Allerlei „im Visier“
Konstanz (gro) Mit zwei rätselhaften Artikeln ist im „Südkurier“ in den vergangenen Tagen auf einen „möglichen“, gross angelegten Anlagebetrug hingewiesen worden. Die Summe von 15 Millionen Euro stehe „im Raum“. Und es gehe um ein „Firmengeflecht“, das „ins Visier“ geraten sei. Der Kreis der „Betroffenen“ erweitere sich ständig. Das verdächtige Unternehmen sei eine Aktiengesellschaft. Deren Chef, so ein weiterer Hinweis im neuesten Rätselspiel des „Südkurier“, sei womöglich befreundet mit dem Vorsitzenden des dazu gehörenden Aufsichtsrats. Das werde von besorgten Anlagekunden des Unternehmens „kritisch“ gesehen. Kurzum, die beiden Artikel (28.05 und 30.05.09) strotzen zwar vor allerlei Mutmassungen, geben aber keine Antworten auf Fragen, die zuvor niemand gestellt hatte.
Keine besondere Neuigkeit
Dass Geld verschwindet, ist in diesen Tagen keine besondere Neuigkeit. Allein an die unmittelbar vor der Verstaatlichung stehende deutsche Bank namens Hypo Real Estate sind, vor allem wegen eines gigantischen Schwundes bei Geschäften mit US-amerikanischen Immoblienderivaten, 100.000 Millionen Euro (100 Milliarden) an Steuergeldern geflossen, und das, ohne dass einzelne, kleine Verlustträger davon Nennenswertes abbekommen. Mit den Steuergeldern werden vor allem Bankinstitute und Versicherungsgesellschaften bedient. Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass 15 Millionen Euro gerade einmal 0,01 Promille der eben erwähnten Summe ausmachen, die an die Hypo Real Estate geflossen ist.
Althergebrachte journalistische Regeln
„Namen sind Nachrichten!“ Diese oft verkündete Mahnung des früheren „Südkurier“-Chefredakteurs Franz Oexle, eine Mahnung, die von seinem Zögling und Nach-Nachfolger Werner Schwarzwälder zusammen mit anderen, ehernen journalistischen Grundsätzen gerne und häufig weitergegeben wurde, gilt bis heute. Trotzdem wird diese Regel missachtet. Anders ist nicht zu erklären, dass einem ersten Vierspalter auf der Konstanzer Lokalseite 1 vom 28. Mai zwei Tage später ein ebenso anonym gehaltener Bericht über den mutmasslichen Anlagebetrüger und seine ebenso mutmasslichen Opfer folgt. Oexles alte Mahnung gilt schliesslich auch umgekehrt: „Ohne Namen bleiben Nachrichten hohl und leer!“
Bis heute fehlen die Beweise
Um den erwähnten Berichten ein wenig „Fleisch an den Knochen“ (arabisches Sprichwort) zu geben, sei zunächst darauf hingewiesen, dass es sich bei dem fraglichen und angeblichen Anlagebetrüger um den Konstanzer Armin Jejkal handelt, der sich als Finanz- und Unternehmensberater vor genau 20 Jahren selbständig gemacht hat. Bis heute gibt es wohl keinen Beweis, dass Jejkal Geld von Kunden mit betrügerischer Absicht vereinnahmt hat.
Von Düsseldorf bis in den Thurgau
Es gibt die Jejkal GmbH für Versicherungskonzepte und die Jejkal AG, das Institut für Vermögensplanung, beide Firmen angesiedelt in der Konstanzer Reisstrasse 13. Jejkals Geschaftspartner ist seit 2008 das Düsseldorfer Wertpapier-Handelsunternehmen Falcon Asset Management. Zum „Firmengeflecht“ („Südkurier“) gesellen sich in der nahen Schweiz die Capital Gain AG, als deren Präsident Armin Jejkal 2003 firmierte, ferner die Dynamic Income AG (Jejkal als Präsident in 2005) und die Tripple-J Capital Domus GmbH, die Armin Jejkal zu ihren Gesellschaftern zählt.
Kompliziert für Aussenstehende
Wie kompliziert sich die Verflechtungen Armin Jejkals für Aussenstehende darstellen, erschliesst sich zum Beispiel auch daraus, dass der Konstanzer im April dieses Jahres im schweizerischen Handelsregister als Mitglied des Rorschacher Revisionsunternehmens AK Treuhand vermerkt ist und fast zum gleichen Zeitpunkt als Geschäftspartner des in Salenstein gemeldeten Österreichers Nicolas Rosmann von Goethern fungiert, der in Kreuzlingen ein Finanzdiensleistungsunternehmen hat.
