Kraftakt für den Ausbau der Konstanzer Schullandschaft
Konstanz (gro) Der soeben neu gewählte Gemeinderat steht vor einem ersten, gewaltigen Kraftakt: Rund 30 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Konstanzer Schullandschaft fliessen. Die Gymnasien möchten erweitert, die Realschulen zu Bildungsstätten eines neuen Typs weiterentwickelt und die Hauptschulen abgeschafft werden. Damit verbunden ist ein umfanggreiches Investitionsprogramm. Eine erste grosse, öffentliche Beratung zum Thema Schulentwicklungsplan gibt es kommenden Dienstag, 6. Oktober, um 16 Uhr im Schulausschuss des Gemeinderats.
Mir der Regierung abgestimmt
In den vergangenen 12 Monaten sind in zahlreichen internen Beratungen von Eltern- und Lehrerschaft die Grundlagen für den nun anstehenden Entscheidungsprozess entwickelt worden. Der Prozess wurde koordiniert von Waltraut Liebl-Kopitzki und ihrem Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft sowie abgestimmt mit Schulamt, Regierungspräsidium und Landesregierung
Konflikte vor allem im Detail
Einigkeit herrscht in den Zielvorstellungen, die immer weniger geliebte Hauptschule in so genannten Werkrealschulen aufgehen zu lassen und die Gymnasien auszubauen. Konflikte sind vor allem in Details auszumachen: Zum einen wird heute schon den entgegen allen Unkenrufen zum Trotz gut geleiteten, Konstanzer Hauptschulen nachgetrauert. Zum anderen herrscht Uneinigkeit darüber, ob es besser ist, die bestehenden Gymnasien auszubauen oder der anhaltend hohen Zahl besonders bildungswilliger Schüler ein neues Gymnasium zu bescheren.
Gymnasium in Dettingen besonders teuer
Sicher ist wohl nur, dass ein neues Gymnasium in Dettingen die teuerste Lösung wäre, weil dann mindestens rund 1 Million Euro mehr zu bezahlt werden müsste als bei der Verwirklichung der zweitteuersten Lösung mit einem Gymnasiumsneubau an der Pestalozzistrasse. Und während die gymnasiale Elternschaft auf jeden Fall dringend ein zusätzliches Gymnasium wünscht, sind sich die vereinigten Schulleitungen der vier bestehenden Gymnasien (Suso, Humboldt, Ellenrieder und Geschwister Scholl) mindestens ebenso sicher, dass es viel besser wäre, die bestehenden Gymnasien zu erweitern.
Schon heute fehlen 47 Räume
Wie die Entscheidungen auch ausfallen – es muss berücksichtigt werden, dass die Zahl der Konstanzer Grundschüler entgegen dem bundesweiten Trend mindestens bis zum Jahre 2025 weiter leicht zunimmt (oder zumindest stabil bleibt) und dass bis zu 60 Prozent dieser Mädchen und Jungen auf eines der Gymnasien gehen werden. Denen fehlen (nach Angaben der Elternbeiräte) schon heute insgesamt 47 Räume, die für einen geordneten Unterricht eigentlich dringend notwendig wären.
Foto: Frieder Schindele | TMW





