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10. September 2009 | Backofen Kinderbücherei

36 Grad und noch heißer

Konstanz (wak) 36 Grad und es ist noch heißer geworden. Den Hit der Band 2raumwohnung mussten in diesem Sommer unfreiwillig auch Konstanzer Mütter und ihre Kinder mit singen, wenn sie die Kinderbuchabteilung der Stadtbücherei nutzen wollten. Temperaturen von bis zu 40 Grad sind dort im Sommer normal, sagt Marianne Brauckmann, Leiterin der Bibliothek. Viele Nutzer blieben aufgrund der Hitze in den vergangenen Wochen sogar ganz weg.

Hitze schreckt ab

Etwa 20.000 Medieneinheiten für Drei- bis Zwölfjährige haben ihren Platz in der Stadtbücherei direkt unterm heißen Dach. Dass im Sommer nicht ganz so viele junge Familien und Kinder kommen, um sich Bücher anzuschauen und auszuleihen, sei normal, glaubt Marianne Brauckmann. Doch sie hegt noch einen ganz anderen Verdacht: Wenn sich an Hochsommertagen die Bibliothek in einen Glut heißen Backofen mit 40 Grad Hitze verwandelt, schrecken die hohen Temperaturen die Besucher ab.

Notarzt gerufen

Selbst bei Außentemperaturen von nur noch etwa 20 Grad, zeigt das Thermometer in der Kinderbibliothek noch immer unangenehme 35 Grad. Nicht einmal am Abend wird es zwischen den Regalen kühl und erst Recht in der Rush Hour samstags von zwischen 11 und 14 Uhr ist die Bücherei oft eine Sauna. Immer wieder klagten Mütter in der Hitze über Kreislaufprobleme und mussten sich sogar kurz hinlegen. In einigen Fällen riefen Bibliotheksmitarbeiter Notarzt und Rettungsdienst, wenn es Bibliotheksbesuchern plötzlich schlecht oder schwindlig geworden war.

Nicht auf Münsterplatz

Kein Wunder, dass sich Marianne Brauckmann nach so vielen heißen Tagen den Herbst und kühlere Temperaturen herbei sehnt. Sie fürchtet, die Kinderbuchabteilung könnte sonst noch zu einem Friedhof der vergessenen Kinderbücher werden. „Die Flächen unterm Dach werden gebraucht, ich kann meine Bücher ja schlecht auf den Münsterplatz stellen“, sagt die Bibliothekschefin.

Ins Eskimo-Land

Johannes Kumm, Leiter des städtischen Hochbauamts, erklärt dazu, er wisse von dem Hitze-Problem nichts. Dass es unterm Dach heiß werde, sei klar. Vor zehn Jahren sei die Dämmung auf dem aktuellen Stand gewesen. „Heute würde man wahrscheinlich mehr dämmen“, sagt Kumm. Über ein kühlendes Lüftungsgerät, eine Art Klimatruhe, könnte man nachdenken.
Bis dahin müssen sich Nutzer wohl am besten Bücher über Eskimos ausleihen und sich in kältere Regionen träumen. Foto: Frieder Schindele | TMW



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