Maultaschen-Debatte ausgefallen
Konstanz (wak) Nichts war’s mit einer erneuten Debatte des Maultaschen-Falls. Bei der Gemeinderatssitzung am heutigen Abend wurde der Punkt „Außerordentliche Kündigung in Bagatellfällen – Selbstbindung der Stadt Konstanz“ von der Tagesordnung gestrichen. Maultaschen sind in Konstanz somit ab sofort wieder Herrgotts-Bscheißerle und keine Kündigungsgründe mehr.
Keine Konstanzer Maultaschen-Spezialität
Wäre es nach SPD, Freier Grüner Liste (FGL) und Linker Liste Konstanz (LLK) gegangen, hätte es bei der Stadt und der Spitalstiftung in Zukunft keine Kündigungen mehr wegen Bagatellfällen geben dürfen. Der Rausschmiss einer 58 Jahre alten Altenpflegerin, die in einem Altenheim der Spitalstiftung sechs Maultaschen mitgehen ließ, hatte einige Konstanzer Räte arg empört. Die Stadt sollte sich verpflichten, auf außerordentliche Kündigungen bei Bagatelldelikten in aller Regel zu verzichten, forderten die Antragsteller. Im Zweifelsfall hätte es – so stand es im Antrag – in einem ähnlichen Fall wie dem der Altenpflegerin der Zustimmung von Oberbürgermeister Horst Frank bedurft. Das wäre eine Konstanzer Spezialität gewesen.
Schluss mit Maultaschen-Klau
Der Rest des Rats hatte aber kein Interesse mehr an einer erneuten Debatte des Maultaschen Falls, bei dem noch einmal 40 Stadtratsmitglieder die Möglichkeit gehabt hätten, sich ausführlich zum Maultaschen-Diebstahl und dem Verhalten der städtischen Spitalstiftung zu äußern. Die unwilligen Räte drohten gar, im Falle einer Debatte den Ratsaal zu verlassen. Ihr Beweggrund: Konstanz dürfe nicht mehr länger nur noch in Zusammenhang mit dem sogenannten Maultaschen-Klau deutschlandweit Schlagzeilen machen.
Taschen aus Nudelteig schmecken besser
Statt über Maultaschen in Zusammenhang mit Diebstahl und der fristloser Kündigung einer Altenpflegerin soll nun nur noch über Maultaschen als Spezialität der schwäbischen Küche gesprochen werden. Die berühmten Taschen aus Nudelteig mit einer Grundfüllung aus Brät, Spinat, Zwiebeln und eingeweichten Brötchen, die auch Herrgotts-Bscheißerle heißen, munden den bürgerlichen Räten jedenfalls wesentlich besser als ein Maultaschen-Klau mit unschönen Folgen.





