Wenig Platz für Kinderanhänger
Konstanz (wak) Wie gut und wie praxistauglich ist die neue umstrittene Fußgängerbrücke an der Bodanstraße tatsächlich? Ob sie den Praxistest besteht, wird erst nach ihrer Freigabe klar sein. So viel steht aber schon fest: Für Fahrradfahrer, die mit einem Kinderanhänger unterwegs sind und ihr Gefährt über die Brücke schieben wollen, könnte die neue Fußgängerbrücke zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. dornroeschen.nu hat schon einmal nachgemessen.
Perfekt für Fußgänger
Für Fußgänger, die vom Hafen auf schnellstem Weg ins Lago wollen und alternativ den nur wenige hundert Meter entfernten Fußgänger-Steg direkt zum Einkaufszentrum nutzen könnten, ist die neue Bahnhofsbrücke, sobald sie freigegeben ist, eine perfekte Alternative.
Aufzug zu klein für Kinderanhänger?
Fest steht aber auch: Die Kabine des Aufzugs wird nur exakt 1,40 Meter auf 2,40 Meter messen. Ein Fahrrad mit Hänger ist aber inklusive Deichsel bis zu 2,50 Meter lang oder länger. Deswegen sollten Eltern, die ihren quengelnden Nachwuchs in einem Kinderanhänger sitzen haben und mit ihrem Gefährt auf schnellstem Weg von der Hafenstraße zum Lago wollen, besser die neue barrierefreie Brücke nicht nutzen. Sie sollten lieber einen Umweg in Kauf nehmen und der Hafenstraße weiter folgen, an den Gleisen entlang am Lago vorbei radeln, dann den schweizerischen Bahnübergang nutzen und sich der Shopping Mall von der Schweizer Seite kommend über die Wiesenstraße nähern oder alternativ ihr Rad durch die Markstättenunterführung schieben. Das Problem bei der Route durch die Unterführung: Vom Fischmarkt aus ist das Lago mit dem Fahrrad schlecht zu erreichen. Einen Radweg direkt zum Lago gibt es nicht – und noch ist der Bahnhofsplatz keine Begegnungszone.
Zwei Rollis haben Platz
Perfekt ist die barrierefreie Brücke dagegen für Rollstuhlfahrer. Sie können die Gleise dank der Aufzüge queren, wo sie in früherer Zeit noch vor den Treppenaufgängen der alten Brücke kapitulieren mussten. Ein etwa 80 Zentimeter breiter und 1 Meter langer Rollstuhl passt bequem in die Kabine des Aufzugs. Sogar zwei Rollis können nebeneinander stehen.
Dritter Aufzug zu den Gleisen fehlt noch
Während die Aufzugmonteure gerade die Aufzüge an der Bodan- und an der Hafenstraße einbauen, wird es mit dem dritten Aufzug und der Anbindung der Gleise zwei und drei noch dauern. Ein dritter Aufzug, den Stadtrat Alexander Fecker (CDU) beantragt hatte und der von der Stadt zunächst gar nicht vorgesehen war, wird derzeit noch nicht gebaut. Der Grund: Genehmigen muss den zusätzlichen Aufzug die Deutsche Bahn. Das kann dauern. Bis Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen in einen möglicherweise gläsernen Aufzug steigen und direkt auf den Bahnsteig gelangen können, müssen sie sich noch gedulden. Dass der dritte Aufzug zu den Gleisen bei der Freigabe der Brücke schon in Betrieb ist, dürfte eher unwahrscheinlich sein.
Noch ist Brücke eine Baustelle
Noch ist die neue Brücke, die bisher vor allem wegen der Explosion der Baukosten für Schlagzeilen gesorgt hatte, aber eine Baustelle. Wann die Bahnhofsbrücke für Fußgänger geöffnet wird, wollte dornroeschen.nu gestern nachmittag vom städtischen Pressereferat wissen. Walter Rügert oder ein Stellvertreter, der hätte Auskunft geben können, waren aber leider nicht zu erreichen. Foto: Frieder Schindele | TMW





