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11. September 2009 | Ein BildungsTURM am Himmel voller Türme

Betreten erschwert

Konstanz (wak)  In Konstanz türmt sich so einiges. Während jeder Städtetourist weiß, wie er auf den Münsterturm kommt, tun sich selbst Konstanzer mit ihrem BildungsTURM schwer. Mangels Ausschilderung ist er tatsächlich alles andere als leicht zu finden. Die aktuelle Turm-Ausstellung „Life Sciences – Bilder des Lebens“ findet deshalb fast im Verborgenen statt.

Blick in den Himmel

Selbst wer den Tipp Rotes Haus bekommt und beim Kulturzentrum am Münster den BildungsTURM sucht, schaut sich vergeblich um. Besucher stehen ratlos vor der Fassade und ähnlich hilflos im Eingangsbereich des Kulturzentrums. Kein auffälliges großflächiges BildungsTURM-Plakat an der roten Hauswand, kein Aufsteller, liebevoll auch „Fußgängerstolperer“ genannt, und auch kein leuchtendes Multimedia-Display weisen den Weg. Denkmalschutz sowie die Werbe- und Sondernutzungssatzung der Stadt verbieten jede allzu auffällige Reklame. Hans-Rudi Fischer, Chef des Bürgeramts, erzählt sehr ausführlich, was hier alles nicht erlaubt ist.

Kampf um Wahrnehmung

Zwar flattert ein Transparent mit dem Hinweis auf die aktuelle Ausstellung über der Straße – ein Wegweiser ist das aber noch lange nicht. Waltraut Liebl-Kopitzki ist mit der Situation nicht zufrieden, sagt sie ein bisschen widerwillig auf bohrende Nachfrage, als sie gerade vor der Automatiktüre steht. Während Besucher in die Wessenberg-Galerie und ins Rosgartenmuseum fast schon hinein fielen, müsse sich der BildungsTURM mächtig anstrengen, um wahrgenommen zu werden, klagt sie dann aber doch. Der einzige Weg zum Turm führt tatsächlich durchs Kulturzentrum und weiter durch einen schmalen unauffälligen Durchgang unter freiem Himmel am Innenhof des Wessenberg Cafés vorbei.

Her mit der Machete

Eine Machete wäre nicht schlecht, spotteten zuletzt sogar eine handvoll Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion auf dem Weg zur Life-Science-Ausstellung. Sie schlugen sich an ausladend großen Pflanzkübeln vorbei und unter Palmwedeln hindurch Richtung Turm durch. Waltraut Liebl-Kopitzki, die mit ihrem Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft für den BildungsTURM zuständig ist, sagt, dass bis Juli etwa 5.500 Besucher im Turm waren. 3.700 kamen zur Mathe-Ausstellung – die Life Science Ausstellung besuchten bis zur vergangenen Woche aber gerade einmal 152 Interessierte. Die Zahl sei steigerungsfähig, meint Liebl-Kopitzki.

Find’ den Turm
Unverhofft bekommt sie nun Unterstützung von den SPDlern, die die Sichtbarkeit und die Erreichbarkeit des Konstanzer BildungsTURMs demnächst zum Thema im Rat machen möchten. Damit sich auch ihre Ratskolleginnen und Ratskollegen ein Bild machen können, schlagen sie einen Ortstermin vor. Das Motto könnte dann heißen: Ich bin ein Konstanzer schleus’ mich hinein oder auch ganz simpel: Such’ den Turm. Ob die SPD-Fraktion empfiehlt zum Ortstermin mit Stadtplan und Navi zu erscheinen, ist noch nicht raus. Gut zu Fuß sollten die Ratsherren und Ratsdamen auf Turm-Tour aber unbedingt sein: Denn einen Aufzug gibt’s nicht. Nur eine Treppe führt von Geschoss zu Geschoss. Foto: Frieder Schindele | TMW



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3 Kommentare

  1. 1. DetlevKuentzel

    Komischerweise machen die Bilder “mehr Lust auf Konstanz” als die Texte.

    So einfach könnte man Werbe-Plakate über Konstanz herstellen:
    nicht nur wegen der Mehrfarbigkeit.

    Slogan
    “Konstanz - Vorwahl 0049 /(0)7531″

  2. 2. Nabholz

    Auf dem Bild sieht man erst, wie hässlich dieser Turm geworden ist. Gut, dass er im Verborgenen steht. Der sonst so gestrenge Denkmalschutz hat da wohl ganz schön geschlafen.

  3. 3. GJM

    Ich glaube nicht das der örtliche Denkmalschutz schläft. Letztendlich ist er in der Verwaltung eingebunden, und diese soll ja den Willen der Räte umsetzen. Ja, dieser Betonstupf auf einer historischen Bausubstanz in eine Faust aufs Auge, zumal dieser Betonstumpf im Inneren fast keine Anwendung findet. Allenfalls verirrt sich ein Ausstellungsbesucher in diese obere Etage.

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