Konstanz (gro) Jetzt ist sie offiziell, die neue Organisationsstruktur des kommunalen Kulturbereichs. Und das auch ohne das Einverständnis des Gemeinderats. Spätestens heute erreicht die Fraktionen des Gemeinderats eine entsprechende Mitteilung. Bürgermeister Claus Boldt (Bild) hat nun endlich seine Stabsstelle, das Kulturbüro. Es ist am Kulturdezernenten einseitig angedockt. Gekappt ist dagegen die Verbindung des Kulturbüros zu Waltraut Liebls Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft, wie sie in der Gemeinderatssitzung am 25. Januar von der Verwaltung noch dargestellt worden war. Zum Ausgleich ein längerer Name Insofern dürfte die Mitteilung des Oberbürgermeisters zumindest auf Jürgen Leipold befremdend wirken. Der SPD-Fraktionsvorsitzende hatte die Verwaltung aufgefordert, dem gestutzten Kulturamt, das wie zum Ausgleich für die personelle Ausdünnung den langen Namen „Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft“ erhielt, die nominelle Zuständigkeit für kulturelle Aufgaben weiter zuzueignen und die Behörde in „Amt für Schulen, Wissenschaft und Kultur“ umzubenennen. Geschehen ist das tendenzielle Gegenteil: Das „Kulturbüro“ bleibt nicht nur ausgegliedert, sondern wird nun auch noch von Liebls verkleinertem Amtsbereich komplett abgetrennt, und das, obwohl Liebl-Kopitzki schon wegen ihrer großen Erfahrung auch weiterhin mit kulturellen Aufgaben betraut werden wird. „Herr Boldt und ich…“ Die Mitteilung des Oberbürgermesiters zur Neuorganisation ist, wie gesagt, irritierend. Denn Horst Frank schreibt an die Fraktionen, nach der Sitzung des Gemeinderats am 25. Januar habe „die Verwaltung die Anregungen und Hinweise aus der Sitzung überprüft und ausgewertet“. Und weiter: „Herr Boldt und ich haben die Thematik nochmals mit allen beteiligten Mitarbeitern sowie der Personalvertretung besprochen“, und daraufhin sei die „Organisationsverfügung“ erlassen worden. Ins Gegenteil verkehrt Mit anderen Worten: Die Anregungen des Gemeinderats, zu denen neben Leipolds Vorschlag auch der von Stadträten dreier Fraktionen unterzeichnete Antrag gehörte, die Umorganisation bis zu einer einvernehmlichen Übereinkunft auszusetzen, wurden von der Verwaltungsspitze nicht nur ignoriert, sondern im Falle der einseitigen Zuordnung des Kulturbüros sogar ins Gegenteil verkehrt. Damit ist nun die Umorganisation des Kulturbereichs Wirklichkeit geworden, wie sie von dornroeschen bereits im Mai des vergangenen Jahres angekündigt worden waren. Fazit: Neun Monate haben nicht ausgereicht, eine Lösung herbeizuführen, der alle Seiten hätten zustimmen können. Denn die Verwaltungsspitze hat, wie sich nun zeigt, an ihrem ursprünglichen Konzept bis zum Schluss festgehalten und ihre Vorstellungen am Ende diktiert.
2 Kommentare
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“selbstherrlich” wäre treffender in der Headline als “einseitig”. Denn die Arroganz der Stadtververwaltung, nicht nur gegenüber dem Gemeinderat, ist tatsächlich unverschämt, undemokratisch, unannehmbar. Nur: Warum wehrt sich der Gemeinderat nicht? Wen haben wir da gewählt? Nur Weicheier und keine streitbaren Demokraten? Da fehlt ein wackerer (!) Venedey. Grüß Gott Anselm.
Lieber Hans-Peter,
danke, dass Du Lehrstunden in “Wackersein” erteilst. Aber Du verrätst dabei zu viel von Dir. Schade!
Und nur zur Erinnerung für Dich: These-Antithese-Synthese; These-Antithese-Synthese; These-Antithese-Synthese…
Klingelt’s?
Ho Narro
wünscht
Anselm