Dornröschen » Blog Archive » „Wahrheitswidrig und ehrenrührig“
Leserkommentare
 
Sponsoren
13. Mai 2009 | Massive Retourkutsche des Düsseldorfer Krankenhausinstituts

„Wahrheitswidrig und ehrenrührig“

Konstanz (gro) Massive Zurechtweisung aus Düsseldorf für die frühere Leitung des Konstanzer Klinikums: Beim Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) ist man der Auffassung, dass das einstige Direktorium mit Martin Stuke und dem immer noch an der Spitze mitamtierenden ärztlichen Direktor Gert Müller-Esch „wahrheitswidrige und ehrenrührige“ Behauptungen aufstellt. Der Vorwurf aus Düsseldorf bezieht sich auf die Kritik an einem Gutachten des Instituts, das vom Gemeinderat auf Antrag der SPD-Fraktion Mitte 2008 in Auftrag gegeben und im vergangenen Dezember vorgelegt wurde.

Der Weg zur Kostendeckung

Das Gutachten aus Düsseldorf wartet mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen auf. Sie laufen insgesamt darauf hinaus, die medizinische „Produktivität“ des Klinikums markant zu verbessern. Angesichts der sich zum Beginn des Jahres geänderten Abrechnungsmodi (Stichwort: Fallpauschale) ist eine Neuorientierung unumgänglich, um einen kostendeckenden Betrieb des Klinikums möglich zu machen.

Antwort des Klinikum am 11. März 2009

Knapp drei Monate nach der Analyse aus Düsseldorf legte das damalige Direktorium des Konstanzer Klinikums, dem neben Gert Müller-Esch und Martin Stuke zumindest formell auch der frühere, bis in die 90-er Jahre hinein als solcher auch tätige Verwaltungsdirektor Axel Hauser angehört haben könnte, eine Entgegnung vor. Die „Stellungnahme des Klinikums“ vom 11.März 2009 ist im Übrigen namentlich nicht gekennzeichnet.

Angeblich methodische Fehler und Verzerrungen

Dafür sind die Vorwürfe an die Düsseldorfer Gutachter umso deftiger. Den Rheinländern werden methodische Fehler ebenso vorgeworfen wie die Nichteinhaltung von Absprachen. Es habe keinen „befriedigenden Abgleich“ mit den Betroffenen gegeben und zentrale Kritikpunkte seien schlichtweg „haltlos“. Die Gutachter hätten für „Verzerrungen“ gesorgt, sich einer „fehlerhaften Herangehensweise“ schuldig gemacht und den Vorwurf eines massiven Fehlbelegungspotenzials hochgespielt.

Ein suffizient organisiertes Krankenhaus?

Das Gutachten, so heisst es in der Kritik der damaligen Konstanzer Klinikleitung, „suggerierte das unterschwellige Gefühl, ein insuffizient organisiertes Krankenhaus zu betreiben“ und habe damit „voreilige Entscheidungen“ der zuständigen Gremien angestossen. Im Übrigen sei von den Gutachtern die demographische Entwicklung nur ungenügend berücksichtigt worden. Ausserdem sei durch das Gutachten „das Vertrauen der Klinikumsmitarbeiter … ebenso beschädigt worden wie der Ruf unseres Hauses“.

DKI: Alles nur Ablenkung

In der Antwort des Düsseldorfer Krankenhausinstituts wird eine solche „Diskreditierung und Diffamierung“ der Gutachter mit Nachdruck zurückgewiesen. Anscheinend, so heisst es in der Replik der Rheinländer, werde in „unverhohlener Weise“ versucht, „von der schwierigen Situation des Klinikums“ und von den „hier bestehenden, eigenen Verantwortlichkeiten des Direktoriums abzulenken“. Foto: Frieder Schindele | TMW



 Kommentieren    Trackback    Drucken

Noch keine Kommentare

Neuen Kommentar schreiben ...