Kunstvolle Berechnung des Hauptamts
Konstanz (gro) Alles ist geregelt für die anstehenden Wahlen, auch das Recht auf so und so viel Wahlplakate. Am meisten Plakate aufstellen darf die CDU, gefolgt von SPD, Grünen, Freien Wählern, Freidemokraten, Neuer Linie, Linker Liste und „Sonstigen“. Ausgerechnet hat alles das Hauptamt (Chef Roland Bunten), zu Grunde gelegt wurden für die Plakatierung frühere Ergebnisse: der Ausgang der Bundestagswahl 2005 und das Ergebnis der jüngsten Kommunalwahlen im Jahre 2004.
Im Bemühen um grösstmögliche Fairness
Im Bemühen um grösstmögliche Fairness wird allen Parteien und Gruppierungen ein so genannter Sockelbetrag zugestanden: auf alle Fälle 70 Wahlplakate dürfen es sein, und zwar sowohl für die Kommunalwahlen am 7. Juni (Gemeinderat und Kreisttag) als auch für die Bundestagswahl am 27. September. Die CDU hat es wohl am schwersten, sie darf für die Kommunalwahlen insgesamt nicht weniger als 275 Tafeln, für die Bundestagswahl sogar 295 Tafeln aufstellen, gefolgt von der SPD (195 und 290), den Grünen (230 und 190), FDP (140 und 160) sowie der Neuen Linie (140 bei den Kommunalwahlen), der Linken Liste (ebenfalls 140 bei den Kommunalwahlen) und Sonstigen (jeweils 70 Tafeln).
Nicht alle sind restlos zufrieden
Die eine oder andere Gruppierung, so hört man, ist mit den Berechnungen des Hauptamts nicht ganz zufrieden. Zum einen heisst es, die Orientierung an früheren Wahlergebnissen sei nicht der Weisheit letzter Schluss, weil dies womöglich zu einer Zementierung der poltischen Kräfteverhältnisse führen könne. Eine weiter gehende Gleichbehandlung der politischen Gruppierumgen würde da für mehr Chancengleichheit führen.
Nicht nur die schiere Masse ist entscheidend
In der Praxis können alle gut mit den Vorgaben aus dem Hauptamt leben. Denn gerade die kleineren Gruppierungen mit einem weniger eingespielten Apparat und einem eher begrenzten Resourcen an Personal und Finanzmitteln dürften froh sein, die zugestandenen Möglichkeiten überhaupt ausnützen zu können, wobei anzumerken ist, dass das Hauptamt den „Kleinen“ einen überproportionalen Anteil zugeseht. Im Übrigen dürfte auch in diesem Falle gelten, dass es nicht allein die Masse bringt, sondern auch die kreative Qualität.
Foto: Frieder Schindele | TMW





