Egon Bahr, Revolutionär des 20. Jahrhunderts
Konstanz (gro) Er ist der Architekt der deutschen Ostpolitik unter Bundskanzler Willy Brandt. Die Maxime „Wandel durch Annäherung“ ist seine Erfindung. Egon Bahr, Brandts bester Freund und ein Revolutionär des 20. Jahrhunderts, kommt in drei Wochen nach Konstanz: Am 22. November wird ihm im Konstanzer Bürgersaal der Heckerhut verpasst. Es ist das fünfte Mal, dass der Kreisverband der Konstanzer SPD die revolutionäre Auszeichnung verleiht. 2008 wurde der Heckerhut Gesine Schwan aufgesetzt.
Der Erste war Rolf Böhme
Zum ersten Heckerhut-Tr#ger ist vor vier Jahren ein gebürtiger Konstanzer gekürt worden: der Sozialdemokrat Rolf Böhme, inzwischen 75 Jahre alt, der von 1982 bis 2002 Oberbürgermeister von Freiburg war. Die zwei übrigen Heckerhut-Träger sind Jean Ziegler, der streitbare Genfer Soziologieprofessor, und der Heidelberger Götz Wolfgang Werner, Gründer der dm-Drogeriemarktkette, Hochschullehrer, Gemeinschaftsbanker und Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Geschätzter Gesprächspartner für Rat suchende Politiker
Für den fünften Heckerhutträger haben sich die Konstanzer Sozialdemokraten um den Bundestagsabgeordneten Peter Friedrich, Hanna Binder und Andreas Kesting einen Mann ausgesucht, der die deutsche Nachkriegspolitik massgeblich beeinflusst hat. Egon Bahr, 87, gelernter Journalist, arbeitete allerdings nicht nur als Politiker, sondern (von 1984 bis 1994)
auch zehn Jahre lang als Wissenschaftlicher Direktor des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik. Bis heute ist Egon Bahr ein hochgeschätzter Gesprächspartner für Rat suchende Politiker aller Couleur.
Honorarprofessor an der Universität Hamburg
Von 1942 bis 1944 hatte Bahr als Soldat am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Dann allerdings wurde er, dessen Mutter Jüdin war, wegen „Einschleichens in die Wehrmacht” als „nichtarischer” Rüstungsarbeiter zu Rheinmetall-Borsig zwangsweise abgeordnet. Nach dem Krieg arbeitete Bahr als Journalist für die „Berliner Zeitung“, anschließend für die „Allgemeine Zeitung“ und den „Tagesspiegel“ . Von 1950 bis 1960 war er Chefkommentator und Leiter des Bonner Büros des RIAS Berlin. 1959 wurde er als Presseattaché an die Deutsche Botschaft in Ghana berufen. Seit 1984 ist Egon Bahr Honorarprofessor an der Universität Hamburg.
Zum fünften Mal im Bürgersaal
Am Konstanzer Stefansplatz rief Friedrich Hecker im April 1848 zusammen mit seinem Freund Gustav von Struve zum Revolutionszug der Badener auf. Als Leitfigur der badischen Opposition forderte Hecker die Abschaffung der Monarchie und und die Beseitigung des Missverhältnisses zwischen der Schrankenlosigkeit des grossen Kapitals und der Not verarmter Volksmassen. Auch die fünfte Heckerhut-Verleihung ist am Ort des damaligen revolutionären Geschehens, und zwar am Nachmittag des 22. Novembers, im Bürgersaal am Stefansplatz.
Foto: SPD







Die Veranstaltung “Verleihung des Heckerhutes an Egon Bahr” war ein voller Erfolg.
Aber schauen Sie selber.
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