Unvollendet am alten Wollmatinger Wasserbehälter
Konstanz (gro) Wunderschön ist die Aussicht von der Wollmatinger Höhe am Ende des Pirminwegs. Vom grün bewachsenen Dach des 1909 fertig gestellten Wasserbehälters schweift der Blick über das nordwestliche Stadtgebiet, über die Niederungen des Untersees und hinüber auf den bewaldeten Schweizer Seerücken bis zum Säntismassiv. Doch unmittelbar vor den Füssen stört eine eingemottete Baustelle. Sie liegt mitten in einem Naturschutzgebiet und niemand weiss anscheinend so recht, was da vor gut einem Monat begonnen wurde und nun unvollendet vor sich hindämmert.
Zufahrt geht auf nackte Betonwand
Unschwer allerdings lässt sich bei einem Augenschein vor Ort in Erfahrung bringen, dass der Wasserbehälter längst leer und nicht mehr in Betrieb ist. Eine betonierte Seitenwand dieses ehemaligen Trinkwasserspeichers ist freigelegt worden. Auf diese Wand hin wurde durch bewachsene Erdhügel hindurch eine Schneisse gezogen. Offensichtlich soll eine Zufahrt angelegt werden. Doch warum auf eine nackte Betonwand hin? Und warum wurden Bagger und andere Baumaschinen nach etwa einer Woche wieder abgezogen? 
Presseamt kann keine Auskunft geben
Das Presseamt der Stadtverwaltung konnte vorerst nichts zur Erhellung beitragen. Zwischen den Jahren fehlen die zuständigen Verantwortlichen. So bleibt man auf Gerüchte angewiesen. Und die besagen, dass die Stadtwerke dort oben ein Lager einrichten wollen, im ehemaligen Trinkwasserspeicher. In die Betonwand sollte wohl ein Tor gebrochen werden. Da der Speicher zum Hoheitsgebiet der Stadtwerke gehört, wurde möglicherweise auf eine Abstimmung mit dem Baudezernat verzichtet. Einige Wollmatinger, die in der Nachbarschaft des alten Speichers Gärten haben, sollen sich über den Alleingang der Stadtwerke beschwert und sich empört an den Oberbürgermeister gewandt haben. Horst Frank habe die Bauarbeiten sofort gestoppt.
Hat sich Horst Frank über Amtsleiter hinweg gesetzt?
Auch Rainer Michael Braun kann nur bedingt weiter helfen. Seine WD Dittus GmbH hatte den Bauauftrag auszuführen. Dass er das Projekt vorzeitig abbrechen musste, kann ihn nicht aus der Ruhe bringen. „Kann schon sein, dass sich der OB da über einige Amtsleiter hinweggesetzt hat“, sagt Braun. „Doch als Oberbürgermeister kann er das wohl.“ Man werde sehen, wie es weiter gehe, sagt Rainer Michael Braun. Horst Frank kann keine Auskunft geben; er ist in Urlaub. Das Thema dürfte trotz des strengen Winters noch im Januar aufgearbeitet werden können.

Als Wollmatingen noch selbständig war
Der still gelegte Wasserspeicher von 1909 erinnert an die Zeit, als Wollmatingen noch eine selbständige Gemeinde war. Das Dorf wurde in nationalsozialistischer Zeit während der dreissiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mehr oder weniger zwangsweise nach Konstanz eingemeindet. Es war die Gegenleistung dafür, dass die Stadt das Gelände im unteren Fürstenberg der deutschen Wehrmacht für die spätere Chérisy-Kaserne überliess.
„Da reagieren manche Bürger allergisch“
Dass etliche Wollmatinger auf die Bautätigkeit im Naturschutzgebiet oberhalb des Pirminwegs empfindlich reagieren, wäre kein Wunder. Schliesslich wurden die zahlreichen Schrebergärtner dort oben in den vergangenen Jahren von der Stadtverwaltung mehrfach angegangen und mit dem Hinweis auf das Naturschutzgebiet aufgefordert, Hütten und Einzäunungen abzubauen. „Da reagieren die Bürger natürlich besonders allergisch“, sagte ein Wollmatinger, „wenn dort plötzlich grossmächtige Baumaschinen unangemeldet anrücken.“ Bild: Frieder Schindele | TMW








Ja ja, Wollmatinger waren schon immer die besseren Menschen.
Siehe OB!
Wir haben Doofmatingen auch Monaco vorgezogen, die Mieten gleichen sich in etwa, obwohl es in Woofmatingen noch etwas teurer ist.
Aber wenn dort soooooo nette Menschen leben, was will man da in Monaco?
Liebe Redaktion,
herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Bild von Wollmatingen! Die von Ihnen gestellte Frage trifft den Nagel auf den Kopf. Peinlich dagegen der Kommentar (von 16.01 Uhr??????) des Lesers. Nomen scheint Omen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Morian,
ein Wollmatinger Neubürger, der stolz ist auf seinen Stadtteil, zumindest den alten mit seiner bewegten Geschichte und den verdienten Bürgern Thomas Sättele (Freiheitskämpfer), Emil Stadelhofer (Bildhauer), Bürgermeister Kenner (Industrieansiedler) und Benedikt Bauer (Sozialpolitiker).
@Admin
Meine Feststellung hat sich wieder mal erwiesen.
In Wollmatingen zu Leben ist etwas ganz besonderes, den Rest brauch ich ja nicht zu wiederholen………………….:-)
Wollmatingen forever, wobei die Neubürger den alten Wollmatingern noch weit überlegen sind!
Fehlende Baugenehmigung Grund für Einstellung der Bauarbeiten am Pirminweg
Grund für die Einstellung der Bauarbeiten am Pirminweg im Gewann Hafner in Wollmatingen war die fehlende Baugenehmigung. Die geplanten baulichen Veränderungen am Standort des ehemaligen Wasserhochbehälters wurden nach einem Hinweis aus der Bevölkerung im Rahmen einer Ortsbesichtigung am 26. November 2009 vom Baurechts- und Denkmalamt der Stadt Konstanz festgestellt. Rechtsgrundlage für die Entscheidung ist § 64 Abs. 1 der Landesbauordnung (LBO). Danach kann die Baurechtsbehörde die Einstellung von Bauarbeiten unter anderem dann anordnen, wenn die Ausführung eines genehmigungspflichtigen Vorhabens wie in diesem Fall ohne die erforderliche Baugenehmigung begonnen wurde. Die Einstellung des Bauvorhabens wegen Nichtbeachtung der oben genannten Rechtsvorschrift wurde vom Baurechts- und Denkmalamt der Stadt Konstanz am 26. November mündlich und am 30. November 2009 schriftlich angeordnet.
Stadt Konstanz, Pressebüro