Die böse Absicht muss nachgewiesen werden
Armin Jejkal mag Versprechen gebrochen, auch vertraglich fixierte Garantien von Finanzzusagen nicht eingehalten haben - die „böse Absicht“ müsste ihm erst einmal nachgewiesen werden, um ihn zum „Betrüger“ abstempeln zu können. Es spricht eine Menge dagegen, dass Armin Jejkal „kriminelle Energie“ entwickelt hat, als er anvertraute Guthaben nicht vermehrte, sondern mehr oder weniger vernichtete. Gegen kriminelle Energie spricht auch, dass sich Jejkal seit Jahren hervortut als Sponsor in Sachen Kultur und Sport, und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Seine besondere Leidenschaft - und Grosszügigkeit – gilt dem Basketball.
Völlig untypisch für einen Betrüger
Es wäre auch völlig untypisch für einen Betrüger, wenn er angesichts drohender Aufdeckung einen Zusammenbruch erlitte. Doch genau das ist Armin Jejkal widerfahren. Seit über zwei Wochen wird er in einer Thurgauer Klinik behandelt, abgeschirmt von Pflegern und Ärzten. Von dort heraus hat er Briefe geschrieben. Aus ihnen geht hervor, dass er nichts sehnlicher herbeiwünscht als die Chance, „alles wieder gut zu machen“.






Der alte Fuchs gro versteht sein Handwerk noch. Toll recherchiert gro! Aber im SK sieht es z.Zt. auch besser aus. Weniger Reklame und wieder mehr Leserbriefe.
Hier schreibt der „Peter“, nicht der „Miesepeter“.
P.S. Jejkal hat auch sonst einen guten Leumund in der Stadt. Kriminelle Energien hat er wohl nicht.
Jaaa, der Peter Z. , wohnte früher in der Sch… und jetzt in L… bei Frau K…
Die Gerüchteküche nimmt sich nur zu gerne allzu schnell der Vorverurteilung an. Da hilft nur gute Recherche und Fakten, die sich an Tatsachen orientieren, um einen guten Leumund nicht über Nacht vom Winde verwehen zu lassen. Bleibt zu wünschen, dass die steigenden Nebel einen ungetrübten Blick auf die Konstanz eigene Finanzkrise freigeben, und sich - in diesem Fall - diese dann als herbeigreredet herausstellt.
Was soll denn dieser Neidartikel. Das klingt fast so, als sei gro neidisch, nicht zuerst die Sache “aufgedeckt” zu haben. Recherchiert finde ich am Dornröschen-Text nicht allzuviel. Viele Argumente stüzten sich auf Vermutungen und es ziert sich nicht für einen ehemals unabhängigen Journalisten, derart Partei zu ergreifen. Im zweiten SK-Artikel, mittlerweile ist ja ein dritter mit Namensnennung erschienen, kommt ja der Aufsichtsratsvorsitzende zu Wort. Mutmaßungen? Zumal auch noch Rechtsanwälte zitiert werden. Wer will da denn nun noch behaupten, alles sei herbeigeredet. Sieht fast so aus, als hätten hier einige ebenfalls Herrn Jejkal vertraut…
Ich nehme den SK keinesfalls in Schutz. Aber diese müßig inszenierte Schelte auch mit den Worten Herrn Oexles zu verbinden, zeigt, dass gro jede Gelegenheit nutzt, seinem alten Arbeitgeber eins auswischen zu wollen. Und das zeugt von wenig Größe. Haben sie das nötig?
Eher Neid auf einen alten Kollegen Seejunge? Macht es doch besser beim SK!
Sie scheinen etwas zu verkennen: Ich habe mit dem SK nichts zu tun, ich bin lediglich kritischer Leser und ärgere mich ebenfalls wie Sie, dass meine Leserbriefe nicht oder zu spät gedruckt werden. Darüber verliere ich aber schon gar kein Wort mehr. Aber Sie haben es halt mal versucht, Herr Kultur, mich aufzudecken…. Nächster Versuch, bitte.
Tja, Kultur sieht hinter jedem jemandem vom SK :-))
Die Geister die ich rief.