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4. Dezember 2009 | Sperrzeiten für Gaststätten sind neu geregelt

Links des Rheins gilt nur noch „Eins, zwei, drei“

Konstanz (gro) Für die Gaststätten links des Rheins gilt ab dem kommenden Jahr eine neue Sperrzeit-Regelung: Sonntag bis Donnerstag darf bis 1 Uhr morgens geöffnet bleiben, Freitag bis 2 Uhr und Samstag bis 3 Uhr. Dieses Konzept nach dem Muster „Eins, zwei, drei“ wurde vom Hauptausschuss des Gemeinderats am Donnerstagabend mit breiter Mehrheit beschlossen. Zweierlei ist neu daran. Erstens gilt diese Regelung für das gesamte Stadtgebiet links des Rheins, also auch fürs Paradies und für die Hafenmeile, wo bisher täglich bis 2 Uhr (samstags bis 3 Uhr) geöffnet sein durfte. Zweitens wurde die Öffnungszeit der Altstadtlokale in der Nacht von Freitag auf Samstag um eine Stunde bis 2 Uhr verlängert.

„Mit dieser Regelung können wir gut leben“

Die Nachricht von der Neuregelung der Sperrzeiten machte noch am späten Abend die Runde in der Altstadt. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung könne man gut leben, hiess es übereinstimmend in Wirtekreisen. Damit sind auch die Befürchtungen hinfällig, die nach Bekanntwerden des jüngsten Verwaltungsvorschlags aufgekommen waren. Nach diesem Vorschlag hätten die Altstadtkneipen in der Nacht von Samstag auf Sonntag künftig zwei Stunden früher dichtmachen sollen, also bereits um 1 Uhr statt wie bisher um 3 Uhr.

Ohne Begründung vorgelegt

Kommunalpolitisch interessierte Gastwirte rätseln bis heute, wie es zu dem Vorschlag kommen konnte. Mit Rudi Fischer vom Bürgeramt und mit Klaus Holzer, seinem wichtigsten Kontaktmann zur Gastroszene, pflege man gute Beziehungen. Sie seien von gegenseitigem Verständnis gekennzeichnet. Es sei deshalb kaum anzunehmen, dass die Verwaltungsvorschläge von Fischer und Holzer stammen. Für diese Sicht spreche auch, heisst es in Wirtekreisen weiter, dass der Verwaltungsvorschlag, der auch eine extraliberale Sonderbehandlung der Hafenmeile vorsah, dem Hauptausschuss ohne Begründung präsentiert worden sei.

Neue Regelung „ausgewogen und fair“

Die jetzt vom Hauptausschuss des Gemeinderats gefundene Lösung wird in der Szene als „ausgewogen und fair“ gelobt. Sie berücksichtige die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung und die der Gastronomie und ihrer Gäste, auch wenn die neue Regelung bei weitem nicht so liberal sei wie in vergleichbaren Städten. Der nunmehr gleichmässige Geltungsbereich, auch das wird wiederholt eingeräumt, sei geeignet, den gesunden Wettbewerb zu fördern.

„Wer Ruhe will, muss die Gassen kontrollieren“

Für „Eins, zwei, drei“, die schlagkräftige Benennung des neuen Konzepts, sorgte die SPD-Fraktion des Gemeinderats. Das Urheberrecht für das Konzept dürfte indessen in anderen Gruppierungen des Stadtparlaments zu suchen sein, nicht zuletzt bei den Freien Wählern. Besonders engagiert zeigte sich in der Sitzung des Hauptausschusses auch Jürgen Wiedemann. Der „Barbarossa“-Wirt warnte im Namen seiner Berufskollegen davor, sich von restriktiven Sperrzeitregelungen allzu viel zu versprechen. Nächtliche Ruhestörungen in der Altstadt hätten oft genug überhaupt nichts mit den Lokalen zu tun, sondern gingen stark zunehmend von Gruppen aus, die sich sozusagen im Freien vergnügten. Wenn die Verwaltung wirklich mehr Ruhe in der Altstadt wolle, müsse sie dafür sorgen, dass die Kontrollen in den Strassen und Gassen und in den Parks der Altstadt verstärkt werden.



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