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1. November 2009 | Ab Mitte November Impfungen in der Ostschweiz

Schweinegrippe grassiert

Konstanz (wak) Bei den Handballern der HSG Konstanz, die in der Regionalliga, der dritthöchsten Liga in Deutschland, spielen, grassiert die Schweinegrippe. Acht Spieler sind in dieser Woche positiv auf den Virus A/H1N1 getestet worden. Seit Mittwoch ist der Trainingsbetrieb der Regionalliga-Handballer unterbrochen. Ein Heimspiel gegen die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen mussten die Konstanzer absagen. Offenbar verläuft die Krankheit bei den Sportlern aber eher leicht – einer soll nur über Halsschmerzen geklagt haben. Stationär im Klinikum behandelt werden musste bis zum Wochenende keiner der Erkrankten bei der HSG.

Weitere Todesfälle schrecken auf

Ganz anders ist die Situation deutschlandweit. Drei weitere mit Schweinegrippe infizierte Patienten sind gestorben. Ein fünfjähriger Junge mit chronischer Lungenerkrankung starb am Freitagn in einer saarländischen Klinik. Der Fünfjährige hatte eine schwere Lungenentzündung, war in stationärer Behandlung und wurde beatmet. In Nordrhein-Westfalen starb eine 48-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Außerdem starb und ein schwerbehinderter 16-Jähriger in Augsburg. Besonders erschreckend ist der Fall der verstorbenen 48-Jährigen. Die Frau habe keine bekannten Vorerkrankungen gehabt, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden, berichtete das Uniklinikum Bonn. In einem n-tv-Interview sprach der Ärztliche Direktor der Klinik von einer „vollkommen gesunden Frau.“

Ostschweiz impft ab Mitte November

Währenddessen rüsten sich die Ostschweizer und bereiten die die Impfung vor. In der kommenden Woche liefert der Bund die von Novartis und GlaxoSmithKline entwickelten Impfstoffe Focetria und Pandemrix in den ostschweizerischen Kantonen aus. Aber erst ab Mitte November kann sich die Bevölkerung auch in der Ostschweiz gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Das berichtete das Schweizer Fernsehen. In einer ersten Phase steht der Impfstoff vorerst nur den Risikogruppen zur Verfügung, die allerdings etwas anders definiert sind als in Deutschland. Wer wissen will, ob er in der Schweiz zu einer Risikogruppe gehören würde, kann den Impfcheck unter www.pandemia.ch machen.

Höchste Pandemie-Warnstufe

Schon im Juni gab die Weltgesundheitsbehörde (WHO) für die sogenannte Schweinegrippe die höchste Pandemie-Warnstufe aus. Sie reagierte damit auf weltweite Grippe-Erkrankungen durch ein neuartiges Virus (Influenza A/H1N1), bei dem in mindestens zwei der sechs WHO-Regionen fortgesetzte Übertragungen von Mensch zu Mensch aufgetreten sind. Das Robert Koch-Institut weist im Nationalen Pandemieplan für Deutschland darauf hin, dass bei einer Pandemie mit sehr vielen Grippe-Erkrankungen gerechnet werden muss.

Robert Koch-Institut warnt vor Lugenentzündungen

In diesem Zusammenhang sei auch von einer entprechend hohen Zahl an Lungenentzündungen als Grippekomplikation auszugehen. Die Grippe schwäche die Abwehrkräfte der Betroffenen, wodurch das Risiko steige, zusätzlich an bakteriellen Lungenentzündungen zu erkranken, häufig hervorgerufen durch Pneumokokken, heißt es auf der Seite impfenaktuell.de.

Parallele zur Spanischen Grippe

Wissenschaftler, die Krankenakten von Opfern der Spanischen Grippe von 1918/19 auswerteten, stellten fest, dass damals wahrscheinlich viele Menschen an einer Lungenentzündung und nicht an der Grippe selbst starben. Die Grippe schwächte die Abwehrkräfte vieler Infizierter. Zum Tod kam es bei den Betroffenen vermutlich durch die Folgen einer sogenannten sekundären Lungenentzündung, der das geschwächte Immunsystem nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Impfung gegen Lugenentzündung

Die Experten des Robert Koch-Instituts empfehlen laut impfenaktuell.de, einer Seite, die Sanofi Pasteur MSD GmbH ins Netz stellt, für Risikogruppen eine Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen, um im Pandemiefall die Zahl schwerer Lungenentzündungen und daraus resultierender Todesfälle zu verringern. In Deutschland werden als Risikogruppen in diesem Zusammenhang alle Menschen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranke jeden Alters, zum Beispiel Asthmatiker und Diabetiker genannt.



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3 Kommentare

  1. 1. Wolfgang Becker aus KN | http://wolfgangbeckerauskn.suedblog.de

    Was mich an dem ganzen Thema stört ist, dass man das Volk mit dem vielen Hin und Her nur verwirrt.

    Nicht mal Mediziner haben eine einheitliche Meinung. Wie sollen dann die Leihen sich eine Meinung bilden?

    Sicher ist nur, das die Pharmaindustrie groß Kasse macht. Muss da wieder sein?

    Und auch der Staat über die Umsatzsteuer ( Mehrwertsteuer) lang gut zu.
    Hier sollte die neue Regierung doch mal anfangen über eine Abschaffung der Steuer nachzudenken.
    Jeder Bürger zahlt diese Steuer und der Staat steckt dann einen Teil wieder in das Gesundheitssystem.

  2. 2. dk

    @ W. Becker
    Bei regelmäßigen Fahrradfahrern sind die allg. Abwehrkräfte des Immunsystems höher als beim “normalen Mitbürger”.

    Überrascht hat mich ein Bekannter, der gestern eine Monatskarte am Kreuzlinger Bahnhof für sfr 120 gekauft hat.
    Er will früh morgens jetzt immer zum Bahnhof skaten oder radeln und dann mit dem Bähnli in Richtung Weinfelden zur Betriebsstätte fahren.
    Da er bisher regelmäßig vor 6 Uhr mit PKW gefahren ist, dürfte er keine anderen Leute stören. Der Zoll wird vielleicht etwas irritiert sein; vielleicht nimmt er seine Grenzgänger-Karte aus dem Auto mit.
    Die Aktion ist nicht durch Kälte, Schnee oder Schweinegrippe verursacht, sondern durch erste Anzeichen von Blutzucker und leichtem Übergewicht, was doch schon körperlich spürbar ist.

    Nachtrag:
    das sind ca. 5 km einfach, also 10 km täglich an Extra-Bewegung.

  3. 3. Nabholz

    Lieber DK!Radfahren und Skaten gegen Schweinegrippe? Das wird die Pharmaindustrie aber gar nicht freuen.Vielleicht sollte Novartis und Glaxo jetzt Fahrräder herstellen, wäre umweltfreundlicher als die ganze Chemie, die zu 80% eh für die Katz ist.Ach ja das Leben könnte soooooo einfach sein und W. Becker bräuchte nicht dauernd über die böse Industrie und den raffgierigen Staat(wer ist das eigentlich?) motzen.

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