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15. August 2009 | Heimatzeitung auf der Suche nach dem besseren Ergebnis

„Südkurier“-Redakteure sollen 300.000 Euro spendieren

Konstanz (gro) Die Zeitungsmacher werden zur Sanierung gebeten: Rund 300.000 Euro sollen die etwa 100 „Südkurier“-Redakteure durch den Verzicht von Überstunden ihrem Verlag spendieren, um das in Konstanz herausgegebene und hergestellte Blatt rentabler zu machen. Die Gewerkschaft Ver.di hat Bedenken angemeldet. Die Deutsche Journalistenunion (dju) prüft, ob Klage erhoben werden muss. Auch beim Deutschen Journalistenverband (DJV) macht man sich Sorgen über die Entwicklung in Konstanz. Und im Medienhaus an der Max-Stromeyer-Strasse herrscht nun stellenweise Katzenjammer.

Thomas Satinsky will „dazu nichts sagen“

In die Belegschaft des „Südkurier“ lanciert wurde die spezielle Spar-Idee während der Woche vor der jüngsten Betriebsversammlung des Verlagshauses. Man habe die Sache „möglichst demokratisch“ angehen wollen, heisst es dazu aus der Leitungsetage des „Südkurier“-Medienzentrums an der Max-Stromeyer-Strasse. Geschäftsführer Rainer Wiesner, 45, der die Konstanzer „Südkurier-Gruppe“ seit 2004 alleine führt, war gestern nicht zu erreichen. Chefredakteur Thomas Satinsky, 50, eingespannt in letzte wichtige Gespräche vor dem unmittelbar bevorstehenden Urlaubsantritt, sagte, er wolle „dazu nichts sagen“.

Klage wegen Verstosses gegen Tarifhoheit

Dessen ungeachtet will Gerhard Manthey, Chef der dju (Deutsche Journalisten-Union innnerhalb Ver.di) prüfen, ob eine Klage gegen die “Südkurier”-Geschäftsleitung anzustrengen sei, weil sie sich in unzulässiger Weise in die Tarifhoheit einmische. DJV-Landesvorsitzender Karl Geibel hat sich mit einem ausführlichen Schreiben an die Redakteure des “Südkurier” gewandt und vor einem einseitigen Entgegenkommen gegenüber der Verlagsleitung gewarnt. „dornroeschen.nu“ bleibt angesichts der Abwesenheit massgeblicher Auskunftsgeber vorerst auf Informationen des redaktionellen Konstanzer Untergrunds angewiesen. Foto: Frieder Schindele | TMW



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4 Kommentare

  1. 1. al

    Erinnere ich mich falsch, oder war nicht vor wenigen Jahren der Südkurier im gesamten Holtzbrink-stall die Zeitung mit dem besten Ergebnis?
    Wenn man es sich nicht leisten kann, darf man halt keine neue Druckmaschine kaufen. Deswegen jetzt den Angestellten den Lohn zu kürzen ist ja wohl das Letzte.

  2. 2. Nabholz

    Vielleicht sollte sich der Südkurier mal auf seine Ursprünge besinnen.Der SK war mal eine Heimatzeitung!Er bestand aus zwei Teilen.Einen überregionalen Teil (Politik und Kultur)und einen regionalen Teil(BW und Kreis/Stadt).
    Heute erfährt man mehr übers internationale Showbizz als z.B. über das regionale Kulturleben.
    Und die wenigen lokalen Beiträge sind schlecht recherchiert,weil in den Lokalredaktionen mehr Praktikanten ohne lokalen Sachverstand hocken als Journalisten, denen die Region was wert ist.
    Die wenigen Lokalredakteure geben sich zwar redlich Mühe bei ihren Artikeln, aber diese werden dann gnadenlos zusammengestrichen und dadurch werden die Inhalte verfälscht.
    Wenn sich die Region in der Tageszeitung wiederspiegelt und der Leser sich damit identifizieren kann, dann wird das Blatt auch wieder gelesen.
    Ich persönlich habe den SK in ca 10 Min gelesen(Lokalteil,die restlichen Infos hole ich mir bei kompetenteren Blättern) und dafür ist mir die Zeitung inzwischen einfach zu teuer.

  3. 3. Kultur

    Tolle Katze!
    @Nabholz hat Recht. Wer mal in einer GR-Sitzung war, wundert sich beim Lesen des SK’s über die minimalistische Arbeit der dauerhaft anwesenden SK-Redakteure. Dies würde auch ein kostengünstigerer Schüler fertig bringen. Gerade werden einmal die kurzen Sätze der Räte wiedergegeben, ohne hier die politische Spannung und die Brisanz von aussagekräftigen Räten den Lesern zu vermitteln. Da fehlen wirklich ein paar alte Haudegen, die sich mit der Stadt identifiziert hatten und auch im nun mutierten Anzeigenblatt ihren Schreibraum hatten.

  4. 4. Seejunge

    Junge, Junge, Junge. Was man auf dieser Plattform alles lesen muss. Wen interessiert das denn bitte mit dieser geschenkten Arbeitszeit. Da ist der SK ja kein Einzelfall. Werden und Koch und Gropper jetzt mit einer Geschichte über jede Firma, in der von den Mitarbeitern Solidarität gefordert wird, nerven? Wie man aus Enttäuschung doch früheren Weggefährten in den Rücken fällt…
    Interessant auch, dass es offenbar Zeitungen mit Stechuhren gibt, wo Überstunden protokolliert werden wie bei Industrieunternehmen. Ich dachte immer, bei Journalisten wird das locker gehandhabt.

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