Bonuszahlungen - Fraktionen fordern Aufklärung
Konstanz (gro) Die Kunde von möglichen Bonuszahlungen an einen führenden Manager des Krankenhauses hat die Fraktionen des Gemeindeparlaments aufgeschreckt. Mindestens eine Partei forderte die Stadtverwaltung bereits in aller Form auf, bis zur nächsten Sitzung des Spitalausschusses am Dienstag dieser Woche klar und verständlich darzulegen, was es mit den angeblichen Bonuszahlungen an den früheren Krankenhauschef Axel Hauser auf sich habe. Die Rede ist inzwischen von Gesamtbeträgen in Höhe von gut 200.000 Euro.
Bis heute Verwaltungsdirektor
Axel Hauser war bis in die 90-er Jahre hinein Verwaltungsdirektor des Konstanzer Klinikums. Er fungiert bis heute auch unter seinem Nach-nach–Interims-Nachfolger Johannes Weindel mehr oder weniger offiziell als Verwaltungsdirektor des Klinikums, obwohl er inzwischen zu 50 Prozent direkt bei der Spitalstiftung, der Trägerorganisation des Klinikums, angestellt ist.
Nahm auch das Rechnungsprüfungsamt Anstoss?
Dass Axel Hauser insgesamt 200.000 Euro ausserordentlich zustehen sollen, irritiert nicht nur innerhalb des Klinikums. Auch das städtische Rechnungsprüfungsamt soll deswegen Aufklärungsbedarf angemeldet haben, heisst es in Kreisen der Stadtverwaltung. Die angebotene Aufklärung der Verwaltung, so heisst es weiter, solle zu wünschen übrig gelassen haben. Möglicherweise gehe es um die vorzeitige Entlassung Hausers „in den gut gepolsterten Ruhestand“.
„Die geringste Sorge des Oberbürgermeisters“
Oberbürgermeister Horst Frank soll bislang vor allem darüber besorgt sein, dass die Kunde von umstrittenen Bonuszahlungen den Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat, obwohl davon in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats gesprochen worden ist. „Das“, so sagte ein Mitglied des Stadtparlaments am Sonntag, „sollte eigentlich die geringste Sorge von Horst Frank sein“. Ungleich wichtiger sei eine glaubwürdige Erklärung zur öffentlich gewordenen, angeblichen oder beabsichtigten Sonderzahlung an Axel Hauser.





