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26. September 2009 | Schulleiter erteilen neuem Gymnasium Absage

Setzen, Herr Boldt!

Konstanz (wak) Die Neugründung eines Gymnasiums in Dettingen oder Petershausen halten gleich drei Konstanzer Schulleiter für ausgemachten Blödsinn. In einem zweiseitigen Papier listen die drei zehn Argumente auf und erklären sehr detailliert, weshalb sie strikt gegen ein neues Gymnasium sind. Nachteile müssten vor allem die Schülerinnen und Schüler in Kauf nehmen, behaupten die Direktoren. Mit ihrer klaren Positionierung erteilen die drei Konstanzer Schulleiter auch Bürgermeister Claus Boldt eine klare Absage. Boldt soll noch mit der Neugründung eines Gymnasiums liebäugeln.

Nachteile für Schülerinnen und Schüler

Peter Beckmann (Ellenrieder Gymnasium), Jürgen Kaz (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium) und Reinhard Stifel (Geschwister-Scholl-Schule und geschäftsführender Schulleiter der Konstanzer Gymnasien) sind sich in einem entscheidenden Punkt einig. Sie lehnen den Neubau eines fünften Gymnasiums in Konstanz ausdrücklich ab. Warum sie dieser Meinung sind, haben die Direktoren bereits im August aufgelistet. Sie sagen: In einem nur zweizügigen Gymnasium hätten die Schülerinnen und Schüler zu wenig Wahlmöglichkeiten. Ein neues Gymnasium müsste ein naturwissenschaftliches und ein sprachliches Profil haben, wie es sie an den bestehenden Schulen bereits gibt. Zusätzliche Profile könnten Kunst, Musik und Sport sein. Letzteres würde aber auch die Geschwister-Scholl-Schule gern anbieten.

Nein zu „Filiale“

Weiter erklären die Schulleiter, dass ein nur zweizügiges Gymnasium, das heißt ein Gymnasium, in dem es in einer Jahrgangsstufe nur zwei Klassen gibt, kein anspruchsvolles Angebot an Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe bieten könnte. Es werde aber von den Schülerinnen und Schülern gefordert. Ein neues Gymnasium als „Filiale“ eines bestehenden zu eröffnen lehnen die Schulleiter ebenfalls rundum ab. Sie befürchten zu große organisatorische Schwierigkeiten und pädagogisch wenig sinnvolle Stundenpläne, wenn die Lehrer zwischen der Hauptschule und der Filiale pendeln müssten.

Keine Lust auf Bus

Für ganz problematisch halten die Direktoren einen möglichen Standort Dettingen. Bei Schülerinnen und Schülern, die nicht in Dettingen wohnen, könnte die neue Schule kaum mit den Gymnasien in der Innenstadt konkurrieren. Im Klartext: Schüler aus der Stadt möchten kaum im Schulbus nach Dettingen und nach Schulschluss wieder zurück gekarrt werden, lautet der Einwand der Schulleiter frei übersetzt. Die drei Direktoren sehen „Akzeptanzprobleme“.

Jonglieren mit Millionen

Und noch ein Argument listen Peter Beckmann, Jürgen Kaz und Reinhard Stifel auf: Ein Neubau wäre auch teurer als die Erweiterung der bestehenden Gymnasien. „Der finanzielle Mehrbedarf dürfte in Millionenhöhe liegen“, unken die Schulleiter. Fakt sei, der Raumbedarf bei einer Neugründung sei erheblich größer. Bei der Erweiterung eines bestehenden Gymnasiums würden für zwei Züge zusätzlich 1.400 Quadratmeter Fläche gebraucht – für ein neues zweizügiges Gymnasium aber 2.600 Quadratmeter. Die Erweiterung des Ellenrieder und Humboldt-Gymnasiums sowie der Geschwister-Scholl-Schule um jeweils einen Zug sei möglich.

Die Uhr läuft

Gegen ein neues Gymnasium in Dettingen oder wahrscheinlicher in Petershausen scheint auch die Zeit zu sprechen. „Eine Entlastung der aktuellen Situation dürfte auf diesem Wege kaum vor dem Schuljahr 2012/13 erfolgen“, fürchten die Schuleiter. Die Uhr läuft gegen eine Neugründung. „Wir benötigen bis zum Herbst eine klare Perspektive, bis zum Beginn des Schuljahres 2010/11 erste realisierte Baumaßnahmen und spätestens zum Beginn des Schuljahrs 2011/12 den Abschluss des Gesamtpakets“, fordern die drei Konstanzer Direktoren.

Räte reden mit

Ob es bis Herbst, der ja eigentlich schon angefangen hat, tatsächlich eine klare Perspektive gibt, ist noch nicht raus. Demnächst dürfte sich der Ausschuss für Schule, Bildung und Wissenschaft im Gemeinderat genauer mit dem Thema beschäftigen. Zuletzt stand die Summe von 30 Millionen Euro im Raum. So viel, so hieß es am Wochenende aus informierten Kreisen, wolle die Stadt für Bildung ausgeben. Foto: Frieder Schindele | TMW

 

 

 

 

 

 

 

 



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Ein Kommentar

  1. 1. DetlevKuentzel

    Der Spruch des Bildes ist erweitert vom AvH-Gymnasium in KN her bekannt:
    “Leb um zu lernen - Lern um zu Leben” (oder die Halbsätze vertauschen ?).

    Allerdings ist der Spruch dort eher unscheinbar und ohne auffällige Illustration im großen Treppenhaus zu sehen und man läuft i.d.R. einfach vorbei.

    Die Gestaltung des Mittelalters ist mir auf dem Bild etwas zu “ruppig und auffällig”, sowohl für Grundschüler in Dettingen als auch für Erwachsene, obwohl in der Arbeitswelt teilweise schon das Prinzip “alles oder nichts” gelebt wird.

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