„Kraft & Hoffnung“ für Konstanzer Kommunalpolitik
Konstanz (gro) Anita Fitz und Klaus-Peter Kleiner treten bei der Kommunalwahl mit einer eigenen Liste an. Das wurde in der Nacht zum heutigen Mittwoch überraschend bekannt. Die Liste firmiert unter der Doppelbezeichnung „Kraft & Hoffnung“ (K&H) und soll dem Stadtparlament zu einem neuen Stil verhelfen. „Kraft & Hoffnung“, so sagen Fitz und Kleiner, mache schon im Titel deutlich, wofür die neue Liste stehe: „Für positves Denken und fairen Umgang.“ Anita Fitz will sich ausserdem für einen „schonenden Innenstadtverkehr“ einsetzen; Klaus-Peter Kleiner möchte die kommunalen Steuern „auf eine neue Grundlage stellen“.
„Aus gutem Grund so lange zugewartet“
Fitz und Kleiner gaben ihr kommunalpolitisches Projekt am Rande einer Veranstaltung im Küfer-Fritz-Gewölbesaal neben dem „Pfohl“ bekannt, wo Klemens Mues (Saxophon) und Ingo Rothöler (Keyboard) auch dieses Jahr zum traditionellen „Tanz in den April“ aufspielten. Man wisse um die Kurzfristigkeit, sagte Kleiner. Und man wisse auch, dass die komplette Liste für die Kommunalwahlen am 7. Juni bis spätestens Donnerstag kommender Woche bei der Stadtverwaltung abgegeben sein müsse. Doch man habe „alles komplett beieinander“. Dass man so lange mit der Bekanntgabe gewartet habe, habe „gute Gründe“. Auf diese Weise sei es gelungen, das zu erwartende Störfeuer „aus Richtung der etablierten Parteien“ zu vermeiden.
Aus SPD und CDU
Dass sowohl Anita Fitz als auch Klaus-Peter Kleiner mit Anfeindungen aus dem bisherigen, eigenen Lager rechnen müssen, liegt auf der Hand. Anita Fitz, die immer noch der SPD angehört, strapazierte „die an Lethargie gemahnende Langmut“ (Fitz) ihrer Parteifreunde erst unlängst wieder, und zwar während der Nominierungsversammlung zu den Listen der bevorstehenden Kommunalwahlen - laut Fitz eine von „Leitwolf Jürgen Leipold ebenso raffiniert wie gnadenlos zu Lasten der innerparteilichen Demokratie gesteuerte Veranstaltung“. Kleiner gehört der CDU zwar seit Februar nicht mehr an, hält aber, wenn er die Wahl hat, als studierter Jurist nach wie vor an konservativen Positionen fest.
Die Liste ist komplett und mit 40 Kandidaten voll
Da jeder Wähler 40 Stimmen zu vergeben habe, warte auch die Liste „Kraft & Hoffung“ selbstverständlch mit 40 Kandidatinnen und Kandidaten auf, sagte Anita Fitz. Es sei „überhaupt nicht schwierig gewesen“, die angestrebte Kandidatenzahl zusammen zu bekommen, ergänzte Klaus-Peter Kleiner: „Man glaubt gar nicht, wie bereitwillig sich Bürgerinnen und Bürger engagieren, wenn es um den besseren Stil im Gemeinderat geht.“
Fahrradtaxis und Katzensteuer
Aus ihrem Engagement im Beirat Mobilitätszentrale bringt Anita Fitz die Idee mit, die Innenstadt mit Fahrradtaxis (Rikschas) zu bestücken. „Das passt ganz wunderbar zu der geplanten Mischbegegnungsfläche, die auf dem Bahnhofplatz und auf Teilen der Bodanstrasse entstehen soll“, sagt Fitz. Klaus-Peter Kleiner will mithelfen, die „kommunale Steuerlandschaft gerechter zu gestalten“. Unter anderem schwebt ihm eine Katzensteuer vor. Sie soll nicht einfach zusätzlich erhoben werden. Kleiner möchte die Steuer staffeln und für kastrierte Schnurris und Mietzen einen verminderten Satz erheben sowie die zusätzlichen Gesamteinnahmen nutzen, um die Hundesteuer zu ermässigen. Unterm Strich, sagt Kleiner, „soll nicht mehr eingenommen, sondern gerechter erhoben werden“.
Übrigens: Klemens Mues und Ingo Rothöler spielen am kommenden Freitag im Gewölbekekeller beim Küfer Fritz wie jeden ersten Freitag im Monat als “Die zwei Optimisten” zum Tanz auf - mit populären Weisen vom Bossa Nova (”Das Girl von Ipanema”) bis zum Swing (”Rosamunde”) und Slowfoxtrott (”Schau mich bitte nicht so an”).






Nach unbestätigten Gerüchten tritt sogar noch eine weitere neue Liste zur Wahl an. Sie soll sich “Alte Garde Konstanz” (AGK) nennen. Die 40 Kandidaten dieser Liste sollen sich überwiegend aus bisherigen Gemeinderäten zusammensetzen, die zur AGK übergelaufen sind. Das Wahlprogramm der AGK lautet: “Immer weiter so!”