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11. März 2009 | Robert Zollitsch lässt die Konstanzer hoffen

Plädoyer für längst fällige Beförderung der Bischofskirche

Konstanz (gro) Vor 188 Jahren wurde Konstanz der Bischofssitz genommen - nicht zuletzt deswegen, weil Rom damals den unbequem aufgeklärten Ignaz Heinrich von Wessenberg loswerden wollte. Jetzt sieht es so aus, als hätte Konstanz gute Chancen, ein Stück der verlorenen Würde zurück zu gewinnen – nicht zuletzt deswegen, weil mit dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch fast 200 Jahre später ein sehr aufgeschlossener Seelsorger Anführer der deutschen Bischöfe ist. Als erste Wiedergutmachung der 1821 erlittenen Schmach könnte die altehrwürdige Konstanzer Bischofskirche, das Münster Unserer Lieben Frau, zur Konkathedrale des Erzbistums Freiburg erhoben werden. Aufgeklärte kirchliche Kreise trauen es Zollitsch zu, dies durchzusetzen. Das Jubiläum 600 Jahre Konstanzer Konzil, das 2014 bis 2018 begangen wird, wäre der ideale Zeitpunkt für eine Belebung des künftigen Bistums Freiburg-Konstanz.

Ignaz Heinrich von Müller-Fehrenbach

Eifrigster Vorkämpfer einer wenigstens teilweisen Wiedergutmachung der vor 188 Jahren verfügten Abwicklung des Bistums Konstanz, des bis 1821 grössten Sprengels der katholischen Kirche nördlich der Alpen, ist Wolfgang Müller-Fehrenbach. Der sangesfreudige CDU-Stadtrat bemühte zu diesem Thema bereits vor 12 Jahren Manfred Weitlauff, Professor am Institut für Kirchengeschichte an der Universität München. Weitlauff, eine anerkannte kirchenhistorische Kapazität, empfahl die „ … offizielle Erhebung des Konstanzer Münsters zur Konkathedrale des Erzbistums Freiburg“. Auftraggeber des Gutachtens war Müller-Fehrenbach.

Über 1000 Jahre lang grösstes Bistum nördlich der Alpen

Dazu sollte man wissen, dass das Bistum Konstanz, wie auch Professor Weitlauff feststellt, nicht nur 1236 Jahre lang bestand, sondern schon durch seine schiere Ausdehnung (im Süden bis zum Gotthard-Pass, im Norden bis zum heutigen Ludwigsburg) eine besondere Bedeutung hatte. Laut Weitlauff wirkt dies unter anderem insofern bis in die Gegenwart hinein, als sich Teile der neu entstandenen Bistümer Basel, St. Gallen und Chur nur provisorisch den neuen Strukturen verpflichtet fühlten und dass damit in den genannten Kantonen und auch im Kanton Zürich „de facto“ das Bistum Konstanz „bis heute weiter existiert“.

Weitlauff: „Überfälliges Gebot der Pietät“

Fazit von Professor Manfred Weitlauff: „Es wäre ein dringendes, längst überfälliges Gebot der Pietät, die altehrwürdige, durch eine grosse Vergangenheit ausgezeichnete ehemalige Konstanzer Bischofskirche zur Konkathedrale des Erzbistums Freiburg zu erklären und den Titel ,Freiburg’ mit dem zusätzlichen Titel ,Konstanz’ zu verbinden.“ Foto: Frieder Schindele | TMW



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