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4. Januar 2010 | Fischer demonstrieren gegen ihn – 1587 Fans für Kormorane

Gegendemo für den (Pech)vogel 2010

Konstanz (wak) Fischer und Angler haben heute am Rande der Naturschutztage in Radolfzell gegen den Kormoran, „Vogel des Jahres 2010“, demonstriert. Vor allem die Berufsfischer sehen in dem Vogel eine Gefahr für die Fischbestände im Bodensee. Zur Demonstration aufgerufen hatte der Landesfischereiverband Baden. Der (Pech)vogel des Jahres hat aber trotzdem nicht etwa nur Feinde: Immerhin 1587 Fans haben sich auf der Homepage des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) als Kormoran Freunde eingetragen.

Der Kormoran-Krieg

In der Vergangenheit hatte es bereits immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen den Fischern am Bodensee, deren Fänge Jahre lang immer weniger wurden, und Naturschutzverbänden gegeben. Die Fischer verteidigten ihre wirtschaftlichen Interessen und wollten erreichen, dass die Zahl der Kormorane am Bodensee kleiner wird. Naturschützer waren wegen Kormoran-Tötungen und der Zerstörung der Kormoran-Brut am Untersee empört. Vogelschützer sprachen sogar von „Massakern“ an dem „Vogel des Jahres 2010“, die aber nicht etwa nur am Bodensee, sondern auch in anderen Bundesländern stattfanden. Auch Gerichte mussten sich schon mit Aktionen gegen Kormorane beschäftigen.

Gegendemo der Kormoran-Freunde im Internet

Die Gegendemonstration zum Protest des Fischer, die in Radolfzell auf die Straße gingen, findet heute zeitgleich im Internet statt. Immerhin 1587 Kormoran-Freunde bekennen sich mit kurzen Statements zum Pechvogel des Jahres 2010. Kormoran-Freund eäußern sich zum Beispiel so: Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer: „Deutschland braucht den Kormoran!“; Christian Grzimek,Tierfotograf: „Gönnen wir den Kormoranen ihre Beute. An der Überfischung unserer Gewässer ist er mit Sicherheit nicht schuld. Erfreuen wir uns an ihrer Gegenwart!“ Freiherr Enoch von und zu Guttenberg, Dirigent, BUND-Mitbegründer, Vater des CSU-Verteidigungsministers: „Lebewesen dieser Schöpfung haben ein Existenzrecht, und der Schöpfungsauftrag an uns Menschen heißt eben nicht nur ,Untertan machen’, schon gleich nicht ,Ausrotten’, Fred Fuchs, Cartoonist: „Wir brauchen das neue Fernsehformat „Deutschland sucht den Super-Kormoran!“ Gerhard Polt, Kabarettist: „Ich bin Kormoranfreund, weil ich schon genug Feinde habe.“ Sebastian Bezzel, Kommissar im „Bodenseetatort“, Schauspieler: „Der ,Kormorankrieg’, in dem man gegen einen Vogel Hass predigt und einen rücksichtslosen Kampf führt, ist eine Schande für uns alle. Daher mische ich mich ein - ich bin ein Kormoranfreund!“ Senta Berger, Schauspielerin: „Die Rückkehr des Kormorans ist ein Erfolg für den Artenschutz. Ich möchte, dass das so bleibt und setze mich für einen vorurteilsfreien Umgang mit diesem schönen Vogel ein.“

Die Futter-Lüge

Die Nahrung der Kormorane besteht hauptsächlich aus kleinen bis mittelgroßen Fischen. „Der tägliche Nahrungsbedarf eines Kormorans wird gerne direkt mit erlittenen Ertragseinbußen für Berufsfischer gleichgesetzt – das ist Unfug“, so NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Kormorane fangen – so der Vogelschützer - stets die Fische, die sie am leichtesten erbeuten können. „Das sind auch viele fischereiwirtschaftlich uninteressante, also nicht marktfähige Weißfische wie Kaulbarsch oder Plötze, die in großer Zahl vor allem in nährstoffreichen Seen und Flüssen leben“, sagte Nipkow. Das hätten Nahrungsrestanalysen bei Kormoranen inzwischen mehrfach bewiesen. Wer Kormoran-Freunde werden will, geht auf die Seite des nabu

Bild: Frieder Schindele | TMW



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3 Kommentare

  1. 1. aesche

    So ein Blödsinn! Die Seite “Kormoranfreunde” steht schon seit Oktober 2009.

    Wenn da jetzt etwas mehr als 1500 Leute eingetragen sind, ist dies ein Armutszeugnis für den NABU der alleine in BW ca. 68.000 Mitglieder hat!

    Die wahre Futterlüge kommt ebenfalls vom NABU: Wenn man Speiballen an einem See in Plön auswertet, in dem es gar keine Bachforellen oder Äschen gibt, wen wundert dann das o.g. Ergebnis?

    Angeblich ist jetzt auch noch der Klimawandel am Rückgang der Äsche schuld - vor ein paar Jahren wäre noch das Waldsterben der Übeltäter gewesen…

    Keine Steuergelder mehr für die Vogelschützer vom NABU!

  2. 2. Z.W.Eifler

    Kein Urlaubsort wo Vogelmord!

    War doch schon mal eine populäre Parole..
    pardon, damals ging es ja gegen Italien, weil dort Singvögel abgeschossen werden..

    So ein paar Plakate wären vielleicht noch publikumswirksamer als die Statements im Internet.

  3. 3. sie sucht ein paar | http://partner.guenstiger-finden.de/pages/kerle.html

    sie sucht ein paar…

    Nett, dass man sich hier mit dem Thema wenigstens mal ordentlich beschaeftigt. Habe die Ausfuehrungen dazu foermlich verschlungen (-:…

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