Was nun Herr Frank?
Konstanz (wak) Auf Wiedersehen bis zum nächsten Frühjahr! Das gilt für den Hochsommer und laute heiße Feste und Partys am Seeufer. Doch nach dem Sommer ‘09 ist im Herosé-Park und am Schänzle schon wieder vor dem Sommer. Wie sich geplagte Bewohner angrenzender Quartiere, die in Konstanz wohnen und schlafen wollen, den Sommer 2010 vorstellen, können sie demnächst in Bürgergesprächen mit Oberbürgermeister Horst Frank persönlich diskutieren.
Verwaiste Partymeilen
Oktoberfeststimmung ist in die Stadt geschwappt. Die Partyzone hat sich erst einmal ins Festzelt und aufs Gelände Klein-Venedig verlagert. Sobald es draußen wieder früher dunkel ist und die Temperaturen herbstlicher werden, sind die sommerlichen Partymeilen am See nachts verwaist. Der Chef des Bürgeramts, Hans-Rudi Fischer, mag den Sommer, ein bisschen erleichtert ist er jetzt aber auch.
Beliebte Treffpunkte
In diesem Sommer hatte sich die große Party zum Schluss unter die Rheinbrücke beim Schänzle verlagert. Während junge Erwachsene 2007 noch in der Seestraße gefeiert hatten, zogen sie 2008 erstmals in den Herosépark weiter. Ein befristetes Glas- und Alkoholverbot hatte die Seestraße plötzlich für nächtliche Feiern unattraktiv gemacht. Das Freibad Horn war damals keine Alternative: Als die ersten Partys am Hörnle stiegen und Feiernde leere Flaschen und Glasscherben im Bad zurück ließen, reagierte die Bädergesellschaft schnell. Von an 2008 traf sich die Szene dann in den Hofgärten am Herosépark. Auch in diesem Sommer ging die Party dort weiter.
Minderheit macht Stress
Hans-Rudi Fischer spricht von 30 bis 40 jungen Erwachsenen, die im Sommer zum nächtlichen Feiern im Herosé-Park zusammen kamen. Er sagt aber auch: Die Stadt wolle den Feiernden ihren Spaß nicht verderben. Stress machten nur einige wenige. Was ihm wichtig ist, zu klar zu stellen: Nicht etwa alle feiernden Jugendliche seien das Problem – streng genommen gibt es „die Jugendlichen“ ja sowieso nicht. Überhaupt geriet der Herosé-Park so langsam aus dem Fokus. Das letzte ein monatige Glas- und Alkoholverbot im Herosépark endete vor dem Seenachtfest. Als private Ordnungskräfte in den Innenhöfen für Ordnung sorgten, beruhigte sich die Lage insgesamt.
Öffentliche Toilette kommt
Im kommenden Sommer sollen öffentliche Toiletten dazu beitragen, die Situation noch weiter zu entschärfen. Ob es dann auch wieder ein Glas- und Alkoholverbot gibt, ist noch nicht raus. Ein Grund: Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hatte das Alkoholverbot in der Freiburger Innenstadt gekippt – die Konstanzer wollten erst einmal die Urteilsbegründung abwarten.
Szene zieht ans Schänzle
Zuletzt feierte die Szene am Schänzle. Die Klagen von Anwohnern mehrten sich. Hans-Rudi Fischer hat vor allem die dunkle Nische unter der Brücke nicht gefallen. Mehr Licht soll am Schänzle im kommenden Sommer eine etwas andere Atmosphäre schaffen und den nachts am Brennpunkt Schänzle vorbei kommenden Fußgängern und Radfahrern ein sichereres Gefühl geben. Die Frage, ob es auch am Schänzle eine öffentliche Toilette geben sollte, ist eine politische. Es gibt Argumente für und dagegen: Zwar müssten Feiernde dann nicht mehr im Freien ihre Notdurft verrichten – die Aufenthaltsqualität würde aber gleichzeitig steigen.
Bitte hören Sie uns zu, Herr Frank!
Was die Anwohner, die sich in manchen heißen Nächten schlaflos im Paradies in ihren Betten wälzten, so über die Partymeile am Schänzle denken und was sie von der Stadt erwarten, dürfte OB Horst Frank demnächst im Bürgergespräch Altstadt-Paradies von den Betroffenen persönlich erfahren. Sattfinden soll das Treffen mit dem OB übrigens voraussichtlich am 19. Oktober in der Spitalkellerei. Foto: Frieder Schindele | TMW
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