Preis müssten auch Kosten wie die Konzessionsabgabe an Kommunen und besondere Leistungen für das Versorgungsnetz. Grundsätzlich aber, so heisst es bei den Wettbewerbshütern des Kartellamts, seien überdimensionierte Preisunterschiede für das gleiche Produkt nicht von der Hand zu weisen. Und leider habe der Verbraucher keine Wahl. Die Preisentwicklung sei typisch für ein Produkt, das nicht dem Wettbewerb ausgesetzt sei.

Kartellamt prüft eventuellen Missbrauch der Marktmacht

Verbraucherorganisationen hoffen, dass das Kartellamt auch die Strompreise bundesweit unter die Lupe nimmt. Doch bereits auf Grund der verliegenden Erkenntnisse über die Gaspreisgestaltung will das Kartellamt prüfen, ob die Versorgungsunternehmen eventuell ihre Marktmacht missbrauchen.

Die vergleichende Untersuchung des Kartellamts zu den Gaspreisen ist im Internet über die Seite www.bundeskartellamt.de einzusehen.



 Kommentieren    Trackback    Drucken

Ein Kommentar

  1. 1. enzo

    Nun, in Konstanz ist das natürlich nochmal anders: Der hiesige Versorger Stadtwerke “gehört” der Stadt. Die Konzessionsabgabe wäre nichts anderes, als von der rechten in die linke Tasche zu wirtschaften. Es ist aber eine interessante Form der Schröpfung der Einwohner. Ein geringer Trost ist, dass es anderswo noch teurer ist. Man kann nur anraten, dass möglichst viele Bürger der (einseitigen) Preiserhöhung widersprechen, die Stadtwerke zur Offenlegung ihrer Kalkulation zwingen und auf Grund des hohen Verwaltungsaufwands dort eine gewisse Abschreckung entsteht, jede “Preisrunde” mitzumachen.

Neuen Kommentar schreiben ...