„Fortgesetzter Rechtsbruch“ an der Konstanzer Seestrasse
Konstanz (gro) Für eine der schönsten Konstanzer Parkanlagen gilt seit Jahrzehnten: „Betreten verboten!“ Dabei verfügt der von seinen Eigentümern sträflich vernachlässigte Park nicht nur über einen wertvollen Baumbestand – er befindet sich auch noch in allerbester Lage, direkt an der Schokoladenseite der Stadt: unmittelbar an der Jugendstilpromenade der Seestrasse, mit der die Stadt Konstanz im In- und Ausland für sich wirbt. Der Verein „Volkspark Büdingen“ sieht in dem anhaltenden Verwahrlosungszustand der an sich idyllischen Immobilie einen „fortgesetzten Rechtsbruch“ der Eigentümer. Die Stadt wird aufgefordert, an der Seestrasse endlich für Recht und Ordnung zu sorgen.
20 alte Bäume müssen fallen
Anlass für den geharnischten Protest ist die wieder einmal erfolgte Ankündigung von Säuberungsmassnahmen innerhalb des so genannten Büdingen-Parks. 20 altersmorsch und unheilbar krank gewordene Bäume müssen fallen. Denn trotz des Verbots wird der Park nach wie vor „betreten“: von Obdachlosen, die dort gelegentlich campen, von Kindern und immer wieder auch von Nachbarn des Parks, auch, um dort den Hund auszuführen. Ausserdem müssen die Bäume und Sträucher an den Rändern des Parks beschnitten, sicher gemacht und notfalls entfernt werden.
Den Investoren ist das Grundstück regelmässig zu teuer
Der Park gehörte einst zum Freigelände des Sanatoriums Büdingen. Es wurde vor 39 Jahren geschlossen und dann abgebrochen. Nach einem über zwei Jahrzehnte alten Bebauungsplan sollte an der Stelle der einstigen Heilstätte ein Hotel entstehen, nicht zuletzt in Anlehnung an die ursprüngliche Nutzung während der letzten 21 Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts. Doch auch die neuen Hotelpläne scheiterten. Den wechselnden Investoren ist das Grundstück bisher stets zu teuer, und eine erweiterte Nutzung durch zusätzliche Wohnbebauung wurde, nicht zuletzt durch den Druck von Bürgerinitiativen, immer wieder abgelehnt.
Eine ganze Reihe von wechselnden Eigentümern
Das 1971 frei gewordene Areal wurde zunächst von der damals gewerkschaftseigenen Gagfah erworben, geriet vorübergehend in den Besitz der Allianz AG, fiel zurück an die Gagfah und wurde von dieser 2003 für rund 6 Millionen Euro an den baden-württembergischen Versicherungsverein für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte verkauft. Der Stadt Konstanz wurde das Gelände von dem Versicherungsverein für 10 Millionen Euro angeboten. 
Gutachter: Das Ergebnis Jahre langer Vernachlässigung
Der noch gültige Bebauungsplan – die Gültigkeit wurde zuletzt 2008 verlängert – schreibt den Erhalt der Parkanlage vor. Sie muss ferner, wenn auch eingeschränkt, für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Es sind Ersatzplanzungen nötig, wenn Bäume gefällt werden müssen. Doch das ist der Bürgerinitiative zu wenig. Gutachter, so heisst es, hätten festgestellt, dass der schlechte, ja „erschütternde Zustand des Parks“ auf Jahrzehnte lange Vernachlässigung zurück zu führen sei. Vernachlässigung und Sperrung laufen nach Ansicht des Vereins „Bürgerpark Büdingen“ auf einen „fortgesetzten Rechtsbruch“ hinaus. Der im Bebauungsplan und in der Baugenehmigung vorgesehene Bepflanzungs- und Pflegeplan müsse „endlich realisiert“ werden. Und zwar „nicht irgendein Plan, sondern einer, der sich am historischen Charakter des Büdingen-Parks orientiert“.
Bürger: „Ein Beispiel nehmen an der Nachbarstadt Kreuzlingen“
Im Übrigen, so hört man von engagierten Bürgern, sei es „schlicht eine Schande“, dass der Park an der Seestrasse seit Jahrzehnten für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die Stadtverwaltung solle sich ein Beispiel nehmen an der Stadt Kreuzlingen, wo es gelungen ist, grösste Areale sowohl für eine massvolle Nutzung als auch für die Erholung suchende Bürgerschaft zu sichern und auszugestalten. Jüngstes Beispiel ist das Gelände des Bellevue-Sanatoriums zwischen Hauptstrasse und Konstanzer Strasse, wo nun seit Jahren neben einer sanften, vereinzelten Bebauung allen Bürgerinnen und Bürgern, auch aus Konstanz, eine grosser Park zur Verfügung steht. Vom schönsten Park am See, dem Seepark, ganz zu schweigen. Bild: Frieder Schindele | TMW








10 Millionen für solch ein schönes großes Grundstück mit altem Baumbestand? Kennt der GRÜNE OB das Angebot schon? Vielleicht verzichtet er dann für ca. 80 Millionen auf seine Grünvernichtung auf Klein Venedig. Dafür bekommt er in der Büdingenpark-Mitte ein Denkmal mit Büste und goldener Inschrift. Und um ihn herum ein schöner Springbrunnen mit vielen Sitzgelegenheiten, damit unsere Nachkommen in noch lange im Auge behalten. Wer doch nicht schlecht als dauerhafte Erinnerung, oder? Zusätzlich noch die Park-Benennung in HORST-FRANK-PARK. Warum hat man ihm das nicht schon lange angeboten? Als GRÜNER hätte er bestimmt sofort zugeschlagen. Aber vielleicht wird das KKH wie das Konzil auch 600 Jahre alt, dann wäre der HORST-FRANK-PARK natürlich schon längst nachverdichtet. Kluger Frank, er kennt sich aus in der Nachhaltigkeit.