Druck nach erster Runde im Pokerspiel um Karstadt
Konstanz/Essen (gro) Die deutsch-schwedische Investorengruppe Triton bietet für das im Konkurs befindliche Unternehmen Karstadt 30 Millionen Euro. Hinzu kämen gemäss dem am Samstag in Essen vorgelegten Konzept Investitionen in Höhe von 60 Millionen für die Sanierung der Kaufhauskette. Dies will das Düsseldorfer „Handelsblatt“ zum Wochenbeginn aus Verhandlungskreisen erfahren haben. Triton habe in der ersten Runde des Finanzpokers um Karstadt ein weiteres Entgegenkommen der Belegschaft und des Vermieters gefordert.
4000 Arbeitsplätze sind bedroht
Der Fonds namens Triton ist bis dato der einzige Kaufinteressent geblieben. Sollte sich daran nichts ändern, müssen sich Belegschaft und Hauseigentümer Highstreet tatsächlich umgehend zu weiteren Zugeständnissen durchringen. Andernfalls droht die Zerschlagung der Kaufhauskette. Triton möchte, wie man aus Essen hört, bundesweit 4000 der 25.000 Arbeitsplätze abbauen. Spurlos würde dieser Aderlass auch am Konstanzer Haus nicht vorbei gehen, wo mit 80 Teilzeitbeschäftigten insgesamt knapp 300 Frauen und Männer in Lohn und Brot stehen.
Nur vier Tage Frist zum Abschluss eines Kaufvertrags
Triton und Gläubigerausschuss haben in der ersten Pokerrunde am Wochenende grossen Druck aufgebaut: Sollte es bis kommenden Freitag nicht zu einem Kaufvertrag kommen, droht Karstadt das gleiche Schicksal wie Hertie und Quelle: Abwicklung und totaler Ausverkauf. 
„Tagesspiegel“: Pläneschmieden bei Goldman Sachs
Angesichts dieser Situation, so berichtet der Berliner „Tagesspiegel“, schmiede die indirekt mit 51 Prozent an Highstreet beteiligte US-Investmentbank Goldman Sachs „seit wenigen Tagen“ an einem Notfallplan. Platze der Verkauf wegen der drastischen Nachforderungen von Triton, wolle Goldman Sachs womöglich selbst die Warenhauskette übernehmen – gegebenenfalls mit weiteren Gesellschaftern aus dem Highstreet-Konsortium, zu dem auch die Deutsche Bank, Pirelli RE, Generali und der italienische Warenhausbetreiber Borletti zählen.
Zu hoher Kaufpreis und zu hohe Mieten
Whitehall, ein Fonds von Goldmann Sachs, hatte vor vier Jahren gemeinsam mit weiteren Gesellschaftern die Immobilien der Warenhauskette für stattliche 4,3 Milliarden Euro zusammen mit weiteren Gebäuden der Konzernmutter Arcandor übernommen. Den Käufern, zusammengefasst im Konsortium “Highstreet”, wurden kräftige Mieterhöhungen zugesagt. Sie sollten die Überhöhung des Kaufpreises ausgleichen, trugen aber vor allem dazu bei, die Kaufhauskette in den Konkurs zu treiben. Die Zeche zahlen jetzt Mitarbeiter, Lieferanten und andere Gläubiger.





