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6. September 2007 | Peter Zahrt ist wieder ganz da

Staunen im Haidelmoosweg

Konstanz (gro) Er war nie ganz weg, doch nun ist er wieder ganz da: Peter Zahrt, der Menschenfreund, der Zeichner, Maler, Naturschützer und Lehrer. Seit 1974 lebt der Künstler am Bodensee. Zunächst in Konstanz, während der vergangenen Jahre am schweizerischen Unterseeufer, doch nun ist er wieder zu Hause in der Hauptstadt am See, ab sofort auch fest verankert mit einem Atelier. Dort, in der neu gegründeten Werkstatt im Heidelmoosweg 25a, gibt es kommenden Sonntag einiges zu sehen und zu erleben: Der Künstler lädt ein in seine neue „Schule des Staunens“.

Die Liebe ebnete den Rückweg in die Metropole

Es ist die Liebe, die den Mann mit der hessischen Schwertgosch zurück in die Bodenseemetropole gebracht hat. Noch nie habe er sich, bekennt der Künstler, so gut mit jemandem verstanden wie mit Regine Klett, seiner jüngsten Lebenspartnerin. „Und das“, so betont Zahrt ausdrücklich, „liegt keineswegs nur daran, dass Regine so fantastisch zuhören kann.“ Hinzu kommt die Liebe zur alten, ehrwürdigen, ehemaligen Bischofsstadt Konstanz, die der Künstler mit der rund um den See bekannten und geschätzten Journalistin vollumfänglich teilen kann.

Zündende Idee: Kunst für Kinder

Peter Zahrt war es, der nach dem Reaktorunfall des Jahres 1986 im ukrainischen Tschernobyl die Idee hatte, geschädigten und bedrohten Kindern zu helfen. „Wir Künstler“, so sagte Zahrt damals, „sollten unsere besonderen Talente immer wieder ganz konkret in den Dienst der besonders benachteiligten und der schwächsten Mitmenschen stellen.“ Ganz in diesem Sinne kreierte er das Motto „Kunst für Kinder“. Ziel war es, Kindern in der Ukraine und in Russland zu helfen, die unter dem Reaktorunfall von Tschernobyl zu leiden hatten. Als konkrete Objekte der Aktion gerieten zwei Heime in den Focus, in denen Waisenkinder mehr schlecht als recht untergebracht waren: Das Kinderheim in Gorodnja bei Tschernobyl und das Kinderheim in Nowomoskowsk, wo nahe Moskau ein besonders schwerer radioaktiver Niederschlag zu verzeichnen war.

Um des kurz zu machen: Peter Zahrts Idee zündete. Und wie! Von Künstlern und auch von Sammlern spendierte Kunststücke, die von Auktionator Carlo Karrenbauer im Südkurier-Medienhaus öffentlich versteigert wurden, brachten die Tschernobyl-Hilfe ganz entscheidend voran. Dreimal, jeweils in der Vorweihnachtszeit, war das Konstanzer Medienhaus zwei Tage lang Treffpunkt von Künstlern und Kunstfreunden, wo die gespendeten Bilder, Objekte und Skulpturen zuerst einen Tag ausgestellt wurden und dann unter den Hammer kamen. Fast 70.000 Mark kamen damals durch diese drei Auktionen zusammen.

Der Künstler als Menschenfreund und Naturschützer

Als engagierter Menschenfreund outete sich Zahrt einem breiteren Publikum in etlichen Ausstellungen. Typisch dafür sein Bild „Achtung Natur“, ein verfremdetes Straßenverkehrsschild, ein typisches Verbotsschild, das vor über zehn Jahren als Exemplar einer Ausstellung im Rosgartenmuseum zu einer ganz neuen Sichtweise provozierte. Das Bild ist typisch für Zahrt. Erstens ist es zeichnerisch hervorragend ausgeführt, zweitens kündet es vom Charakter seines Schöpfers, der zumindest vorerst weiter darauf verzichtet, „l’art pour l’art“ zu handeln, sondern sich auf seine direkte Weise zum immerwährenden Engagement für den Menschen verpflichtet fühlt.

Das Ziel sind 1000 Porträts

Die prinzipiell menschenfreundliche Einstellung war auch die Voraussetzung, die Aktion „1000 Gesichter“ zu starten, Zahrts noch immer nicht aufgegebenen Versuch, eben 1000 Konstanzerinnen und Konstanzer zeichnerisch zu bannen – mit ihren typischen Charakterzügen. Immerhin, ein ansehnlicher Teil solcher Portraits ist schon auf Zeichenkarton gebannt. Am kommenden Sonntag ist im Haidelmoos (von 11 bis 20 Uhr) sicher Gelegenheit, das eine oder andere Portrait zu bestaunen – in Peter Zahrts neuer „Schule des Staunens“.



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