Konstanz/Kreuzlingen (gro) Die Invasion der orangefarbenen Abfallkübel macht anscheinend vor gar nichts Halt: Die vor fünf Wochen glanzvoll in Szene gesetzte Kunstgrenze auf Klein Venedig ist inzwischen ergänzt worden durch etliche jener unsäglichen Plastikgefäße, die Europa von Oslo bis Palermo verschandeln. Ausgerechnet dort, wo nahe des Ufers ein Weidenbaum weichen musste, um den Blick frei zu geben auf Johannes Dörflingers Arkana, reckt sich nun ein Abfallkorb in die Perspektive. Den Kinderspielplatz konsequent vergessen Es ist eine ganze kleine Orgie in orangefarbener Plastik, die sich neuerdings entlang der Uferpromenade auf Klein Venedig entwickelt hat. „Jedem Bänkchen sein Abfallkörbchen“, so lautet anscheinend das Motto dort unten, wo nun die Wasserkante von Unrat möglichst frei gehalten werden soll. Kurios nur, dass von den kommunalen Entsorgungsbesorgten das Kinderspielgelände weiter stadteinwärts offensichtlich vergessen wurde: Dort, wo man Abfallkörbe wirklich dringend brauchen würde, fehlen sie, und zwar konsequent. Besser mit einem Konzert- und Kongresszentrum Vielleicht ist das mit den Abfallkübelchen auch nur eine so genannte Probestellung. Moderneres Gerät ist ja, auch in Konstanz, bereits mehrfach ausprobiert worden. Klein Venedig als Versuchsgelände? Wenn das so wäre, sollte man es endlich einmal als Standort für ein Konzert- und Kongresszentrum testen.
9 Kommentare
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Im Vergleich zu Dörflingers Esoterik-Müll wirkt jeder orange Abfalleimer wie eine Donald Judd-Instalation. Liebe Verwaltung, bitte mehr davon! Bis man die volksverdummenden Eisenbügel nicht mehr sieht…
Bei dem Mülleimer handelt es sich um das einizg vernünftige Teil auf dem Gelände. Schade nur dass er so klein ist. Dann könnte man den ganzen Müll dort hinpacken…..
Der Mülleimer ist das Highlight dieser Installation, und er verursacht wenigstens kein Augenkrebs ..
am nächsten sonntag jedem bürger einen topf farbe in die hand und einfach bunt anmalen! kunst von jedermann, für jedermann
Müll ist Müll.Und der gehört n i c h t in die Landschaft.
Macht Euch nicht das Leben so schwer. Schaut über
gelbe Tonnen hinweg - und freut Euch des Lebens - und denkt
an Trittin, dem wir alles verdanken - wisst Ihr noch ?!!
Wer war Trittin ? Frage beui Günter Jauch ??
Big Dschi DabbelJuu
Das musste wohl so kommen, wenn PRIVAT fianzierter Kunst im öffentlichen Raum städtisches Gebrauchsmobiliar zur Seite gestellt wird, und dann jeder “Sachverständige” hier im Forum seinen MÜLL dazukippen darf.
Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich ja vortrefflich streiten…
Also nun muss ich ja schon mal die Frage stellen, wie man “Privat finanziert” definiert. Klar: die Kunstgegenstände wurden von der Dörflinger-Stiftung bezahlt. Aber Fundamente etc. wurden aus der Stadtkasse finanziert. Von sofern bin ich auch der Meinung, dass “privat finanziert” nicht ganz korrekt verstanden wird, wenn der Leser den Hintergrund nicht kennt.
Dabei stellt sich mir - mal wieder - die Frage: wenn ich nun der Stadt ein “Kunstwerk” schenke, nimmt diese dies dann auch ohne großes Hinterfragen an? Denn dann könnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Einen Bezug zu Konstanz muss das Ganze ja wohl nicht haben, denn ansonsten hätten wir auch diese Esoterik Sch…. nicht aufs Klein Venedig stellen müssen. Hier hätte man ganz sicher auch Kunst mit lokalem Bezug schaffen können.
Schade um die verpasste Chance!
Welch erfreuliche Kommentare!
Hätte nicht mit so vielen wunderbaren Äusserungen zu diesem Esoterikscheiss gerechnet!
Damit es jetzt aber lustig wird, sollten auch noch ein paar Dörflinger- oder Hundertwasserfans empört Stellung beziehen.
Kunst ist das, was man als Kunst bezeichnet, aber nicht das, was man unter Kunst versteht. Zumindest sind diese “esoterischen Bügel” nicht so langweilig wie ein Maschendrahtzaun.