Klaus-Peter Kleiner verlässt die CDU
Konstanz (gro) Der Gemeinderat kommt nicht zur Ruhe: Jetzt hat Klaus-Peter Kleiner die CDU verlassen, und zwar gründlich. Kleiner zieht sich zurück aus Partei und Fraktion. Und Roland Bunten, der Leiter des städtischen Hauptamts, muss die vielen nachgeordneten gemeinderätlichen Gremien, Ausschüsse und Beiräte, neu ausrechnen. CDU und Grüne sind nun im Gemeinderat mit je 10 Sitzen gleich stark. Es folgen die SPD und die Freien Wähler mit je 8 Sitzen. Aus dem Trio der Einzelkämpfer mit Vera Hemm (Linke), Jürgen Wiedemann (Neue Linie) und Heinrich Everke (FDP) ist jetzt dank Klaus-Peter Kleiner ein Quartett geworden.
Vierer-Club der einsamen Herzen
Theoretisch könnte sich der „Club der einsamen Herzen“, wie das Quartett in Ratskreisen schon spöttisch genannt wird, zu einer Zählgemeinschaft zusammenschliessen und Fraktionsstatus bekommen. Es sind auch allerlei andere Variationen möglich. Die Lage ist kompliziert, und es ist kaum anzunehmen, dass die anstehende Neubesetzung der Gremien einstimmig gebilligt wird. Dies aber wäre die Voraussetzung für eine rasche Erledigung per Akklamation. So aber und so kurz vor den Gemeinderatsneuwahlen im kommenden Juni muss sich Roland Bunten auf etliche geheime Wahlgänge und womöglich auch auf die eine oder andere Auslosung einstellen.
Noch nie gab es so viel Bewegung im Stadtparlament
Eine noch nie da gewesene Bewegung innerhalb des Stadtparlaments begann vergangenen März, als Regine Rebmann-Damrau und Dieter Fulde aus der bis dahin dreiköpfigen FDP-Fraktion austraten, sich den Freien Wählern anschlossen und Heinrich Everke allein sitzen liessen. Im Dezember rückte Frieder Schindele nach links zur SPD. Seither vertritt ausschliesslich Barbarossa-Wirt Jürgen Wiedemann die Neue Linie. Und nun Klaus-Peter Kleiner.
„Es wird auf alle Fälle spannend“
„Dass ich innerhalb eines halben Jahres die Ratsgremien dreimal ausrechnen muss, das habe ich noch nie erlebt“, sagt Bunten. Vergangenen Monat geschah das wegen Schindeles Wechsel zur SPD zum ersten Mal, jetzt folgt wegen Kleiners Neuorientierung die zweite Ausrechenrunde, und die dritte Runde wird nach den Gemeinderatswahlen am 7. Juni fällig. „Es wird auf alle Fälle spannend“, sagt Roland Bunten, „mal sehen, wie der nächste Gemeinderat aussieht.“
„Wir haben Stillschweigen vereinbart“
Weder Klaus-Peter Kleiner selbst noch Alexander Fecker, sein bisheriger Fraktionschef, wollen das Ausscheiden des bisherigen CDU-Stadtrats aus Fraktion und Partei kommentieren. „Wir haben Stillschweigen vereinbart“, sagen sie übereinstimmend. Über die Gründe für Kleiners überraschenden Schritt kann deshalb zur Zeit nur spekuliert werden. Vergangene Woche hatte Kleiner das Posten-Geschachere der Ratsfraktionen scharf kritisiert. Moglicherweise hängt seine Neuorientierung damit zusammen. Klar ist bislang nur, dass sich Kleiner zumindest vorerst keiner anderen Fraktion anschliessen wird.






Bravo Klaus-Peter Kleiner, meine Hochachtung! Bitte nennen Sie die Gründe für Ihren Austritt öffentlich. Sonst hat Ihr Schritt ja keinen Sinn. Bleiben Sie in jedem Fall im Stadtparlament, ich werde Sie wählen.