Konstanzer Passivhäuser ausgezeichnet
Konstanz (gro) Deutschlands größter Wettbewerb für zukunftsfähiges Wohnen ist entschieden. Das Sensationelle daran: Die Konstanzer siedlungswerkstatt GmbH wurde gleich dreimal prämiert. Das ist auch ein Erfolg für Konstanz. Während etwa Hamburg, Berlin oder Frankfurt mit je einem Projekt ausgezeicnnet wurden, ist Konstanz gleich dreimal unter den Siegern. Fast 600 Eigentümer und Architekten hatten sich mit sanierten und neuen Wohngebäuden um insgesamt 120.000 Euro Preisgeld beworben. Ausgezeichnet wurden am Ende Wohngebäude, die einen geringen Energieverbrauch mit herausragender Architektur verbinden, darunter das Haus der Spitalstiftung (unser Bild) in der Lusisenstrasse.
Effizient und schön sollen die Bauwerke sein
Veranstaltet wurde der bundesweite Wettbewerb vom Bundesbauministerium und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) unter dem Motto “Effizienzhaus - Energieeffizienz und gute Architektur”. Der Erfolg der siedlungswerkstadt GmbH wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass die Konstanzer Architekten und Generalplaner Erich Baumann und Jochen Czabaun mit drei von insgesamt 18 prämierten Projekten in unterschiedlichen Kategorien erfolgreich waren. Ausgezeichnet wurden zwei Neubauprojekte im Quartier Tannenhof und im historischen Stadtteil Stadelhofen. Außerdem zeichnete die Jury das „Haus der Spitalstiftung“ beim Klinikum Konstanz aus.
Johannes Laible freut sich ganz besonders
Das 5.000 Quadratmeter umfassende Gebäude an der Luisenstrasse fand als Modellprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Niedrigenergiehaus im Bestand“ als eines der größten Sanierungsprojekte im Passivhaus- Standard Beachtung. Einer freut sich über den Erfolg der Konstanzer siedlungswerkstatt ganz besonders: Johannes Laible, Allensbacher Herausgeber des Passivhaus Kompendiums (Jahresmagazin für energieeffizientes Bauen) und selbst Passivhaus-Bauherr. Laible: „Das ist der verdiente Ruhm für jahrelange harte Arbeit. Erich Baumann und Jochen Czabaun bauen seit fast 10 Jahren konsequent Passivhäuser und mussten sich anfangs von manchem dafür belächeln lassen.“
„Auf hohem sozialem und gestalterischem Niveau“
Dass sich Gebäude der siedlungswerkstatt beim Wettbewerb derart durchsetzen konnten, sei gleichwohl kein Zufall, sagt Laible. Seit fast zehn Jahren realisiere das Büro Wohnprojekte „auf hohem sozialem und gestalterischem Niveau ausschließlich im Passivhaus-Standard“. So seien allein in Konstanz und Umgebung 16 Gebäude mit insgesamt über 80 Wohneinheiten entstanden. Weitere Passivhäuser der siedlungswerkstatt wachsen derzeit in Radolfzell und am Hochrhein heran.
Qualität zu günstigen Unterhaltskosten
Bei der Preisverleihung durch Minister Tiefensee wurden auch die sozialen Wohnkonzepte der siedlungswerkstatt hervorgehoben; viele ihrer Projekte werden durch private, selbst organisierte Bauherrengemeinschaften in Auftrag gegeben. Für die zukünftigen Bewohner hat dies laut Tiefensee „handfeste Vorteile“: Das gemeinschaftliche Planen und Bauen ermögliche hohe Qualität zu sehr günstigen Kosten. Zudem schweisse es die die zukünftigen Nachbarn zusammen und sorge so für eine nachhaltige soziale Bindung, sagte der Minister. Foto: Laible Verlagsprojekte






Es ist eine gute Sache, Bauphysik und Architektur zu verbinden und dann noch auf Ökologie hin zu optimieren.
http://www.passiv.de/01_dph/St-dph/WasPH/WasPH.htm
Normalerweise gibt es bei große Fenster / Glasfassaden riesige Wärmeverluste, auch bei “nacktem Beton”. Die Entwickler dürften also nicht nur “Baukünstler”, sondern auch gute “Techniker” und “Forscher und Tüftler” sein.
Im Beitrag wurde leider nicht erwähnt, wie hoch die Baukosten sind, also die ungefähre einmalige Mehr-Investition (nur zum Vgl. zu den jährlichen Ersparnissen).
Vor langer Zeit hatte ich am Seerücken (Thurgau/CH) die Möglichkeit als Baustoff-Zulieferer eine kleine Villa zu besuchen. Auch ein Kunstwerk wurden die Türen und Fenster alle mit Rundbogen ausgestattet (keine Vorfertigung, alles einzeln armiert und in Beton gegossen). Der Grundriß war auch nicht rechteckig, sondern eher geschwungen. Die Räume hatten auch eher unregelmäßige runde Grundrisse.
Trotz aller Hektik hatte ich mir die Zeit genommen, 2-3 Min. an der Hausseite vorbeizulaufen und durch die offenen Fenster ein Blick zu wagen.
Architektur-Kunst muß nicht groß und protzig sein, nur einmalig. außergewöhnlich.
Wie bitte - “Architekten-Kunst”? Gibt es die noch? Ich kenne nur noch Wohncontainer als Architektenkunst. Rechteckige Legobausteine. Damit haben doch die Architekten schon als Kind gespielt. Also, nur noch Wohnzweckbauten!
Mein Bsp. lag an der Strecke Tägerwilen - Stein a.Rhein. Einfach mal die Hänge hinauf und abfahren (näher bei Tägerwilen). Da wurden teilweise ziemlich Schmuckstücke (als Wochenend-Häuschen) hingestellt -> auch von der Architektur her. Beim damals unverputzten Rohbau konnte man nur die Endfassung erahnen. Es hat etwas vom Feeling eines kleinen Schlößchen vermittelt.
Das “Schloß am Hörnle” kommt mir eher statisch einfaltslos vor.
Und der Blick von dort auf das Vorzeigebauwerk Bodensee-Therme wirkt auf mich befremdend. Das erinnert mich etwas an “Doktorarbeiten im Internet abschreiben” und etwas deplaziert. Rein subjektiv von weitem gesehen (bei bewölktem Winterwetter). Vielleicht haben die Badenden im Hochsommer eine andere Sichtweise.